Rheinische Post: Kommentar: Der Soli gehört abgeschafft - für alle
ID: 1746695
Finanzminister Olaf Scholz im Gesetzentwurf nichts anderes getan, als
im Koalitionsvertrag vereinbart ist. Also müsste man sich gar nicht
aufregen? Doch. Der Plan des SPD- Parteivorsitzenden in spe ist dem
politischen Kalkül geschuldet. Die Sozialdemokraten müssen in Zeiten
galoppierender Zustimmungs-Schwindsucht dringend beim Wahlvolk
punkten, die Groko insgesamt kann für die verbleibenden beiden Jahre
des schwarz-roten Bündnisses keinen Sprengstoff gebrauchen. Und das
Ganze ist vor den September-Wahlen in drei ostdeutschen Ländern auch
der Versuch, im Osten ein kleines Signal gegen den Sturz in die
Bedeutungslosigkeit zu senden. Politische Wirkung: null. Gleichzeitig
sollte Scholz den Plan vom Tisch ziehen, weil er verfassungsrechtlich
bedenklich ist. Die Karlsruher Richter haben 2010 entschieden, dass
Ergänzungsabgaben wie der Soli aus verfassungsrechtlichen Gründen
nicht befristet werden müssen. Aber ob er nach dem Auslaufen des
Solidarpakts II überhaupt noch erhoben werden darf, ist höchst
umstritten. Schwarz-Rot riskiert ein jahrelanges juristisches
Tauziehen um den Soli, das im Falle einer Niederlage politisch
weiteres Renommee kosten würde und neue finanzielle Lasten in Form
von Rückzahlungsverpflichtungen auslösen könnte. Also: Schafft den
Soli für alle ab! Das ist nicht nur eine Frage von Politik und
Verfassungskonformität, sondern auch eine der Ökonomie. Wer
steuerliche Entlastungen will, sollte Mittelständler und
Gewerbetreibende nicht außen vor lassen, erst recht nicht in Zeiten,
in denen eine Rezession droht. Wenn Soli, dann einer, den alle
zahlen, und das für alle Regionen mit Strukturproblemen. Das ist
allemal besser und ehrlicher als eine Zusatzsteuer für
Besserverdiener durch die Hintertür.
www.rp-online.de
Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion
Telefon: (0211) 505-2627
Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 21.08.2019 - 19:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1746695
Anzahl Zeichen: 2208
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Düsseldorf
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 469 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Rheinische Post: Kommentar: Der Soli gehört abgeschafft - für alle"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Rheinische Post (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Neu-Nationalspieler Florian Neuhaus mag keine Vergleiche mit Toni Kroos und Ex-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger. "Beide sind große Spieler, die eine Ära des deutschen Fußballs geprägt haben. Natürlich ist es faszinierend, wie Kroos die Kontrolle über ein Spiel hat, und alles, was er
Ex-Nationalspieler Uwe Rahn an Darmkrebs erkrankt ...
Der frühere Nationalspieler und Torschützenkönig der Fußball-Bundesliga, Uwe Rahn, ist an Darmkrebs erkrankt. Das sagte der 58-Jährige im Interview mit der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Dienstag). "Die Diagnose war für mich natürlich ein Schock. Da der Krebs fortgeschritten
NRW-Oppositionsführer Kutschaty fordert Ende von Armin Laschets "Stop-and-Go-Politik" ...
Kurz vor dem Treffen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag dringt die SPD-Landtagsfraktion auf einen klaren Kurs der nordrhein-westfälischen Landesregierung: "Armin Laschet muss seine Strategie überdenken und rauskommen aus dieser Stop-and-Go-Politik. Lock
Weitere Mitteilungen von Rheinische Post
Rheinische Post: Kommentar: Biesenbach ist kein Sprücheklopfer ...
Gegen NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) stehen zwei Vorwürfe im Raum. Der schwerere: Die Opposition und Teile der Polizei werfen ihm vor, dass die Gerichte in NRW immer länger brauchen, um Straftäter zu verurteilen. Der kleinere Vorwurf lautet: Biesenbach habe als früherer Oppositionsp
Mitteldeutsche Zeitung: zur Regierungskrise in Italien ...
Salvinis Plan ist vorerst am Staatspräsidenten gescheitert. Der will das Parlament nicht auflösen, ohne nach Alternativen zu suchen. Am besten für Italien und für Europa wäre nun eine Anti-Salvini-Allianz, die den drohenden Aufstieg des Rechtsnationalisten verhindert. Fünf Sterne und die So
neues deutschland: Hass unterm Deckmantel - Kommentar zum Ende der rechten Regierungsallianz Lega/Fünf-Sterne-Bewegung in Italien ...
Italiens Ministerpräsident Conte hat die Notbremse gezogen - nicht anders kann man seinen Rücktritt nennen, mit dem der Politiker mit dem Mandat der Fünf-Sterne-Bewegung auf die unverhohlenen Machtgelüste der rechtsradikalen Lega reagierte. Damit endet ein Experiment, das von vornherein unte
Frankfurter Rundschau: Unruhige Zeiten ...
Populisten sind gut im Wahlkampf, aber schlecht im Regieren. Das hat das erste Bündnis dieser Art in einer westeuropäischen Wirtschaftsmacht bewiesen. Als sich die von einem Komiker gegründete Protest-Sammelbewegung Fünf Sterne mit der rechtsnationalen Lega in Rom zusammentaten, einte sie ni




