Gedanken zum Fest
ID: 1781865
Die Zeit rast. Und nun? Friede, Freude, Gänsebraten? Geht das in unserer
Hochgeschwindigkeitsgesellschaft überhaupt noch? Zweifel sind angebracht. Immer
höher, immer schneller, immer weiter: Der Druck ist für viele groß. Von
Besinnlichkeit ist die Rede, und doch hetzt mancher fast besinnungslos durch
sein Leben, weil immer noch etwas zu fehlen scheint. Auch an Weihnachten, gerade
an Weihnachten: Was um Himmels Willen schenken wir denn jetzt Tante Margret?
Vielleicht ist das Weihnachtsfest weltweit auch deshalb so populär, weil es sich
so gut vermarkten lässt. Zynisch könnte man sagen: Keine Glaubensfeier passt
besser zu den Bedingungen der Globalisierung als Weihnachten. Süßer die Kassen
nie klingeln - und wenigstens ein paar freie Tage am Stück, ohne dass etwas vom
kostbaren Urlaub draufgeht. Kaufrausch und Brückentage-Arithmetik als
willkommene Ersatzhandlungen. Denn es ist offensichtlich: Der Glaube hat es
schwer, der zu dieser unerhörten Geschichte gehört, die sich da vor mehr als
2000 Jahren in einem Stall in Bethlehem zugetragen haben soll. Das hat viele
Gründe und nicht wenige davon finden ihren Ursprung dort, wo dieser Glaube
gelehrt und vorgelebt werden soll. Zu oft, zu lange und zu systematisch sind die
Amtskirchen und ein ganz kleiner, aber zugleich doch viel zu großer Teil ihrer
Würdenträger ihren eigenen moralischen Ansprüchen nicht gerecht geworden. Der
daraus resultierende Vertrauensverlust ist gigantisch und er wird noch lange
nachwirken. Und dennoch: Glaubensferne, ja Glaubensleere allein daraus erklären
zu wollen, greift zu kurz.
Zu Gott muss sich schon jeder ganz persönlich einlassen. Diese Entscheidung
nimmt uns keiner ab und wir können sie auch nicht delegieren. Und da ist es
heute nun einmal so: Gott kommt im Leben vieler Menschen nicht mehr zwingend
vor, und die meisten dieser Menschen kommen scheinbar ganz gut ohne ihn aus.
Die Weihnachtsbotschaft jedoch macht das nicht weniger bedeutsam. Im Gegenteil.
"Gott ist Mensch geworden und hat unter uns gewohnt." Unglaublich? Gewiss.
Unwichtig? Gewiss nicht. Im Nächsten immer zuerst den Menschen zu sehen: Das ist
es, was uns trägt, und das ist es, was manchmal so bitter fehlt. Im Alltag wie
in den ganz großen Linien. Mensch werden - Mensch sein - Mensch bleiben: Diese
Weihnachtsbotschaft fordert uns alle zum Handeln auf und sie fordert uns immer
wieder aufs Neue heraus - vollkommen egal ob praktizierender Christ oder nicht.
Diese Botschaft lässt niemanden los. Und sie kann die Welt zu einem besseren Ort
machen, wenn wir sie entschlossen annehmen. Einen Versuch ist es wert. Wieder
Weihnachten? Nein: Endlich wieder Weihnachten! Frohe Weihnachten!
Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Ulrich Windolph
Telefon: 0521 585-261
wb@westfalen-blatt.de
Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/66306/4477342
OTS: Westfalen-Blatt
Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 23.12.2019 - 21:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1781865
Anzahl Zeichen: 3327
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bielefeld
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 682 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Gedanken zum Fest"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalen-Blatt (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un
34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder
NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in
Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt
Mitteldeutsche Zeitung zur Demokratie im Jahr 2019 ...
Donald Trump ist Präsident der USA geworden, weil er mit seinen Botschaften im Netz stärker war als die Mehrheit der Bevölkerung, die verabscheut war von seinen Botschaften. Aber sie war überwiegend still und nun sitzt er im Weißen Haus. Zu viele der jungen Briten haben nicht abgestimmt gege
Mitteldeutsche Zeitung zu EU und Kroatien ...
Wenn Kroatien am Neujahrstag um null Uhr zum ersten Mal in der EU-Geschichte die Ratspräsidentschaft übernimmt, dann ist das ein bedeutsames Ereignis. Die Menschen im Land empfinden das als Auszeichnung. Das wiederum strahlt vor allem auf die Balkanregion aus, wo mit Albanien, Bosnien-Herze
Pistorius: Seehofer muss Ländern Aufnahme minderjähriger Flüchtlinge aus Griechenland erlauben ...
Berlin - Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat Bundesinnenminister Hors Seehofer (CSU) dazu aufgerufen, einzelnen Bundesländern die Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge von den griechischen Inseln zu gestatten. "Ich appelliere nun noch einmal dringend an d
Mitteldeutsche Zeitung zu Altschulden ...
Gesamtstaatliche Solidarität darf nicht zur leeren Phrase verkommen. Zwischen Bund und Ländern sowie zwischen den Ländern wird sie übrigens hergestellt durch den Länderfinanzausgleich. Ein System, das etwa den Aufstieg des Freistaates Bayern vom armen Schlucker zum reichen Zahler ermöglich




