Kommentar: Ein wichtiges Signal gegen Fußball-Chaoten
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die sonst gerne weghören. Borussia Mönchengladbach will den Platz verlassen,
wenn es noch einmal zu einer Spielunterbrechung kommt, weil Ultras gegen
jemanden hetzen, ihn anprangern und beleidigen. Bedeutet für die Praxis: Dem
Gegner überlässt man den Sieg. Möglicherweise drei verlorene Punkte, die am Ende
den Ausschlag geben können im Kampf um die Qualifikation zur Champions League.
Oder gar in der Meisterschaft. Dass man dieses Mittel überhaupt in Erwägung
zieht, zeigt, wie weit es zwischen einem Klub und den Chaoten in den eigenen
Reihen gekommen ist. Gleichwohl ist das Problem auch nicht vom einen auf den
anderen Spieltag entstanden. Besonders Ultras genießen viel Bewegungsfreiraum.
Sie sind Stimmungsmacher und sorgen für beachtete Choreografien. Auch in
Mönchengladbach wurde zu lange weggeschaut, obwohl es auch eine andere Seite
gibt. Radikale Kräfte unter den Ultras geben den Ton an und haben gemäßigtere
Gruppen immer weiter an den Rand gedrängt. Mit Fankultur haben diese Leute wenig
am Hut. Sie unterstützen nicht Borussia Mönchengladbach, sie nutzen das Stadion
als Bühne für sich selbst. Borussia hat kein Problem mit dem überwiegenden Teil
seiner Fans. Wohl aber mit einer kleinen Gruppe, die ihr eigenes Spiel spielt.
Geldstrafen haben sich bislang als komplett wirkungslos erwiesen, da die Täter
in der Regel finanziell nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Sie werden selten
identifiziert, weil sie vom Umfeld geschützt werden. Um ein Umdenken zu
erreichen, müssen sie weiter ausgegrenzt werden. Am Ende stehen mehr als Punkte
auf dem Spiel - es ist ein wichtiges Signal, dass sich Gladbach dieser
Verantwortung stellt und den Pöblern die Rote Karte zeigt.
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Datum: 27.02.2020 - 20:47 Uhr
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