neues deutschland: Kommentar: neues Deutschland zur Ernennung von Annegret Kramp-Karrenbauer zur Bundesverteidigungsministerin
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CDU-Chefin ins Kabinett zu holen und zudem mit dem
Verteidigungsressort zu betrauen, kam sehr überraschend. Dass der von
Experten fast schon gesetzte Jens Spahn weiter auf Gesundheit machen
muss, hat Weitblick. Doch gilt das auch für die Entscheidung pro
Annegret Kramp-Karrenbauer? Klar, Merkel holt sie in ihre Nähe;
Kramp-Karrenbauer kann so studieren, wie »Kanzlern« geht. Zugleich
aber - Friedrich Merz wird's freuen - setzt Merkel die
CDU-Vorsitzende auf einen Schleudersitz. Wer immer dem schwierigen
Verteidigungsministerium politisch vorsteht: Sie oder er kann
eigentlich nichts richtig machen. Schon gar nicht, wenn man außen-
und sicherheitspolitisch so unerfahren ist wie die jetzt Vereidigte.
Zugegeben, das ließ sich auch von deren Vorgängerin sagen. Doch von
der Leyen hatte Berater an der Hand, war rasch international
vernetzt, konnte so mancher US-Begehrlichkeit entgehen. Die
Einflüsterer, die Kramp-Karrenbauer bislang beschäftigte, sind
offenbar von schwächerem Kaliber. Man erinnere sich nur an die Idee
mit dem deutsch-französischen Flugzeugträger. Und wie unbedarft sich
Kramp-Karrenbauer für eine noch rasantere Steigerung des
Verteidigungsetats ausgesprochen hat, lässt ebenso nichts Gutes
ahnen. Das Amt bräuchte vor allem jemanden, der internationale Brände
löschen hilft. Das kann und will auch die Neue nicht. Sie ist eine
Fehlbesetzung.
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Datum: 17.07.2019 - 18:05 Uhr
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