Wie die Ostseeinsel Ruden autark werden kann / DBU fördert Potenzialanalyse zu Strom, Wasser und Abwasser
ID: 1942751
Die kleine Ostseeinsel Ruden an der Spitze der DBU-Naturerbefläche Peenemünde der Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), dem DBU Naturerbe, dürfte zu den am wenigsten besiedelten Regionen bundesweit gehören: Kegelrobben, Wasservögel und gerade einmal zwei Menschen sind dort anzutreffen. Ein DBU-Projekt untersucht nun, mit welchen umweltfreundlichen Technologien die Insel bei Strom, Wasser und Abwasser autark werden könnte. Denn auch andere dünn besiedelte Inseln oder ländliche Gebiete sind oft ohne entsprechende Ver- und Entsorgung. Die Potenzialanalyse der Technischen Universität (TU) Berlin wird seitens der DBU fachlich und finanziell mit rund 55.000 Euro gefördert.
Umweltfreundliche Technologien mit Vogel- und Denkmalschutz in Einklang bringen
"Was Strom, Wasser und Abwasser angeht, stellt die Situation auf der Insel besondere Anforderungen", erklärt Diplom-Ingenieur Stefan Rettig vom Institut für Bauingenieurwesen der TU Berlin. "Wir werden in der Potenzialanalyse untersuchen, wie der Ruden mit umweltfreundlichen Technologien autark werden kann." Diese müssten außerdem technisch handhabbar, nicht zu wartungsintensiv sowie bezahlbar sein und sich mit dem Vogel-, Natur- und Denkmalschutz vereinbaren lassen. Denn der Ruden ist als Teil des Nationalen Naturerbes dem Naturschutz gewidmet und ein wichtiges Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet für zahlreiche Wasservögel. Zudem finden sich auf der Ostseeinsel denkmalgeschützte Gebäude. Ziel des Projektes ist es, neue Technologien miteinander zu vergleichen und auf dieser Grundlage Empfehlungen zu erarbeiten. Diese lassen sich idealerweise auf andere Inseln oder den ländlichen Raum übertragen - überall dort also, wo die Wohnsituation in ähnlicher Weise kleine Ver- und Entsorgungseinheiten fordert.
Uni-Team nutzt das Simulationsprogramm aus vorherigen DBU-Projekten
Mit dem Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft widmet sich die TU Berlin der Ver- und Entsorgung von Wasser. "Dafür werden wir zuerst schauen, ob und wie wir die vorhandene Infrastruktur mitnutzen können", so Rettig. Er hat sich deshalb gemeinsam mit Prof. Dr.-Ing. Matthias Barjenbruch, Luisa Otto, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft, und Studierenden, die an dem Projekt forschen werden, bereits die Situation vor Ort angeschaut. Auf dem Ruden gibt es kein Trinkwasser aus dem Hahn und keine Möglichkeit, an Grundwasser zu gelangen - also an Süßwasser. Daher denkbare Optionen laut Rettig: "Ostseewasser entsalzen und Regenwasser oder Grauwasser - beim Duschen oder Händewaschen anfallendes Abwasser - mit umweltfreundlichen Technologien aufbereiten." Um herauszufinden, welche Methoden sich am besten für die Ostseeinsel eignen, nutzt das TU-Team den Simulator SAmpSONS2, der in vorherigen DBU-Projekten entwickelt wurde. Anhand von Daten wie der Abwassermenge und dem Nährstoffgehalt des Wassers können die Forschenden ausrechnen, ob die jeweilige Technologie den Anforderungen der Insel entspricht.
Vom Dieselgenerator zu erneuerbaren Energien
"Die Hochschule Stralsund analysiert als Kooperationspartner die Möglichkeiten zur Energieversorgung der Insel", sagt Franz-Peter Heidenreich, DBU-Referatsleiter für Kreislaufführung und Bautechnik. "Derzeit gibt es einen Dieselgenerator, um Strom zu produzieren." Die Forschenden gehen die Potenzialanalyse nach Heidenreichs Worten "ergebnis- und technologieoffen an". Doch die Richtung steht fest: Es wird eine Kombination aus Wind- und Solarenergie untersucht. Bei allen Untersuchungen werden überdies Erkenntnisse aus vorherigen DBU-Projekten wie etwa zur umweltgerechten Ver- und Entsorgung von alpinen Berghütten berücksichtigt. "Denn bei DBU-Projekten ist es wichtig, dass die Ergebnisse und Lösungen übertragbar sind und möglichst vielen zur Verfügung stehen, also nachgeahmt und umgesetzt werden können", so Heidenreich.
Ostseeinsel Ruden dem Naturschutz gewidmet
Die etwa 24 Hektar große Insel Ruden diente seit 1648 als Lotseninsel und zu DDR-Zeiten als Zollstation. Teilweise unter Denkmalschutz gestellte Bauwerke wie der "Lootsenwart Turm", Backsteinhäuser und eine Kaserne sind noch vorhanden. Heute gehört die Insel zur DBU-Naturerbefläche Peenemünde und somit zum Nationalen Naturerbe. Die Flächeneigentümerin DBU Naturerbe, eine gemeinnützige Tochtergesellschaft der DBU, verantwortet gemeinsam mit der Naturschutzgesellschaft Vorpommern den Naturschutz vor Ort. Die Insel hat eine große Bedeutung als Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiet für tausende Wasservögel wie dem Gänsesäger. Derzeit wohnen zwei Menschen auf dem Ruden, die den Naturschutz im Blick behalten und Naturinteressierte bei organisierten Tagestouren über die Insel führen. Dabei sind sie derzeit auf das Festland angewiesen, um sich etwa mit Wasser oder Diesel für den Stromgenerator zu versorgen.
Wann immer das generische Maskulinum verwendet wird, dient dies lediglich der besseren Lesbarkeit. Gemeint sein können aber alle Geschlechter.
Pressekontakt:
Klaus Jongebloed
- Pressesprecher -
Michelle Liedtke
Lea Kessens
Kontakt DBU
An der Bornau 2
49090 Osnabrück
0541|9633-521
0171|3812888
presse@dbu.de
www.dbu.de
Original-Content von: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 22.11.2021 - 14:12 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1942751
Anzahl Zeichen: 5582
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Peenemünde/Berlin/Stralsund
Kategorie:
Universität & Fach-Hochschule
Diese Pressemitteilung wurde bisher 457 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Wie die Ostseeinsel Ruden autark werden kann / DBU fördert Potenzialanalyse zu Strom, Wasser und Abwasser"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Energiewende in Deutschland benötigt "dringend einen neuen Schub", fordert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU). Notwendig seien "praxistaugliche Innovationen, die mithilfe digitaler Instrumente und künstlicher Intelligenz (KI) die Wirtschaft ankurbeln, Stromnetze stabilisie
DBU-Stiftungskapital erstmals drei Milliarden Euro/Finanzbilanz 2025 - Digitale Jahrespressekonferenz ...
Premiere und Rekordwert für die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU): Erstmals seit Gründung vor mehr als 30 Jahren hat das Stiftungskapital drei Milliarden Euro (https://www.dbu.de/app/uploads/dbu-media-2025-vorwort-jb2025-verwaltung-finanzen.pdf) erreicht. "Die Zahlen zeigen: Die Stiftung h
Made in Germany: DBU fördert 100. grünes Startup / di.monta: effizientes Recycling per KI ...
Zukunftsweisendes Jubiläum in dem seit 2019 laufenden Green Startup-Programm (https://www.dbu.de/foerderung/green-start-up/) der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU): Zum 100. Mal ist nun ein junges auf Umwelt- und Ressourcenschutz orientiertes Unternehmen in die Förderung aufgenommen worden. di.
Weitere Mitteilungen von Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Immobilienwirtschaft studieren an der ISM / Neuer Bachelor-Studiengang für Real Estate Management (FOTO) ...
Verwaltung, Finanzierung, Vermarktung - die Immobilienbranche ist groß und bietet vielfältige Berufsfelder. Das ökonomische Wissen kommt hierbei oft zu kurz. Die International School of Management (ISM) bietet ab dem Herbst 2022 ein Bachelor-Studium für Real Estate Management an, das BWL und F
Weltstudententag: So versichern sich Studierende richtig (FOTO) ...
- Häufigste Schadensmeldungen in der Haftpflichtversicherung: Handy, Auto und Mietwohnung - Berufsunfähigkeits-, Hausrat- und Fahrradversicherung können sinnvoll sein - Zum passenden Versicherungsschutz beraten die CHECK24-Versicherungsexpert*innen Zum heutigen Weltstudententag hat CHECK24 di
Lebenslanges Lernen: Bisher nur Theorie / Neue Studie zeigt: Menschen in Deutschland wollen sich weiterbilden, wissen aber nicht, wozu ...
Lebenslanges Lernen ist für Menschen in Deutschland wichtig, doch für viele ist das nur ein theoretisches Konstrukt: Ihnen fehlt die Orientierung, wozu sie sich in eigener Regie weiterbilden wollen. Das ist das Ergebnis der Trendstudie "The Future of Upskilling. Erwachsenenbildung im Zeital
MCI Recruiting Forum 2021 ...
Mehr als 800 Studierende zeigten Interesse an erfolgreichem Karrierestart | Persönliches Terminangebot voller Erfolg | Online als Vorteil für internationalen Austausch 80 Unternehmen und Organisationen aus aller Welt nahmen mittels virtuellen Messeständen am MCI Recruiting Forum teil. Auch heu




