Rheinische Post: Kommentar /
Starkes Fundament, aber Sturmschäden
= Von Kristina Dunz
ID: 1768894
kurz vor dem 30. Jahrestag des Mauerfalls nach Deutschland gekommen ist. Große
Ereignisse feiert man mit Partnern. Und man nutzt die Gelegenheit, vertraulich
über Krisen und Konflikte zu sprechen. Deutschland hat den USA viel zu
verdanken. Den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg, das Erlernen, Festigen
und Verteidigen der Demokratie, die Unterstützung für die Wiedervereinigung und
das Vertrauen in die Deutsche Einheit. Das ist das Fundament der
deutsch-amerikanischen Partnerschaft. Das wird bleiben. Nur, das Haus darauf
weist gewaltige Sturmschäden auf. Und die sind vermutlich erst zu reparieren,
wenn Präsident Donald Trump nicht mehr im Amt ist. Pompeo war in den 1980er
Jahren als Soldat in der Nähe von Bayreuth stationiert und versteht von der
Bundesrepublik vermutlich mehr als Trump. Nun schaut er sich in Deutschland an,
wo einst die Mauer stand, während Trump zu Hause eine neue Mauer errichten
lässt, um illegale Migranten aus dem Nachbarland Mexiko abzuwehren. Und Merkel
verteidigt Werte der USA, die Trump erschüttert: Multilateralismus, Empathie mit
Schwächeren, Anti-Populismus. Aber je mehr Trump mit Strafzöllen und
Protektionismus den Welthandel in Turbulenzen stürzt, mit seiner sprunghaften
Sicherheitspolitik Vertrauen in die Weltmacht USA zerstört, desto mehr muss
Deutschland auf Distanz gehen und mit Europa neue, eigene Wege gehen. Pompeo
sagt, Deutschland und Amerika müssten zusammenhalten gegen wachsende Bedrohungen
aus Russland, China und dem Iran. Ein Dauerthema ist auch das Engagement in der
Nato. Schon US-Präsident Barack Obama drängte die Nato-Partner auf größere
Beiträge. Alle diese Punkte sind richtig und wichtig. Pompeo sagt, er wolle die
transatlantische Partnerschaft stärken. Schön wäre es.
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Datum: 07.11.2019 - 21:06 Uhr
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