Rheinische Post: CDU-Mitglied Max Otte nennt Vorgehen der Parteispitze gegen sich "Verzweiflungstat"
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Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke unter
Druck geratene Christdemokrat Max Otte sieht in der angekündigten
juristischen Prüfung seines Verhaltens einen Verzweiflungsakt der
Parteispitze. Das sei eine "Verzweiflungstat einer einstmals großen
Volkspartei, die anscheinend teilweise ihren Kompass verloren hat",
sagte Otte der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Mittwoch). Er rechne
weder mit einem Parteiausschlussverfahren noch mit einer juristischen
Prüfung. Er kämpfe dafür, dass die CDU zu den Werten zurückfinde,
aufgrund derer er in die Partei eingetreten sei. Es sollte klar sein,
dass demokratische Parteien und deren Mitglieder miteinander sprechen
könnten. "Wenn ich als einfaches CDU-Mitglied die Meinung äußern
würde, dass eine Koalition mit der AfD sinnvoll wäre, vielleicht
sogar das einzig Richtige, dann ist das genau dies: eine
Meinungsäußerung. Funktionäre müssten sich da schon mehr in die
Pflicht nehmen lassen. Aber ich habe keinerlei Ambitionen, Funktionär
meiner Partei, der CDU, zu werden oder ein Mandat anzustreben."
Otte hatte getwittert, dass der "Mainstream" und "die Medien" den
Mord an Lübcke zur Hetze gegen die "rechte Szene" nutzten. Später
distanzierte er sich davon und entschuldigte sich. Nach Angaben von
CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sollen Justiziare der
Bundes-Partei und des NRW-Landesverbandes Ottes Verhalten auf Satzung
und Parteiengesetz überprüfen.
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Datum: 26.06.2019 - 00:00 Uhr
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