Terror in Moskau: Schock und politische Herausforderung

Terror in Moskau: Schock und politische Herausforderung

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Terror in Moskau: Schock und politische Herausforderung



(pressrelations) -
Zu den heutigen blutigen Selbstmordanschlaegen in der Moskauer Metro erklaert der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Gernot Erler:

Mit grosser Erschuetterung haben wir die Nachricht aus Moskau aufgenommen, dass heute morgen waehrend des Berufsverkehrs bei zwei Selbstmordanschlaegen in der Moskauer Metro mindestens 35 unschuldige Menschen ums Leben gekommen sind und mehr als 40 verletzt wurden. Unsere Gedanken sind bei den Betroffenen, ihren Angehoerigen und der geschockten Bevoelkerung der russischen Hauptstadt.

Seit 1977 hat es neun Anschlaege auf die U-Bahn in Moskau mit nun insgesamt 95 Toten gegeben, die letzten vor den heutigen im Jahr 2004. Taeglich benutzen sieben Millionen Menschen die Metro, hauptsaechlich, um zur Arbeit zu kommen. Bei vergleichbaren Anschlaegen fuehrten die Spuren zu den ungeloesten Konflikten im Kaukasus, aus dem fast taeglich Nachrichten ueber Gewaltakte die Oeffentlichkeit erreichen. In ersten Reaktionen vor Ort wird derselbe Ursprung bei den beiden mutmasslichen Selbstmordattentaeterinnen angenommen, auch wenn noch keine konkreten Erkenntnisse vorliegen.

Der Separatismus und Extremismus mit islamistischem Hintergrund im Nordkaukasus laesst sich ganz offensichtlich mit Sicherheitsmassnahmen allein nicht unter Kontrolle bringen.
Immer wieder passieren schreckliche Anschlaege - vor Ort und anderswo in Russland. Die meisten davon bleiben unaufgeklaert, wie auch der blutige Anschlag auf den Schnellzug "Newski Express" zwischen Moskau und St. Petersburg im vergangenen November mit 26 Toten und ueber 100 Verletzten.

Zu einer breit angelegten politischen Strategie der Verbesserung der Lebensverhaeltnisse und des politischen Dialogs in den nordkaukasischen Regionen gibt es fuer Moskau keine ueberzeugende Alternative. Um sich auf die Wirksamkeit eines solchen politischen Ansatzes konzentrieren zu koennen, liegt eine Normalisierung und Stabilisierung der Situation im gesamten Kaukasus objektiv im Interesse Russlands. Dazu gehoert auch das russisch-georgische Verhaeltnis. In Moskau weiss man, zu welchen Beitraegen die EU und Deutschland in diesem Kontext bereit sind.


Noch laengst nicht werden hier alle Moeglichkeiten genutzt, von denen auch positive Impulse auf die unruhigen Regionen des Nordkaukasus ausgehen koennen. Und die Zeit draengt: Denn die olympischen Winterspiele von 2014 werden nicht weit von den Unruheregionen in Sotschi am Ufer des Schwarzen Meeres stattfinden.


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Datum: 29.03.2010 - 18:47 Uhr
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