Facebook-Datenpanne: Piraten fordern Recht auf Anonymität bei Online-Diensten
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419 Millionen Facebook-Nutzern ohne Passwortschutz über das Internet
zugänglich war [1], fordert die Piratenpartei Konsequenzen.
"Der neueste Facebook-Datenklau von Millionen privater
Telefonnummern lädt zu Stalking und Belästigung insbesondere von
Frauen und Kindern geradezu ein", warnt der Europaabgeordnete und
Datenschutzexperte der Piratenpartei Dr. Patrick Breyer. "Die Lehre
daraus ist: Nur Daten, die man nicht im Netz einträgt, sind sichere
Daten. Alle Bürger sollten ein Recht darauf erhalten, Internetdienste
anonym nutzen und online anonym bezahlen zu dürfen. Die EU-Kommission
sollte jetzt reagieren und einen entsprechenden Vorschlag vorlegen."
Schon im März dieses Jahres war bekannt geworden [2], dass
Facebook Telefonnummern, welche angeblich nur zum Zwecke der
Zwei-Faktor-Authentifizierung angegeben werden sollten, auch mit
Profilinformationen verknüpft hat. Facebooks Kommentar auf den
jüngsten Datenklau war lediglich, dass es sich um "alte Daten"
handele, wobei Telefonnummern noch im letzten Jahr abgegriffen werden
konnten.
Breyer ergänzt: "Es ist nicht nur bei Facebook eine etablierte
Unsitte, dass Online-Dienste die Nutzer regelrecht anquengeln, damit
diese ihre Telefonnummer angeben. Ob diese dann tatsächlich nur zur
Erhöhung der Account-Sicherheit oder auch anderweitig z.B. für
Marketingzwecke genutzt wird, ist für Nutzer oft nicht
nachvollziehbar. Bei Smartphones kann von einer Erhöhung der
Sicherheit durch Angabe der Telefonnummer ohnehin keine Rede sein.
Die Sicherheit von Zugängen muss gewährleistet werden, ohne die
anonyme Nutzbarkeit zu beeinträchtigen."
Quellen/Fußnoten:
[1] https://techcrunch.com/2019/09/04/facebook-phone-numbers-exposed/
[2] https://techcrunch.com/2019/03/03/facebook-phone-number-look-up/
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Datum: 06.09.2019 - 07:35 Uhr
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