Automobilindustrie: Ausgaben für Software steigen bis 2030 auf bis zu 59 Mrd. US-Dollar pro Jahr (FOTO)
ID: 1995879

(ots) -
- Mit bestehenden Fahrzeugkonzepten könnten sich die jährlichen Kosten für Software bis 2030 mehr als verdoppeln
- Neue Software-basierte Designvarianten erlauben Einsparungen ab 2030 von fast 16 Mrd. US-Dollar pro Jahr
- Softwarehandel erschließt zusätzliche Einnahmequellen
Im Zuge der zunehmenden Elektrifizierung und Vernetzung muss die Automobilindustrie immer stärker in Software investieren. Bis zum Jahr 2030 könnten die Ausgaben von 26 Mrd. US-Dollar im Jahr 2021 auf 59 Mrd. ansteigen. Der Ausweg: Neue Designkonzepte, bei denen das Fahrzeug von Beginn an rund um eine Softwareplattform aufgebaut wird. Dadurch lassen sich ab 2030 jährlich fast 16 Mrd. US-Dollar einsparen. Das sind Kernergebnisse der jüngsten Veröffentlichung aus der Roland Berger-Studienserie "Computer on Wheels (4): The future of the automotive software industry: Spend, trends and how to transform".
"Die Automobilindustrie kann sich die Software, die sie in Zukunft braucht, nur leisten, wenn sie ihre Kosten an anderer Stelle senkt", sagt Wolfgang Bernhart, Partner bei Roland Berger. "Die wichtigste Voraussetzung dafür ist die Abkehr vom bisherigen Designansatz, bei dem die Software und technische Funktionen in ein bestehendes Fahrzeugkonzept integriert werden, zugunsten eines neuen, Software-definierten Fahrzeugaufbaus. Das Auto von morgen ist ein Computer auf Rädern - dies muss sich bereits in den ersten Schritten der Fahrzeugkonzeption widerspiegeln."
Die Umstellung ist für die Branche von existenzieller Bedeutung. Die Autoren beziffern die jährliche Wachstumsrate der Softwarekosten auf 6 Prozent. Damit würden sich die heutigen Ausgaben bis zum Jahr 2030 auf 59 Mrd. US-Dollar mehr als verdoppeln. Mit dem Konzept des Software-Defined Vehicle (SDV) steigen sie dagegen lediglich um 70 Prozent auf 43 Mrd. US-Dollar.
Betrachtet man die Kosten für jeden Schritt im Entwicklungszyklus, erfordert der SDV-Ansatz zunächst den Aufbau von komplexeren Software-Architekturen was zu höheren Entwicklungsausgaben von ca. 7 Mrd. US-Dollar führt. Dieser Anstieg wird jedoch mehr als ausgeglichen durch erhebliche Kostensenkungen bei der agileren Softwareproduktion: im Bereich Testing können 11 Mrd. US-Dollar eingespart werden, bei der Integration 8 Mrd. US-Dollar und Kosten für Software Maintenance bzw. Wartung sinken um 3 Mrd. US-Dollar. Dies spielt auch Ressourcen für die Entwicklung von neuen Softwareinhalten frei.
Software-Patente werden zum Wettbewerbsfaktor
Der SDV-Ansatz bietet viele Vorteile; der Übergang zu diesem neuen Designkonzept erfordert jedoch idealerweise branchenweite Kooperation. OEMs und Zulieferer müssen ihre Software-Wertschöpfungskette und ihr Geschäftsmodell überdenken. Die Branche müsste sich zunächst auf gemeinsame Normen für Fahrzeugarchitekturen und die Nutzung von Open-Source-Software einigen. Indem die Unternehmen erprobte Softwareinhalte als Produkt anbieten, können sie Software wiederverwerten, Größenvorteile erzielen und Investitionen refinanzieren.
"Während die Wiedervermarktung von geistigem Eigentum für Zulieferer und spezialisierte Softwareanbieter bereits zum Kerngeschäft gehört, ist sie für Fahrzeughersteller noch weitestgehend Neuland", so Bernhart. "Um das kommerzielle Potenzial des Handels mit Intellectual Property auszuschöpfen, müssten die Automobilunternehmen unter anderem verstärkt auf Partnerschaften mit Zulieferern setzen und aufkommende Software-Marktplätze nutzen."
Die vollständige Studie steht hier zum Download bereit: https://bit.ly/3BkekNl (https://bit.ly/3BkekNl)
Pressekontakt:
Maximilian Mittereder
Head of Corporate Communications & PR
Tel.: +49 160 744 8180
E-Mail: Maximilian.Mittereder@rolandberger.com
www.rolandberger.com
Original-Content von: Roland Berger, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 21.07.2022 - 09:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1995879
Anzahl Zeichen: 4044
Kontakt-Informationen:
Stadt:
München
Kategorie:
Unternehmensberatung
Diese Pressemitteilung wurde bisher 200 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Automobilindustrie: Ausgaben für Software steigen bis 2030 auf bis zu 59 Mrd. US-Dollar pro Jahr (FOTO)"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Roland Berger (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
- Hoher Anspruch, geringe Umsetzung: 62 Prozent der Unternehmen erwarten tiefgreifende KI-bedingte Veränderungen ihres Betriebsmodells, aber nur 38 Prozent haben die Transformation bereits angestoßen - Nicht die Technologie bremst KI aus, sondern Organisation, KI-Fähigkeiten und Führung: 49
Neue Studie: Marken verlieren an Einfluss - KI und wirtschaftliche Unsicherheit verändern das Konsumverhalten ...
- Konsumenten zwischen Zuversicht und Krisenblick: 69 Prozent bewerten ihre eigene Gesundheit positiv - fast jeder Zweite sieht die wirtschaftliche Lage im eigenen Land dagegen negativ - Marken verlieren an Strahlkraft: Nur noch 21 Prozent nennen Markenreputation als zentralen Kaufgrund - persö
Iran-Krieg stellt Luftfahrt-Lieferketten auf die Probe: Branche zeigt sich stabil, trotz struktureller Risiken ...
- Gemeinsame Studie von Roland Berger mit den Luftfahrtverbänden BDLI, ADS und GIFAS zeigt verbesserte Resilienz; weist zugleich auf fortbestehende strukturelle Risiken hin - Rund ein Drittel der befragten Unternehmen sieht beim aktuellen Produktionshochlauf erheblichen Handlungsbedarf - Anhalte
Weitere Mitteilungen von Roland Berger
WTW verstärkt Geschäftsbereich Corporate Risk & Broking ...
Frankfurt am Main, 20. Juli 2022 – WTW, eines der weltweit führenden Unternehmen in den Bereichen Advisory, Broking und Solutions, baut die Sparte FINEX (Financial Lines) des Geschäftsbereichs Corporate Risk & Broking aus und ernennt Lukas Nazaruk (39) zum Geschäftsführer der Specialties.
Edelmarken legen trotz Pandemie, Ukraine-Krieg und Inflation zu / Bain-Studie zum globalen Luxusgütermarkt ...
- Weltweiter Markt für persönliche Luxusgüter übertrifft 2021 mit 288 Milliarden Euro Vor-Corona-Niveau - Im ersten Quartal 2022 verzeichnet die Branche einen deutlichen Umsatzzuwachs - High-End-Geschäft nimmt in Europa und den USA besonders stark zu, China hingegen leidet unter harten Coro
Branding Experten unterstützen etablierte Unternehmen auf ihrem Weg in die digitale Medienwelt (FOTO) ...
PR-Experten des Pressekreis Deutschland verhelfen bestehenden Unternehmern erfolgreich zur gewünschten Medienpräsenz. Auch bisher PR-unerfahrene Unternehmer erhalten die Möglichkeit, Hand in Hand mit einem Team aus renommierten PR-Beratern und Journalisten die eigene Unternehmensgeschichte medi
Smart Business: Der Deutsche Industrie-4.0-Index für digitalisierte Produkte und Dienstleistungen legt deutlich zu ...
Immer mehr Unternehmen digitalisieren ihre Produkte und Dienstleistungen oder entwickeln sogar komplette 4.0-Geschäftsmodelle. Zu diesem Ergebnis kommt der "Deutsche Industrie-4.0-Index 2022" der Unternehmensberatung Staufen. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 konnte der Index in der




