Stuttgarter Gewaltexzess ist nicht vom Himmel gefallen
ID: 1825405
"Solche Ereignisse fallen nicht vom Himmel", sagt Schmitt. Vielmehr sind sie das Ergebnis einer jahrelangen Entwicklung, bei der sich nach ähnlichen Vorkommnissen der Eindruck von einem schwachen Rechtsstaat immer weiter verfestigt hat. "Diese jungen Leute der sogenannten Partyszene wissen anscheinend ganz genau, dass sie praktisch kaum mit Konsequenzen rechnen müssen."
Was in Stuttgart geschah, bestätigt die Ergebnisse einer Studie, die der dbb Hessen bereits im Februar dieses Jahres vorgestellt hatte. Gemeinsam mit Prof. Britta Bannenberg vom Lehrstuhl für Kriminologie an der Uni-Gießen, hatte der dbb Hessen das Thema "Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes" wissenschaftlich untersuchen lassen. Dafür hatten die Wissenschaftler Fragebögen von rund 2300 Befragten ausgewertet.
Die anhängende Studie belegte vor allem zwei Dinge: Zum einen hat die Gewalt gegen Beschäftige des öffentlichen Dienstes in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Zum anderen zeigt sie, dass keinesfalls nur Polizisten und Rettungskräfte betroffen sind. Vor allem Gerichtsvollzieher leisten ihren Dienst unter erschwerten Bedingungen. Aber auch Lehrer, Beamte im Justizvollzug oder in den Jobcentern und Arbeitsagenturen sehen sich zunehmend Gewalt, Bedrohungen und Beleidigungen ausgesetzt. "Und von denen, die sich in Stuttgart so dermaßen danebenbenommen haben, wird man kaum erwarten können, dass die bei Kontakt mit anderen Behörden besonnener reagieren", sagt Heini Schmitt.
Der dbb Hessen beschäftigt sich schon seit Jahren mit dem Thema Gewalt. 2018 veranstaltete der Verband ein großes Symposium, bei dem Fachleute aber auch Gewaltopfer zu Wort kamen. Zudem schloss der dbb Hessen mit den Fraktionen von CDU, SPD, Grünen und FDP im hessischen Landtag einen Pakt zum Schutz von Beschäftigten im Öffentlichen Dienst. Der Landtag plant für Ende August eine Anhörung zu diesem Thema. Dabei wird auch der dbb Hessen seine Sicht der Dinge schildern.
Pressekontakt:
Andreas Nöthen
Pressesprecher
0170 7335511
presse@dbbhessen.de
Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/112703/4631971
OTS: dbb Hessen beamtenbund und tarifunion
Original-Content von: dbb Hessen beamtenbund und tarifunion, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 23.06.2020 - 12:12 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1825405
Anzahl Zeichen: 2885
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Frankfurt
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 409 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Stuttgarter Gewaltexzess ist nicht vom Himmel gefallen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
dbb Hessen beamtenbund und tarifunion (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der dbb Hessen begrüßt die Ankündigung von Ministerpräsident Boris Rhein und Innenminister Peter Beuth (beide CDU), das Thema Beamtenalimentation nun anzupacken und die ersten Schritte mit der Haushaltsgesetzgebung 2023/2024 verabschieden zu wollen. "Es ist gut, dass die Landesregierung u
Nach Ausschreitungen: Polizei kann nicht in jedem Schwimmbad präsent sein ...
Nachdem es in einem Berliner Freibad vor wenigen Wochen zu Ausschreitungen und einer Prügelei gekommen war, rief vor allem der Boulevard nach Konsequenzen. Nun erläuterte Innenministerin Nancy Faeser (SPD) gegenüber der Bild-Zeitung, dass sie sich vorstellen könne, künftig die Polizei für di
dbb Hessen warnt vor Einmalzahlung an Stelle von echten Lohnerhöhungen ...
Der Landesvorsitzende des dbb Hessen, Heini Schmitt, warnt ausdrücklich vor eine Diskussion, wie sie nun von Bundeskanzler Olaf Scholz angestoßen wurde. Scholz hatte bei den kommenden Tarifrunden steuerfreie Einmalzahlungen an Stelle von Lohnerhöhungen ins Gespräch gebracht. "Solche MaÃ
Weitere Mitteilungen von dbb Hessen beamtenbund und tarifunion
Grünen-Modell zur Berechnung der Regelsätze: Paritätischer lobt Grünes Konzept als wichtigen Schritt zur Überwindung von Hartz IV ...
Als einen guten und wichtigen Schritt nach vorn bewertet der Paritätische Wohlfahrtsverband das heute von der Bundestagsfraktion der Grünen vorgestellte Modell für eine Neuberechnung der Regelsätze in Hartz IV und Altersgrundsicherung. Mit der Forderung nach einer armutsfesten Erhöhung der Zuwe
Bernd Gögel MdL: linksextreme Realität holt feigen Innenminister ein ...
AfD-Fraktionschef Bernd Gögel hat Innenminister Horst Seehofer (CSU) Feigheit vorgeworfen. "Die kurzfristige Absage der sonst so medienwirksam inszenierten Vorstellung des Verfassungsschutzberichts heute zeigt einmal mehr, wie weit sich das Wunschdenken von Politik und Medien inzwischen von de
Stuttgarter Krawallnacht: Wenn Werte zu Relikten werden / Leitartikel von Thomas Fricker ...
Waren es vom Alkohol und womöglich anderen Drogen enthemmte junge Männer? Waren es Vergnügungssüchtige im Corona-Frust, Schwaben oder Migranten? Ob halbstark mit Gockelgehabe oder pandemiegeschädigt - jedenfalls waren es Zeitgenossen, denen die Sicherungen durchbrannten. Es gebrach den Randalie
Kanzlerkandidatur bei der SPD ...
Dass die Behauptung, die SPD-Chefs Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans wollten den Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz als Spitzenkandidat für die Bundestagswahl verhindern, "großer Käse" sei, wie Walter-Borjans behauptet, kann man glauben, muss man aber nicht. Die früheren




