ESPON-Studie: Fernarbeit ist eine Chance für benachteiligte Gebiete / Forscher der EU-Agentur ESPON warnen aber vor den Risiken größerer Ungleichheit
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Fernarbeit ist aus der modernen Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Mobiles Arbeiten bringt neue Entwicklungsmöglichkeiten für benachteiligte Gebiete mit sich, aber auch das Risiko größerer sozioökonomischer und regionaler Ungleichheit, wie eine neue Studie zeigt.
Die Aufgabe der Kohäsionspolitik in der Zeit nach der Pandemie wird also darin bestehen, die Herausforderungen zu bewältigen, die mit der Beschleunigung des Digitalisierungsprozesses verbunden sind. Dies geht aus einem Arbeitspapier über Migrationsströme und die wissensbasierte Wirtschaft hervor, das von dem auf EU-Regionalstudien spezialisierten Forschungsprogramm ESPON erstellt wurde.
Die Coronavirus-Pandemie hatte weltweit negative Auswirkungen auf Konsum- und Produktionsniveaus sowie Konsum- und Produktionsmodelle.
Europäische Städte und Regionen mussten sich mit dem Schock der Gesundheitskrise und ihren Folgen auseinandersetzen, und dies genau zu dem Zeitpunkt, als Digitalisierung, Wachstum der wissensbasierten Wirtschaft, demografischer Wandel und die Globalisierung den Arbeitsmarkt veränderten.
Die Pandemie wird sich langfristig auf kommende Innovationen auswirken, den digitalen Wandel beschleunigen und die Bereitstellung digitaler Dienstleistungen verstärken.
Diese Veränderungen werden den Forschern zufolge die Art und Weise, wie die Menschen leben und arbeiten, weiter prägen, da Fernarbeit mehr Flexibilität und Autonomie sowie ein besseres Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben bietet und weniger Zeit für das Pendeln benötigt wird.
Dies könne ein Vorteil für Gebiete in Randlagen sein und zu einer ausgewogeneren Verteilung von Arbeitsplätzen und Bevölkerung führen.
Es gibt bereits Anzeichen dafür, dass dies der Fall ist.
In den Vereinigten Staaten sei eine erhebliche Abwanderung von Einwohnern aus dicht besiedelten Bezirken in weniger dicht besiedelte Bezirke zu verzeichnen, heißt es in der Studie.
Mobiles Arbeiten könnte nicht nur die Attraktivität des Lebens außerhalb von Städten erhöhen, sondern auch die Nachfrage nach einer besseren Telekommunikationsinfrastruktur und nach Co-Working-Spaces anregen.
Unternehmen könnten beschließen, Großstädte zu verlassen und in Wohngebiete abzuwandern.
Es ist also eine Chance die Attraktivität weniger entwickelter Gebiete zu steigern, die aber politische Maßnahmen erfordert.
Während der Pandemie hat sich beispielsweise gezeigt, dass die digitale Infrastruktur eine zentrale Rolle dabei spielt, das Arbeiten und Lernen von zu Hause aus zu ermöglichen.
Jedoch sind 41 % der Haushalte in ländlichen Gebieten nicht an das Breitbandnetz angeschlossen. Dies könnte den Studienautoren zufolge der Grund sein, warum sich die Fernarbeit eher auf die Städte konzentriert.
Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass sich europäische und nationale politische Strategien mit den sozialen Auswirkungen der steigenden Nutzung von Möglichkeiten zum mobilen Arbeiten befassen müssen. So kann ein Entstehen neuer Formen sozialer und arbeitsbezogener Ungleichheit bekämpft werden. Die Politik muss versuchen, die Möglichkeiten, die diese Arbeitsformen bieten, zu verbessern und gleichzeitig die soziale Eingliederung von Personengruppen und Gebieten zu fördern, die derzeit an den Rand gedrängt werden.
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Nikos Lampropoulos
Press and Media Project Expert
nikos.lampropoulos@espon.eu
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Datum: 23.09.2021 - 09:16 Uhr
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