Das "User Tests"-Projekt: Digitale Barrierefreiheit gemeinsam entwickeln
ID: 1927941
Institut für Digitale Teilhabe der Hochschule Bremen setzt darauf, Menschen mit Beeinträchtigungen von Anfang an in die Entwicklungsprozesse einbeziehen
Genau hier setzt das auf fünf Jahre angelegte und mit 2,5 Millionen Euro ausgestattete Projekt „Digitale Barrierefreiheit im Arbeitsleben durch partizipative Evaluation“ der Hochschule Bremen - genauer des Instituts für Digitale Teilhabe (IDT) - an: Software kann nur dann barrierefrei entwickelt werden, wenn von Beginn an alle über „User Tests“ beteiligt werden, die später mit der Software arbeiten sollen - vor allem Menschen mit Beeinträchtigungen. Projektstart ist im Januar 2022. Projektpartner ist Dataport, der Informations- und Kommunikations-Dienstleister der öffentlichen Verwaltung für die vier Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Sachsen-Anhalt sowie für die Steuerverwaltungen in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Mit dem Geld werden für die fünfjährige Projektlaufzeit (2022 bis 2026) bis zu zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die notwendige Infrastruktur finanziert.
Prof. Henning Lühr, Leiter des IDT: „Wir freuen uns als Institut, dass wir dieses Projekt zum Anfang des Jahres 2022 starten können. Wir betreten damit bundesweit Neuland! Ein neues Beispiel für E-Government made in Bremen! Herzlichen Dank für die Unterstützung an das Amt für Versorgung und Integration und Staatsrat Martin Hagen.“ Sein Kollege Prof. Dr. Benjamin Tannert, gleichfalls Leiter des IDT und Professor für angewandte Medieninformatik in der Fakultät Elektrotechnik und Informatik an der Hochschule Bremen, ergänzt: „Ich bin sehr stolz darauf, dass unser Institut dieses große und zukunftsweisende Projekt durchführen darf. Wir werden gemeinsam mit Menschen mit Einschränkungen versuchen, ihren individuellen Bedarf in die Entwicklungs- und Verbesserungsprozesse digitaler Inhalte und Medien einzubringen und dadurch die Teilhabe für alle im digitalen Raum zu verbessern.“
Bei den geplanten Beteiligungsverfahren konzentriert sich das Projekt auf Software, die von Beschäftigten der öffentlichen Verwaltung genutzt wird. Einerseits wird in der öffentlichen Verwaltung der Prozess der Digitalisierung derzeit unter anderem durch das Online-Zugangsgesetz deutlich beschleunigt. Andererseits arbeiten im öffentlichen Dienst viele Menschen mit Beeinträchtigungen, die für ihre Tätigkeiten auf digitale Barrierefreiheit angewiesen sind. Das gemeinsame Ziel: Integration von Menschen mit Behinderungen in die digitale Arbeitswelt und damit die Teilhabe selbstverständlich ermöglichen.
Zunächst wird eine Gruppe von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen zusammengestellt, die in der Lage sind, die Nutzbarkeit („Usability“) und Barrierefreiheit („Accessibility“) digitaler Systeme, Software und Medien systematisch zu prüfen und zu beurteilen. Diese Gruppe wird von den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Instituts für Digitale Teilhabe der Hochschule Bremen, ebenfalls mit Behinderungen, organisiert und unterstützt. Für die systematische Durchführung der Tests wird an der Hochschule Bremen ein Test-Labor mit entsprechender Infrastruktur aufgebaut.
Es folgt die Entwicklung und Erweiterung von Evaluations- und Test-Verfahren: Die Aussagekraft vorhandener Tests auf Barrierefreiheit ist beschränkt, schon weil diese Tests häufig nur für Webseiten und nicht für Software oder interaktive Systeme gedacht sind. Zudem zielen sie weder auf eine umfassende Usability und Accessibility für unterschiedliche Nutzer*innen, noch berücksichtigen sie verschiedene Einsatzszenarien oder die Komplexität moderner Software und anderer digitaler Technologien. Einen wesentlichen Teil des geplanten Projekts stellt daher die Entwicklung und Erprobung realitätsnaher, von Menschen mit Behinderungen durchgeführter Testverfahren dar.
Zusätzlich Parallel werden realitätsnahe Evaluations- und Testverfahren entwickelt, die bereits während der Entwicklungsprozesse eingesetzt und von Menschen mit Behinderung durchgeführt werden können.
Entscheidend für Nutzbarkeit und Barrierefreiheit sind einschlägige Anforderungen, die vor oder zumindest möglichst früh im Entwicklungsprozess formuliert und zwischen allen Beteiligten abgestimmt werden müssen. Die durch Testverfahren und Entwicklungsbegleitung erworbenen Erfahrungen sollen systematisch als „Accessibility“-Anforderungen erfasst werden. Zudem kann durch das Projekt eine Beratung bei der Erhebung und Analyse von einschlägigen Anforderungen erfolgen.
Durch die geplante Zusammenarbeit der „Testpersonen“ mit Software- und System-Entwicklerinnen und -Entwicklern wird auch ein größeres Bewusstsein für die spezifischen Anforderungen von Menschen mit Behinderungen an digitale Technologien und digitale Medien geschaffen.
Projektleiterin Dr. Irmhild Rogalla, gleichfalls Leiterin des IDT, formuliert abschließend ihre Erwartungen an das Projekt so: „Ich freue mich außerordentlich, dass das ,User Tests‘-Projekt zustande gekommen ist. Wie Prof. Tannert schon sagt: Menschen mit Beeinträchtigungen gestalten in diesem Projekt die digitale Arbeitswelt mit. Ich erhoffe und erwarte von dem Projekt auch einen weiteren Schub in Richtung Empowerment und Partizipation, speziell in der Entwicklung digitaler Systeme.“
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 21.09.2021 - 11:04 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1927941
Anzahl Zeichen: 6450
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bremen
Kategorie:
Bildung & Beruf
Diese Pressemitteilung wurde bisher 358 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Das "User Tests"-Projekt: Digitale Barrierefreiheit gemeinsam entwickeln"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Hochschule Bremen (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Eltern spielen im Prozess der Berufs- und Studienorientierung ihrer Kinder häufig eine besondere Rolle. Sie sind oft erste Ansprechpartner:innen und wichtige Ratgebende. Die Zentrale Studienberatung der Hochschule Bremen lädt Eltern am Montag, 19.02.2024 um 17:30 Uhr zu einem Online-Vortrag zu dem
Bis zum 11. Februar zur Studienorientierungschallenge anmelden ...
In zehn Wochen dem Traumstudium Schritt für Schritt näherkommen: Das bietet die Studienorientierungschallenge der Zentralen Studienberatung der Hochschule Bremen (HSB). Los geht es am Montag, 12. Februar 2024. Eine Anmeldung ist bis Sonntag, 11. Februar 2024, möglich. Das Angebot ist kostenfrei
Annika Maschwitz wird neue Konrektorin für Studium, Lehre und Internationalisierung der HSB ...
Die Hochschule Bremen (HSB) bekommt mit Prof. Dr. Annika Maschwitz eine neue Konrektorin für Studium, Lehre und Internationalisierung. Der Akademische Senat (AS) hat dem Beschluss des Rektors am Dienstag, 6. Februar 2024, in einer Sondersitzung mit großer Mehrheit zugestimmt. Die Amtszeit beträgt
Weitere Mitteilungen von Hochschule Bremen
Der Countdown läuft: Es ist Zeit für Action! / Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik startet in eine neue Runde (FOTO) ...
Was hat der Klimawandel eigentlich mit mir zu tun? Welchen Einfluss hat mein Konsumverhalten auf Menschen in anderen Teilen der Welt? Und wie kann ich selbst einen Beitrag dazu leisten, die Zukunft unserer EINEN WELT nachhaltiger und gerecht zu gestalten? Fragen, auf die es Antworten braucht und g
Nominiert für den Deutschen Kita-Preis 2022: / 25 Kitas und 15 lokale Bündnisse sind eine Runde weiter! ...
Rund 1.200 Bewerbungen deutschlandweit/ 25 Kitas und 15 lokale Bündnisse sind für den fünften Deutschen Kita-Preis nominiert/ Die Auszeichnung ist mit insgesamt 130.000 Euro dotiert Von rund 1.200 Bewerbungen haben es 25 Kitas und 15 Initiativen unter die Nominierten geschafft. Bereits zum fü
Inspirierende Bildungserlebnisse ...
Der Startschuss ist gefallen: Viele neue Studierende haben am Graduate Campus Hochschule Aalen und an der Graduate School Ostwürttemberg mit ihrem berufsbegleitenden Studium begonnen. Stellvertretend für das Rektorat begrüßte Prof. Dr. Ingo Scheuermann die Studienanfänger und Studienanfängerin
Seine Verbesserungsvorschläge optimieren Prozesse: Niklas Woyack ist Azubi des Monats September ...
Den Geschirrspüler ausräumen? Die Seife in den Waschräumen nachfüllen? Für Niklas Woyack kein Problem. Man muss es ihm nicht sagen, er macht es von allein. Personalreferentin Elke Triller von der Wegener Automobile GmbH ist begeistert von ihrem Auszubildenden zum Kfz-Mechatroniker im vierten Le




