Fünf Jahre Atommüll-Lager-Suche: Undurchsichtig, unverständlich, unaufrichtig

Fünf Jahre Atommüll-Lager-Suche: Undurchsichtig, unverständlich, unaufrichtig

ID: 1981858
(ots) -

Methoden der Bundesgesellschaft für Endlagerung in der Kritik - BUND veröffentlicht kritische Lesehilfe zum Suchverfahren

Im Mai 2017 hat der Bundestag mit dem Standortauswahlgesetz (StandAG) das Verfahren für die bundesweite Suche nach einem dauerhaften Lager für Deutschlands Atommüll gesetzlich festgelegt. Fünf Jahre später scheint die Antwort auf die Frage nach dem Verbleib der hochradioaktiven Abfälle jedoch weit in die Ferne gerückt zu sein. Die Öffentlichkeit tappt im Dunkeln und die mit der Atommüll-Lager-Suche beauftragte Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) steht in der Kritik.

Anlässlich des "Forum Endlagersuche", das am 20. und 21. Mai in Mainz stattfindet, hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine "Kritische Lesehilfe" zum Methodenkonzept der BGE veröffentlicht. Die Bundesgesellschaft hatte ihr Programm zur Eingrenzung der für ein Atommülllager infrage kommenden Gebiete Ende März bekanntgegeben. Die kritische Lesehilfe des BUND zeigt jetzt eklatante Mängel im methodischen Vorgehen der BGE auf. "Das neue Methodenkonzept der BGE ist eine Fortsetzung des intransparenten Arbeitsstils, der das Verfahren seit nunmehr fünf Jahren prägt", heißt es in dem BUND-Papier.

Der Umweltverband beklagt unter anderem eine schlechte Kommunikation, Intransparenz bei der Gebietsauswahl und Konzeptlosigkeit beim Umgang mit fehlenden geologischen Daten. "Die BGE agiert unaufrichtig, undurchsichtig und kommuniziert unverständlich. Ihr Methodenkonzept ist sowohl für Laien, als auch für Expert*innen kaum verständlich, die einzelnen Arbeitsschritte sind nicht nachzuvollziehen. Damit entzieht die BGE der Zivilgesellschaft die Grundlage für die gesetzlich verbriefte Teilhabe", kritisiert Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender. Hinzu kommt, dass die Bundesgesellschaft keine Auskunft darüber gibt, ob und wann sie die Öffentlichkeit über weitere Gebietsausschlüsse informieren will.

Bandt weiter: "Die BGE muss jetzt ein Konzeptpapier vorlegen, in dem klare Haltepunkte definiert werden, an denen die Bevölkerung regelmäßig informiert wird und sich ein Bild machen kann. Das gibt den Betroffenen die Möglichkeit und vor allem die Zeit, sich konstruktiv in das Verfahren einzubringen. Dies ist die Voraussetzung für Vertrauen in das Verfahren und somit auch dafür, dass die Standort-Entscheidung am Ende von der Gesellschaft akzeptiert wird."



Die von der Bundesgesellschaft 2020 im ersten Verfahrensschritt getroffene Gebietsauswahl betrifft 54 Prozent der Landesfläche Deutschlands. Mit dem nächsten Auswahlschritt sollen nur noch 10 Regionen im Suchverfahren bleiben. Wie lange dieser Schritt dauern wird, ist ungewiss. Angaben zum Zeitmanagement suchen Interessierte im BGE-Konzept vergeblich und nicht nur zu dieser Frage hüllt sich die BGE in Schweigen. Völlig ungeklärt ist laut BUND-Lesehilfe auch der Umgang mit Regionen, über die es nur ungenaue tiefengeologische Kenntnisse gibt. Insgesamt ist die geologische Datenlage in Deutschland sehr heterogen. Der BGE stehen aber bis zur Benennung der 10 Standortregionen ausschließlich bereits vorhandene Bohrdaten zur Verfügung. "Die ungleiche Datenlage in Deutschland ist ein ungelöstes Problem im Verfahren. Hier muss sich die BGE ehrlich machen. Es braucht einen offenen Diskurs über den Umgang mit dieser Situation. Auf keinen Fall darf der Eindruck entstehen, dass die BGE Gebiete vorzieht, die von der Rohstoffindustrie bereits gut untersucht wurden. Damit würde das Vertrauen in das Suchverfahren vollends kippen", befürchtet Olaf Bandt.

BUND-Lesehilfe: www.bund.net/kritische-lesehilfe

Hintergrund:

Das Forum Endlagersuche findet am kommenden Wochenende (20./21.05.05.2022) statt. Dort soll das Methodenkonzept der BGE öffentlich diskutiert werden.

Kontakt:

Angela Wolff, BUND-Expertin für Energiepolitik, Klima und Atom, Tel.: 030 27586 562, E-Mail: angela.wolff@bund.net

Jan Warode, BUND-Experte für Atompolitik, Tel.: 030 27586 568, E-Mail: jan.warode@bund.net

Pressekontakt:

BUND-Pressestelle:
Sigrid Wolff | Daniel Jahn | Clara Billen | Lara Dalbudak
Tel. 030-27586-531 | -497 | -464 | -425 | E-Mail: presse@bund.net,
www.bund.net
www.bund.net/presse

Original-Content von: BUND, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  NABU zum Weltbienentag (20.5.): Was wir tun müssen, damit es wieder summt und brummt / Miller: Dramatischer Rückgang unserer Wildbienen steht exemplarisch für das voranschreitende Insektensterben Beim Bundespatentgericht halten die Bienen Einzug
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 20.05.2022 - 10:53 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1981858
Anzahl Zeichen: 4507

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Umwelttechnologien



Diese Pressemitteilung wurde bisher 242 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Fünf Jahre Atommüll-Lager-Suche: Undurchsichtig, unverständlich, unaufrichtig"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

BUND (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

"Naturschutzprojekt Deutsche Einheit": Grünes Band immer bekannter und beliebter / BUND veröffentlicht Umfrage zum größten deutschen Biotopverbund ...
- Bekanntheit wächst stetig - Mehrheit für Ausweisung als UNESCO Welterbe - Aktionstag am 3.10. bietet viele Angebote und Start neuer App Anlässlich des Tags der Deutschen Einheit am kommenden Freitag (3.10.) veröffentlicht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Erge

Klimaschutzprogramm fällig: Bundesregierung muss liefern / Neuer BUND-Plan für wirksames Maßnahmenpaket ...
- Klimaschutz keine Frage des Gutdünkens - verpflichtende Klimaziele in Gefahr - Bundesregierung mit Klimaschutzprogramm vor klimapolitischem Lackmustest - Lösungen im Kampf gegen die Klimakrise bekannt - BUND zeigt Weg auf Die Bundesregierung steht vor ihrem klimapolitischen Lackmustest:

Bahnstrategie: Ohne starke Schiene keine Mobilitätswende ...
Im Vorfeld der Vorstellung der Bahnstrategie durch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) erklärt Verena Graichen, Geschäftsführerin Politik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): "Ein flächendeckendes, zuverlässiges und bezahlbares Angebot auf der Schiene ist e


Weitere Mitteilungen von BUND


NABU zum Weltbienentag (20.5.): Was wir tun müssen, damit es wieder summt und brummt / Miller: Dramatischer Rückgang unserer Wildbienen steht exemplarisch für das voranschreitende Insektensterben ...
Zum morgigen Weltbienentag (20.5.) macht der NABU auf den dramatischen Rückgang der Wildbienen und weiterer Insektenarten aufmerksam: Fast die Hälfte aller in der Roten Liste bewerteten Bienenarten sind bestandsgefährdet oder schon ausgestorben, nur etwa 37 Prozent gelten als ungefährdet. Ein

Deutsche Umwelthilfe und weitere Organisationen machen auf wachsende Bedrohungen für die Antarktis aufmerksam ...
- Kundgebung für Frieden, Wissenschaft und einen umfassenderen Schutz der Antarktis am 27. Mai ab 12 Uhr in Berlin mit Pinguin-Eisskulptur - Schmelzendes Eisschild bedroht Ökosystem und gefährdet wichtige Funktionen der Antarktis - Organisationen fordern umfassenden Schutz für den Kaiser

Wegweisendes Treffen fordert Priorisierung der Wasser- und Sanitärversorgung, um Gesundheits-, Klima- und Wirtschaftsziele wieder auf Kurs zu bringen ...
Mehr als 350 Teilnehmer aus 57 Ländern versammelten sich heute in Jakarta zur Eröffnung des Sektortreffens der Minister, bei dem es um die dringende Priorisierung der Wasser- und Sanitärversorgung weltweit gehen wird. Unter ihnen waren 50 Minister aus den Bereichen Wasser, Abwasser, Gesundheit

Der Mensch und sein Müll: "Terra X"-Doku im ZDF über die Geschichte des Wegwerfens (FOTO) ...
Müll begleitet den Menschen seit jeher. Wie sich das Verhältnis im Laufe der Geschichte verändert hat und welche Strategien entwickelt wurden, um mit ihm umzugehen, zeigt die "Terra X"-Dokumentation "Der Mensch und sein Müll - Eine Geschichte des Wegwerfens" am Sonntag, 22.


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z