Mexico City Policy außer Kraft: Biden-Regierung muss enormen Rückstand aufholen

Mexico City Policy außer Kraft: Biden-Regierung muss enormen Rückstand aufholen

ID: 1877344
(ots) - DSW: "Die Aufhebung der Global Gag Rule wird tausenden Mädchen und Frauen das Leben retten."

Heute hat US-Präsident Joe Biden die sogenannte Mexico City Policy außer Kraft gesetzt. Aufgrund der Richtlinie - auch Global Gag Rule genannt - wurden vielen Organisationen, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten, sich für deren Legalisierung einsetzen oder Frauen dazu beraten, während der Trump-Präsidentschaft US-amerikanische Entwicklungsgelder vollständig gestrichen. In der Folge fehlte auch zahlreichen Projekten, die nichts mit Schwangerschaftsabbrüchen zu tun haben, die Finanzierung.

Die Mexico City Policy wurde erstmals 1984 von dem damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan eingeführt. Seither wurde sie von demokratischen Präsidenten jeweils ausgesetzt und von republikanischen stets wieder eingeführt. Nicht-US-amerikanische Organisationen, die sich im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit für sexuelle und reproduktive Gesundheit einsetzen, mussten während der Trump-Präsidentschaft die dringend benötigten Aktivitäten zur Sexualaufklärung und Versorgung mit Verhütungsmitteln massiv einschränken oder gar ganz einstellen. Das bedeutet, dass sich Millionen Mädchen und Frauen nicht mehr vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen konnten. Bei unbeabsichtigten Schwangerschaften wurde ihnen der Zugang zu sicheren Abbrüchen zusätzlich erschwert. Insbesondere für Teenager sind diese Angebote lebenswichtig: Schwangerschaften und unsichere Abtreibungen sind weltweit die häufigste Todesursache für 15- bis 19-Jährige.

Dazu sagt Jan Kreutzberg, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW): "Wir freuen uns sehr über diese wegweisende Entscheidung des neuen US-Präsidenten Joe Biden. Die Aufhebung der Global Gag Rule wird tausenden Mädchen und Frauen das Leben retten. Dennoch kommt die Entscheidung für viele Mädchen und Frauen, die Leidtragende der Global Gag Rule waren, zu spät. Denn die Richtlinie hatte verheerende Auswirkungen für sie und ihren künftigen Lebensweg. Leider ist genau das eingetreten, was im Vorfeld auch schon durch wissenschaftliche Studien belegt war: Die Mexico City Policy hat die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche nicht reduziert. Im Gegenteil: Sie ist gestiegen und mit ihr insbesondere die Zahl unsicherer Abbrüche."



Der Anteil der unbeabsichtigten Schwangerschaften weltweit, die mit einem Abbruch enden, lag seit 1990 bei rund 51 Prozent. In der Zeit von 2015 bis 2019 stieg der Anteil auf 61 Prozent.

"Die Bundesregierung hat ihre Entwicklungszusammenarbeit im Bereich sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte in den letzten Jahren aufgestockt. Mit diesen Erhöhungen wurden insbesondere Organisationen wie IPPF (International Planned Parenthood Federation) oder MSI Reproductive Choices unterstützt, die von der Global Gag Rule besonders betroffen waren. Die Aufhebung der Global Gag Rule darf nicht dazu führen, dass Deutschland nun weniger tut. Stattdessen muss sich Deutschland gemeinsam mit den USA und anderen gleichgesinnten Staaten verstärkt dafür einsetzen, dass die enormen Rückstände in diesem Bereich aufgeholt werden. Jede Frau und jedes Mädchen muss über den eigenen Körper entscheiden können, jede Schwangerschaft soll gewollt und jede Geburt sicher sein," sagt DSW-Geschäftsführer Kreutzberg.

Die DSW entschied im Herbst 2017 Projektverträge, die eine Anerkennung der Global Gag Rule verlangt hätten, nicht zu unterschreiben. Dies wirkte sich spürbar z.B. auf die Arbeit der DSW in Kenia aus. Allein für das Jahr 2018 fielen dort Fördermittel aus dem US-Gesundheitsprogramm in Höhe von 600.000 US-Dollar weg.

Weitere Informationen

Guttmacher: Unintended Pregnancy and Abortion Worldwide (https://www.guttmacher.org/sites/default/files/factsheet/fb_iaw.pdf) (Juli 2020)

DSW-Blogbeitrag: Wie sich die Global Gag Rule auf das Leben von Mädchen und Frauen in Kenia auswirkt (https://www.dsw.org/auswirkungen-global-gag-rule-kenia/) (Mai 2018)

DSW-Meldung: Global Gag Rule: Gravierende Auswirkungen auf die Arbeit der DSW (h ttps://www.dsw.org/global-gag-rule-gravierende-auswirkungen-auf-die-arbeit-der-d sw/) (Januar 2018)

Über die DSW

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ihr Ziel ist es, zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Daher unterstützt sie junge Menschen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Sexualität und Verhütung zu treffen. Gleichzeitig bringt sie sich auf nationaler und internationaler Ebene in politische Entscheidungsprozesse in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung und Gleichstellung der Geschlechter ein.

Diese Pressemitteilung können Sie sich hier (https://www.dsw.org/wp-content/uplo ads/2021/01/DSW_PM_Mexico-City-Policy_01_2021.pdf) als PDF herunterladen.

Pressekontakt:

Anke Witte
Pressesprecherin | Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)
Hindenburgstr. 25 | 30175 Hannover
Telefon: 0511 94373-32 | Fax: 0511 94373-73
E-Mail: mailto:anke.witte@dsw.org
Internet: http://www.dsw.org

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/24571/4824689
OTS: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)

Original-Content von: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Caritas international: Maximale Flexibilität und Qualität für die Gesundheitsbranche: / Düsseldorfer PRO-VIVET GmbH expandiert mit PRO-VIVET MINIS (FOTO)
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 28.01.2021 - 20:02 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1877344
Anzahl Zeichen: 5524

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Hannover



Kategorie:

Soziales



Diese Pressemitteilung wurde bisher 664 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Mexico City Policy außer Kraft: Biden-Regierung muss enormen Rückstand aufholen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Deutsche Stiftung Weltbev (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Jede zweite HIV-Infektion trifft eine Frau / Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW): Bundesregierung darf im Kampf gegen Aids nicht nachlassen (FOTO) ...
Jede Minute stirbt ein Mensch in Verbindung mit Aids, jede zweite Minute wird eine junge Frau mit HIV infiziert. "In Afrika südlich der Sahara ist die Gefahr, sich mit HIV zu infizieren, für Mädchen und junge Frauen fast dreimal so hoch wie für Jungen und Männer", erklärt Jan Kreut

Unsichere Schwangerschaftsabbrüche sind eine der häufigsten Todesursachen bei jungen Frauen / Mit der Legalisierung sinkt die Müttersterblichkeit - die Abtreibungsrate steigt aber nicht an ...
Weltweit sind Komplikationen bei Schwangerschaft und Entbindung die häufigste Todesursache bei 15- bis 19-jährigen Mädchen, oft in Folge eines unsicheren Schwangerschaftsabbruchs. Jedes Jahr unterziehen sich fast 4 Millionen Mädchen in dieser Altersgruppe unsicheren Schwangerschaftsabbrüchen;

Ein globales Netzwerk für die Aufklärung / Vor 15 Jahren wurde in Deutschland der Weltverhütungstag ins Leben gerufen - Ein Interview mit der Initiatorin ...
Jedes Kind, das in diese Welt geboren wird, sollte gewollt und geliebt sein. Dieses große Ziel war und ist der Grundgedanke des Weltverhütungstages, den Heike Prinz 2007 in ihrer damaligen Rolle in der Frauengesundheitssparte mit initiiert hat und der seit dem jedes Jahr am 26. September begange


Weitere Mitteilungen von Deutsche Stiftung Weltbev


Caritas international: "Die humanitäre Katastrophe in Manaus ist trauriges Ergebnis einer politischen Strategie" ...
Manaus zum zweiten Mal Covid-Hotspot - Caritas international hilft vor Ort - Vorsätzliche politische Untätigkeit kostet tausende Menschenleben - Gesundheitssystem zusammengebrochen Das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, Caritas international, blickt äußerst sorgenvoll nach Brasilien, wo

Starthilfe für Frauen in Burkina Faso - Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Fegebank übernimmt Schirmherrschaft für AMPO-Projekt (FOTO) ...
Das Schicksal vor allem der Frauen im westafrikanischen Burkina Faso, einem der ärmsten Länder der Welt, lässt Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank nicht kalt. Daher ergreift die Grünen-Politikerin jetzt die Initiative - und übernimmt die Schirmherrschaft für das AMPO-Projekt &q

Mosambik: Caritas international leistet Nothilfe ...
Tropensturm "Eloise" macht Zehntausende obdachlos - Caritas international stellt 100.000 Euro Soforthilfe bereit - Die Menschen haben sich vom Zyklon "Idai" noch nicht erholt - Mosambik immer häufiger von Wetterkatastrophen betroffen Caritas international stellt 100.000 Euro fÃ

Kinder und Frauen in Zentralafrika fliehen ins SOS-Kinderdorf (FOTO) ...
Über 400 Menschen haben im SOS-Kinderdorf Bouar in der Zentralafrikanischen Republik Zuflucht vor massiven Gefechten gesucht. Zum größten Teil handle es sich um Kinder und Frauen. "Sie benötigen Nahrung, Schutz, Sicherheit und zum Teil medizinische Versorgung", sagt Anatole Ngassenemo,


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z