Umweltfreundliche Schmierstoffadditive aus nachwachsenden Rohstoffen
Vier Partner entwickeln eine biobasierte Alternative für Verdickungs- und Bindemittel in Schmierstoffen
Schmierstoffe werden eingesetzt, um bei Maschinen Reibung und Verschleiß zu verringern. Außerdem können sie zur Kühlung beitragen, finden als Dichtungsmittel Anwendung oder schützen vor Korrosion. Ebenso kommen Gleitlacke vielfältig zum Einsatz, beispielsweise in Schraubverbindungen, Schlössern von Sicherheitsgurten oder Scharnieren, aber auch an Türverkleidungen, Abdeckblenden oder Ledersitzen im Auto, um Störgeräusche wie Quietschen und Knarzen während der Autofahrt zu vermeiden. Die besondere Eigenschaft von Gleitlacken besteht darin, dass sie eine dünne trockene Gleitschicht bilden, die die Reibung und den Verschleiß aneinanderstoßender Oberflächen verringert. Damit Schmiermittel im Allgemeinen auch in unterschiedlichsten Einsatzfeldern eine optimale Leistung erbringen, werden ihnen Additive wie Verdickungs- oder Bindemittel zugesetzt. Diese sind jedoch in der Regel aktuell noch Erdöl-basiert.
Die Partner im Projekt ?PHAt? entwickeln umweltverträgliche Verdicker und Bindemittel auf Basis einer Stoffklasse von natürlich vorkommenden Biopolymeren, sogenannten Polyhydroxyalkanoaten (PHA). Die PHA stammen dabei aus speziellen Mikroorganismen, die diese Moleküle als Speicherstoff herstellen. Nach vielen Optimierungsschritten der PHA-Produktion haben die Projektpartner inzwischen die Schwelle zum halbtechnischen Maßstab erreicht, der in absehbarer Zeit sogar wirtschaftlich durchgeführt werden kann. In einem nachfolgenden Schritt werden die PHA chemisch modifiziert, um deren Eigenschaften zu variieren und zu optimieren. In mehreren Anwendungstest belegten die Projektpartner nun, dass die modifizierten PHA eine gute Verdicker- und Vernetzerwirkung zeigen.
Projektkoordinatorin Dr. Inna Bretz vom Fraunhofer UMSICHT erklärt: ?Da die Ergebnisse so positiv ausfallen, planen wir bereits, unsere Zusammenarbeit auch nach Abschluss der Förderperiode fortzusetzen.?
Außer dem Forschungsinstitut Fraunhofer UMSICHT beteiligen sich am Projekt die Fritzmeier Umwelttechnik GmbH & CO. KG für die biotechnologische Herstellung von PHA sowie die UnaveraChemLab GmbH für die chemische PHA-Modifikation. Das Großunternehmen FUCHS Schmierstoffe GmbH prüft, in Zusammenarbeit mit der FUCHS LUBRITECH GmbH, die Anwendung der neuen Verdickungs- und Bindemittel in Schmierstoffen und Gleitlacken und will diese schlussendlich auch vermarkten.
Das Projekt wird im Rahmen der Bioschmierstoff-Tagung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. am 17. und 18. Juni 2020 in Braunschweig vorgestellt werden. Die Projektpartner werden seit Oktober 2017 für drei Jahre im Rahmen der Fördermaßnahme ?Maßgeschneiderte biobasierte Inhaltsstoffe für eine wettbewerbsfähige Bioökonomie? durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 1,25 Millionen Euro gefördert. Initiiert wurde das Projekt innerhalb des Kooperationsnetzwerks ?BioPlastik?, das durch die IBB Netzwerk GmbH gemanagt wird.
Projekt-Webseite: www.phat-projekt.de
Die Industrielle Biotechnologie Bayern Netzwerk GmbH (IBB Netzwerk GmbH) versteht sich als Organisation zur Förderung der Realwirtschaft mit dem Ziel, die Umsetzung wertvoller wissenschaftlicher Erkenntnisse auf dem Gebiet der Industriellen Biotechnologie in innovative, marktfähige Produkte und Verfahren zu katalysieren. Die IBB Netzwerk GmbH betreibt das Management und die Koordination des IBB-Netzwerks. Im Netzwerk werden die Kompetenzen und das Potential von Mitgliedern aus Großindustrie, kleinen und mittelständischen Unternehmen, Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Wirtschaftsförderern, Beratern und Verbänden gebündelt und für das Ziel der Stärkung und der Verbreitung der Industriellen Biotechnologie mobilisiert. Weitere Informationen unter www.ibbnetzwerk-gmbh.com.
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Die Industrielle Biotechnologie Bayern Netzwerk GmbH (IBB Netzwerk GmbH) versteht sich als Organisation zur Förderung der Realwirtschaft mit dem Ziel, die Umsetzung wertvoller wissenschaftlicher Erkenntnisse auf dem Gebiet der Industriellen Biotechnologie in innovative, marktfähige Produkte und Verfahren zu katalysieren. Die IBB Netzwerk GmbH betreibt das Management und die Koordination des IBB-Netzwerks. Im Netzwerk werden die Kompetenzen und das Potential von Mitgliedern aus Großindustrie, kleinen und mittelständischen Unternehmen, Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Wirtschaftsförderern, Beratern und Verbänden gebündelt und für das Ziel der Stärkung und der Verbreitung der Industriellen Biotechnologie mobilisiert. Weitere Informationen unter www.ibbnetzwerk-gmbh.com.
Datum: 03.11.2020 - 13:16 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1856963
Anzahl Zeichen: 4512
Kontakt-Informationen:
Stadt:
München
Kategorie:
Biotechnologie
Diese Pressemitteilung wurde bisher 1651 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Umweltfreundliche Schmierstoffadditive aus nachwachsenden Rohstoffen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Industrielle Biotechnologie Bayern Netzwerk GmbH (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Das Innovationsnetzwerk Food & Nutrition – Innovationen für eine nachhaltige Lebensmittelkette wurde im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) offiziell in die zweite Förderphase aufgenommen. Die Bewilligung durch den Projektträger VDI/VDE-IT im Auftrag des Bundesminist
Bottlenecks of Novel Foods: Lösungswege zu neuen Technologien ...
Am 27. Juni 2024 fand die Auftaktveranstaltung des Cross-Cluster-Projektes „Bottlenecks of Novel Foods“, ein gemeinsames Projekt des Clusters Ernährung und des Clusters Industrielle Biotechnologie (gemanagt von der IBB Netzwerk GmbH), im House of Communication in München statt. Das Projekt zie
Das Netzwerk„SusMat - Nachhaltige Materialien“ geht in die zweite Förderphase ...
Die IBB Netzwerk GmbH freut sich, den Start der zweiten Phase des Innovationsnetzwerks „Nachhaltige Materialien“ (SusMat) bekanntzugeben. Das Netzwerk wird im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert und zielt d
Weitere Mitteilungen von Industrielle Biotechnologie Bayern Netzwerk GmbH
Synapsen im Schnelldurchgang screenen ...
Psychiatrische und neurodegenerative Erkrankungen verursachen jährlich weltweit Kosten in Höhe von mehreren Milliarden Euro. Oftmals sind bei den zahlreichen neuropsychiatrischen Patienten die synaptischen Verschaltungen im Gehirn sowie deren Verteilung gestört. Die SYSTASY Bioscience GmbH strebt
Bayerische Wirtschaft profitiert von einer nachhaltigenÖkonomie ...
Gestern Abend lud die Industrielle Biotechnologie Bayern Netzwerk GmbH (IBB Netzwerk GmbH, https://www.ibbnetzwerk-gmbh.com) zum Parlamentarischen Abend für die Fraktion der Freien Wähler ins Wirtshaus in der Au nach München ein. Unter dem Titel "Industrielle Biotechnologie in Bayern ? Inn
Zwei prominente Sprecher für das neue Cluster Industrielle Biotechnologie berufen ...
Der Wonnemonat beginnt mit einem freudigen Auftakt für das Cluster Industrielle Biotechnologie: Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, beruft gleich zwei prominente Vertreter aus Industrie und Akademie zu ehrenamtlichen Sprechern. Dr. Günter von
Vernetzung in der Biotechnologie und Medizintechnik ...
Im Juni gab es grünes Licht vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie für die Förderung des ZIM-Innovationsnetzwerks ?Biokompatible IoT-Lösungen in Biotechnologie und Medizintechnik? (?BioMed-IoT?). Mit etwa 156.000 ? werden die Netzwerkpartner für zunächst ein Jahr gefördert, um inno




