Bundesregierung muss langfristige Ziele für Offshore-Windenergie festlegen
ID: 1827450
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert den Bundestag auf, bei der morgigen ersten Lesung des Wind-auf-See-Gesetzes die Anhebung der Ausbauziele für die Offshore-Windenergie auf 20 Gigawatt in 2030 sowie 40 Gigawatt in 2040 auf den Weg zu bringen. Eine frühzeitige Festlegung von Ausbauzielen ist notwendig, um bei der derzeit laufenden Fortschreibung der Meeresraumordnung den Klimaschutz fest zu verankern. Es müssen alle Nutzungsansprüche auf dem Tisch liegen und zugleich die Erfordernisse des Naturschutzes beachtet werden. Nur dann kann im Rahmen der Raumordnung eine angemessene Flächenausweisung erfolgen. Falls nötig, müssen andere Nutzungen zugunsten von Klima- und Naturschutz reduziert werden.
Dazu Ulrich Stöcker, Leiter Naturschutz der DUH: "Es besteht jetzt die Chance, die langfristigen Ziele in die laufende Raumordnung zu integrieren und so frühzeitig eine mögliche Überlastung der Meeresnatur zu erkennen und zu vermeiden. Statt die klimafreundliche Offshore-Windenergie zu beschneiden, müssen andere Nutzungen zurückgefahren werden. Eine Reduktion umweltbelastender Nutzungen wie Fischerei sowie Förderung von Kies, Öl und Gas sind notwendig, um den notwendigen Raum für Offshore-Windenergie und Naturschutz zu schaffen."
Zum Finanzierungsmodell der Offshore-Windenergie ergänzt Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz der DUH: "Offshore-Windenergie ist eine Schlüsseltechnologie für den Klimaschutz. Um das notwendige Ausbauziel von 40 Gigawatt bis 2040 zu erreichen, brauchen wir ein verlässliches Finanzierungsmodell, das Investoren die notwendige Sicherheit gibt und gleichzeitig die Belastung der Verbraucher minimiert. So genannte Differenzverträge sind hier das beste Modell. Der Bundestag muss im Wind-auf-See-Gesetz nachbessern und die im Entwurf enthaltene zweite Gebotsrunde zugunsten des Differenzmodells streichen."
Naturverträgliche Flächenpotentiale können zudem durch eine gemeinsame Planung der europäischen Nachbarn gehoben werden. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft sowie der zeitgleiche Vorsitz bei der North Seas Energy Cooperation sind eine ideale Gelegenheit, um eine gemeinsame Nordsee-Offshore-Strategie anzustoßen. Eine Kooperation mit den europäischen Nachbarn erleichtert die stärkere Berücksichtigung und damit den Schutz von Habitaten und Arten.
Das Modell der Differenzverträge senkt das Risiko für Windkraftbetreiber, weil es eine Mindestvergütung garantiert. Die höhere Finanzierungssicherheit macht es wahrscheinlicher, dass die Ausbauziele auch erreicht werden. Gleichzeitig sinkt das Risiko für Staat und Verbraucher, weil die Windkraftbetreiber die Mehreinnahmen bei höherem Börsenstrompreis an den Staat zurückzahlen.
Link:
- Zur DUH-Position "Lösungsansätze für die Offshore-Windenergie": https://www.duh.de/duh-energiewende/klimafreundliche-energie/ - DUH-Stellungnahme zum Entwurf für ein Gesetz zur Änderung des Windenergie-auf-See-Gesetzes: http://ots.de/NPDWCu
Pressekontakt:
Ulrich Stöcker, Leiter Naturschutz
030 2400867-13, stoecker@duh.de
Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz
0160 4334014, zerger@duh.de
DUH-Pressestelle:
Matthias Walter, Marlen Bachmann, Thomas Grafe
030 2400867-20, presse@duh.de http://www.duh.de,
http://www.twitter.com/umwelthilfe, http://www.facebook.com/umwelthilfe,
http://www.instagram.com/umwelthilfe
Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/22521/4639717
OTS: Deutsche Umwelthilfe e.V.
Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 01.07.2020 - 11:28 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1827450
Anzahl Zeichen: 4004
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Energie & Umwelt
Diese Pressemitteilung wurde bisher 320 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Bundesregierung muss langfristige Ziele für Offshore-Windenergie festlegen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsche Umwelthilfe e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Luftverschmutzung ist weiterhin das größte umweltbedingte Gesundheitsrisiko in Europa. Laut europäischer Umweltagentur sterben jedes Jahr allein in Deutschland mehrere zehntausend Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung. Im Jahr 2030 treten neue, strengere Grenzwerte in Kraft. Angesichts d
Rechtswidrige Abschaffung von Tempo 30 in Berlin: Deutsche Umwelthilfe reicht neue Klage zur Saarstraße ein ...
- DUH startet Hauptsacheverfahren gegen Abschaffung von Tempo 30 in der Friedenauer Saarstraße - Berliner Senatsverwaltung will trotz verlorenem Eilverfahren an Tempo 50 festhalten - DUH ruft berlinweit Menschen auf, sich für den Erhalt von Tempo 30 und gegen die Rückabwicklung der Verkehrs
Neuer Bericht belegt: Kaffee in Deutschland mit verbotenen Pestiziden belastet ...
- Bericht zeigt deutliche Pestizid-Belastung beim Anbau von konventionellem Kaffee: 159 Pestizid-Wirkstoffe kommen zum Einsatz - Mehr als die Hälfte der eingesetzten Pestizide sind in der EU verboten, mit gravierenden Folgen für die Gesundheit von Arbeitenden, die Artenvielfalt und die Umwelt
Weitere Mitteilungen von Deutsche Umwelthilfe e.V.
Drei auf einen Streich! ...
Forchheim / Unterschleißheim, 30.06.2020: Die energetische Sanierung in seinen Liegenschaften, wurde im Landkreis Forchheim schon mehrere Jahre diskutiert. Im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung wurde schließlich das wirtschaftlichste Angebot für die Versorgung für zwei Gymnasien und das L
Hochrein, zuverlässig, ergonomisch ...
LAUDA, der Weltmarktführer für Temperiergeräte und -anlagen zur exakten Temperaturerzeugung, ergänzt sein Portfolio an Laborgeräten um die Gerätelinie der LAUDA Puridest Destillierapparate. Die Geräte mit dem Prädikat »GFL Technology« produzieren ein hochreines, gasarmes, keim- und pyrogen
12 neue Mitglieder: BDH erweitert Fachabteilung Abgastechnik / Verband stärkt Interessensvertretung für Abgassysteme / Initiative Pro Schornstein (IPS) geht in BDH auf ...
Der BDH begrüßt mit Wirkung zum heutigen Tage zwölf neue Mitgliedsunternehmen in seinen Reihen. Zuvor hatte sich die Mitgliederversammlung des BDH im Rahmen einer außerordentlichen Sitzung für die Aufnahme ausgesprochen. Die neuen Mitglieder produzieren Keramikschornsteine oder Elemente für so
Siedle: Neuer Kooperationspartner für das E-Handwerk ...
Die FEU Fördergesellschaft elektrotechnischer Unternehmen mbH hat ab 1. Juli 2020 einen neuen Kooperationspartner: Die S. Siedle & Söhne Telefon- und Telegrafenwerke OHG ist einer der führenden Hersteller von Gebäudekommunikationstechnik mit Sitz in Furtwangen im Schwarzwald. Die Mitglieder




