neues deutschland: Kommentar von neues deutschland zur deutschen Debatteüber Wege zu mehr Klimaschutz
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Deutschland wird zunehmend zu einer absurden Veranstaltung.
Bekanntlich treffen die Folgen des Klimawandels die armen Schichten
am härtesten: im Globalen Süden und in unseren Breiten. Doch
ausgerechnet die Bremser und Gegner von mehr Klimaschutz führen
soziale Argumente an, wie am Donnerstag bei der Bundestagsdebatte zum
Thema deutlich wurde. Das fängt bei Wirtschaftsminister Peter
Altmaier an, der sich um die Beschäftigten in der Braunkohle sorgt,
und hört bei den wirren Ausführungen der AfD auf, die die Zerstörung
des »deutschen Sozialstaats« an die Wand malt. Selbst der
Bundespräsident, der doch eigentlich überparteilich sein sollte,
wirbt für »die Verantwortung für Menschen und Familien sowie die
Sorge um die, die auf der Straße des Fortschritts zurückbleiben«.
Natürlich geht es hier um höchst unterschiedliche politische Ansätze.
Doch in der hiesigen Debatte setzt sich allmählich ein Bild fest,
dass ambitionierter Klimaschutz soziale Schieflage bedeute. Das geht
so weit, dass zunehmend weniger über die Forderungen von »Fridays for
Future« gesprochen wird als über die Frage, aus was für einem
Elternhaus die Aktivisten kommen. Im Umkehrschluss folgt aus dieser
gefährlichen Entwicklung, dass Klimaschützer stärker als bisher die
soziale Frage thematisieren sollten. Ansonsten wird die Koalition mit
ihrem Bremskurs durchkommen - und dafür auch noch Applaus vom
Zuschauer bekommen.
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Datum: 26.09.2019 - 18:07 Uhr
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