rbb-exklusiv: Zu später Prozesstermin - Mutmaßlicher Drogen-Dealer aus U-Haft entlassen
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Untersuchungshaft entlassen worden, weil er zu lange auf seinen
Prozesstermin warten muss.
Nach rbb-Recherchen wurde der Mann Ende vergangener Woche aus der
Untersuchungshaft entlassen. Das Oberlandesgericht Brandenburg/Havel
hatte es zuvor für unverhältnismäßig erklärt, dass sein Prozesstermin
erst im November anberaumt worden war. Das bestätigte der Leitende
Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder), Helmut
Lange, dem rbb auf Anfrage.
Der Mann war im Januar dieses Jahres mit 60 Kilogramm Heroin im
Wert von sieben Millionen Euro verhaftet worden. Nach fünf Monaten
erhob die Staatsanwaltschaft Anklage und warf ihm vor, an der
Vermarktung von fast dem Fünffachen an Heroin beteiligt gewesen zu
sein. Bei diesem Tatvorwurf droht dem Angeklagten eine mehrjährige
Haftstrafe. Der polnische Staatsbürger war auf der Fahrt ins Ausland
auf der Autobahn 11 von der Polizei gefasst worden.
Insider der Polizei gehen davon aus, dass der Mann nach seiner
Freilassung Deutschland inzwischen verlassen hat und für die
Strafverfolgungsbehörden nicht mehr erreichbar ist.
Das Landgericht Frankfurt (Oder) begründet den späten
Verhandlungstermin mit zu wenig Personal. Der Brandenburgische
Justizminister, Stefan Ludwig (Linke), geriet in den vergangenen
Monaten immer wieder wegen der Haftentlassung von mutmaßlichen
Straftätern ins Visier.
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Datum: 11.08.2019 - 10:13 Uhr
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