Kommentar: Beschädigte CDU-Chefin
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Befehls- und Kommandogewalt der Bundeswehr am selben Tag nach Erfurt. Beide mit
der gleichen Mission: ihre Truppen wieder auf Kurs bringen. Christian Lindner,
der Hauptmann und FDP-Chef, setzt sich durch. Annegret Kramp-Karrenbauer, die
Verteidigungsministerin und CDU-Chefin, muss ihre Forderung nach baldigen
Neuwahlen aufgeben. Erfurt hat die Erosion ihrer Macht erkennbar gemacht. Der
Durchmarsch zur Kanzlerkandidatur ist vorerst gestoppt.
Den Schaden für Kramp-Karrenbauer hat die Kanzlerin vergrößert. Während die
CDU-Chefin schwieg und eine erste Einschätzung ihrem Generalsekretär überließ,
mischte sich Angela Merkel von Südafrika aus ein. Merkel kann für die Regierung
sprechen, doch ausdrücklich sprach sie für die CDU. Dafür hat sie eigentlich
kein Mandat. Sie füllte einen Leerraum aus, und das ist eine Ohrfeige für ihre
Nachfolgerin. Das weitere Krisenmanagement spricht ebenfalls nicht dafür, dass
Kramp-Karrenbauer das Heft des Handelns wieder in die Hand bekommt. Eher hilflos
wirkt die Geste, nun die beiden kleinen Partner der Linken, SPD und Grüne, in
Erfurt dazu aufzufordern, einen eigenen Kandidaten für die Wahl zum
Ministerpräsidenten aufzustellen.
So tritt Kramp-Karrenbauer an diesem Samstag nur mit der Versicherung vor den
Koalitionsausschuss, dass der CDU so etwas nicht mehr passieren soll. Besser
wäre es gewesen, die Situation bereinigt oder zumindest klare Perspektiven
aufgezeigt zu haben. Erste Erhebungen von Demoskopen in Thüringen sagen der
Union Wählerverluste im zweistelligen Prozentpunkte-Bereich voraus. Das lässt
erahnen, welche Dynamik sich gegen eine angeschlagene Vorsitzende entwickeln
kann.
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Datum: 07.02.2020 - 21:31 Uhr
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