Debatte um türkische Gymnasien geht an der Realität vorbei
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Debatte um türkische Gymnasien geht an der Realität vorbei
"Gerade die Bundesregierung sollte sich mit Ratschlägen und Schuldzuweisungen gegenüber Erdogan allerdings zurückhalten. Es ist verlogen mit Begriffen wie 'Parallelgesellschaft' von gezielter sozialer Ausgrenzung abzulenken. Die bisherigen Bundesregierungen sind wesentlich dafür verantwortlich, dass die Migrantinnen und Migranten von den sozialen Problemen im Bildungssystem stärker betroffen sind, dass sie diskriminiert und ausgegrenzt werden.
Wer Ausgrenzung und Diskriminierung verhindern will, muss die sprachliche Entwicklung von Kindern mit Migrationshintergrund verbessern. Das bedeutet, sich für einen Rechtsanspruch auf kostenlose Kita- und Kindergartenplätze einzusetzen, und dies nicht erst für Kinder ab drei Jahren, sondern bei Bedarf auch schon früher. Wer die miserable Bildungssituation von Migrantinnen und Migranten kritisiert, muss Gemeinschaftsschulen bis zur Klasse 10 als Regelschulen und zudem individuelle Förderung anbieten. Wer die mangelnde Ausbildung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund kritisiert, muss die Konkurrenz auf dem Ausbildungsmarkt durch eine gesetzliche Ausbildungsplatzumlage entschärfen.
Und wer sich daran stört, dass die Erdogan in Deutschland Beifall für seine Forderung erhält, muss endlich den Weg ebnen für Gleichberechtigung und Partizipation. Die Regierungsfraktionen können heute damit anfangen, indem sie im Bundestag unserem Antrag zur Einführung des Kommunalen Wahlrechts für Drittstaatsangehörige zustimmt."
F.d.R. Christian Posselt
Pressesprecher
Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
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Telefax +4930/227-56801
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Datum: 25.03.2010 - 22:47 Uhr
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