Wie Patienten die richtige Praxisform finden / 6. Jahresbericht der Zahnärztlichen Patientenberatung
ID: 2009923
Patientinnen und Patienten können heute aus vielfältigen zahnärztlichen Versorgungsangeboten und Praxisformen wählen, benötigen aber mehr Transparenz hinsichtlich der Praxis- und Eigentümerstrukturen. Das zeigt der 6. Jahresbericht der Zahnärztlichen Patientenberatung mit dem Titel "Die richtige Praxisform finden", der heute von Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) vorgestellt wurde.
Im Fokus des diesjährigen Berichts stehen verschiedene Formen zahnärztlicher Praxen, die am Versorgungsgeschehen teilnehmen. Die Praxislandschaft in Deutschland hat sich in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten deutlich gewandelt und diversifiziert. Neben bewährte Einzelpraxen sind Gemeinschaftspraxen in unterschiedlichen Formen sowie seit einigen Jahren auch rein zahnärztliche medizinische Versorgungszentren (MVZ) mit teils umfangreicher Belegschaft getreten.
Dr. Romy Ermler, Vizepräsidentin der BZÄK: "Patientinnen und Patienten wollen zu allererst eine gute Versorgung - in welcher Praxisform sie diese erhalten ist für sie sekundär, wenn sie sich gut beraten und behandelt fühlen. Viele von ihnen wissen aber die vertrauensvolle und persönliche Betreuung besonders in kleinen Einzel- oder Gemeinschaftspraxen sehr zu schätzen. Dieses Vertrauensverhältnis kann in großen Praxiseinheiten, in denen die behandelnden Zahnärztinnen und Zahnärzte oft wechseln, deutlich schwerer entstehen. Ein individuelles Beratungsgespräch - ob in der Praxis oder auch mit einer der Patientenberatungsstellen - ist durch nichts zu ersetzen, auch nicht durch Informationen im Internet. Die zahnmedizinischen Expertinnen und Experten in den Beratungsstellen helfen dabei Jahr für Jahr vielen tausend Patientinnen und Patienten mit ihren Anliegen. Das zeigt, dass qualifizierte Informationen rund um die zahnmedizinische Versorgung stark nachgefragt sind."
Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstands der KZBV: "Die Ergebnisse des aktuellen Berichts sind für die Weiterentwicklung und Verbesserung der flächendeckenden, wohnortnahen und qualitativ hochwertigen Patientenversorgung sehr wichtig - gerade jetzt, da sich die Versorgungslandschaft dynamisch verändert. Die Zahnärzteschaft in Deutschland sieht es als ihre Aufgabe an, mögliche Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen, Lösungsvorschläge zu unterbreiten und diese an die Politik zu adressieren. Die für Patienten jederzeit optimale Versorgung muss bei allen zahnärztlichen Einrichtungen, unabhängig von Form und Größe, im Mittelpunkt stehen. Gesundheit zum Renditeobjekt eines Geschäftsmodells zu machen, wie dies bei Hedgefonds und Großinvestoren vielfach der Fall ist, zerstört das patientenorientierte Versorgungsmodell unseres Gesundheitssystems unwiderruflich. Wir haben solche versorgungsschädlichen Entwicklungen genau im Blick und werden die Politik auf diese weiterhin aufmerksam machen, nicht zuletzt auch über die zahnärztlichen Beratungsstellen."
Dem wissenschaftlich abgesicherten Bericht zur Arbeit der Beratungsstellen von (Landes-)Zahnärztekammern und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen zufolge wurden im Jahr 2021 bundesweit rund 32.000 Beratungen durchgeführt (2020: rund 31.000). Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Beratungskontakte betreffen - wie schon in den Vorjahren - finanzielle und rechtliche Themen, etwa Versichertenansprüche und Patientenrechte. In den meisten Fällen lassen sich die Anliegen der Ratsuchenden durch qualifizierte Wissensvermittlung im Beratungsgespräch abschließend klären.
Hintergrund: Die Zahnärztliche Patientenberatung
Die Patientenberatungsstellen der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und (Landes-)Zahnärztekammern leisten bundesweit eine kostenlose und fachlich unabhängige Beratung durch zahnmedizinische Expertinnen und Experten. Das Angebot richtet sich an gesetzlich und privat Krankenversicherte gleichermaßen. Anspruch und Ziel der Zahnärztlichen Patientenberatung ist es, die Eigenverantwortlichkeit und Souveränität von Patientinnen und Patienten zu stärken und dadurch die Zufriedenheit weiter zu steigern.
Weitere Informationen und die Kontaktdaten der Beratungsstellen in den Ländern können unter www.patientenberatung-der-zahnaerzte.de sowie auf den Websites von BZÄK (https://www.bzaek.de/service/broschueren-und-publikationen.html) und KZBV (https://www.kzbv.de/jahresbericht-patientenberatung) abgerufen werden. Der aktuelle Jahresbericht der Zahnärztlichen Patientenberatung ist dort als kostenloser Download verfügbar. Druckexemplare können bei Bedarf unter presse@bzaek.de oder presse@kzbv.de angefordert werden - solange der Vorrat reicht.
6. Jahresbericht zur Evaluation der Zahnärztlichen Patientenberatung - zentrale Ergebnisse:
- Die meisten Ratsuchenden (etwa 84 Prozent) sind gesetzlich krankenversichert, rund 8 Prozent haben eine private Krankenversicherung. Das entspricht in etwa den jeweiligen Anteilen der Allgemeinbevölkerung.
- Die Beratungsgespräche erfolgen in den meisten Fällen (77 Prozent) telefonisch. Dieser Anteil hat sich im Vergleich zum Vorjahr (74 Prozent) noch einmal erhöht.
- Die Beratungsanliegen von Patienten großer und kleiner Praxiseinheiten unterscheiden sich kaum.
- Mehr als drei Viertel der Beratungen (78 Prozent) tragen zu einer unmittelbaren Problemlösung bei und haben damit für Patientinnen und Patienten einen hohen praktischen Nutzen.
Pressekontakt:
Dipl.-Des. Jette Krämer-Götte, Telefon: +49 30 40005-150, E-Mail:
presse@bzaek.de
Original-Content von: Bundeszahnärztekammer, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 26.09.2022 - 10:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2009923
Anzahl Zeichen: 5825
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
Diese Pressemitteilung wurde bisher 224 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Wie Patienten die richtige Praxisform finden / 6. Jahresbericht der Zahnärztlichen Patientenberatung"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Bundeszahn (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Rund 8,5 Millionen Menschen in Deutschland sind an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt. Hinzu kommt eine Dunkelziffer von mindestens 2 Millionen Menschen. An Parodontitis leiden rund 35 Millionen. Biologisch hängen beide Volkskrankheiten zusammen, darauf verweisen der Bundesverband der Niedergelasse
Prävention als Fundament für lebenslange Mundgesundheit - Kritik an aktueller Regierungspolitik KZBV und BZÄK zum diesjährigen BARMER-Zahnreport ...
Anlässlich des diesjährigen BARMER-Zahnreports haben Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und Bundeszahnärztekammer (BZÄK) einmal mehr den Stellenwert von Prävention und Prophylaxe in der modernen Zahnmedizin betont. Zugleich übten die zahnärztlichen Bundeskörperschaften deutliche
Keine Unter- oderÜberversorgung: Neue Studie zu Zahn- und Kieferfehlstellungen bei Kindern / Erste Ergebnisse bei jungen Patienten seit mehr als 30 Jahren ...
Etwa 40 Prozent der acht- und neunjährigen Kinder in Deutschland weisen einen kieferorthopädischen Behandlungsbedarf auf, der nach den Richtlinien der vertragszahnärztlichen Versorgung therapiert werden sollte. Ein Vergleich mit entsprechenden Abrechnungsdaten unterstreicht zudem, dass sich die
Weitere Mitteilungen von Bundeszahn
Wie die Säure-Basen-Balance den Stoffwechsel in Form bringt (FOTO) ...
Stoffwechsel-Fasten, Stoffwechsel-Kur, Stoffwechsel-Gymnastik - das Wort Stoffwechsel ist überall und ständig präsent. Doch was genau ist gemeint? In unserem Körper finden permanent biochemische Prozesse statt, wie z. B. die Umwandlung von Nahrungsmitteln für unseren Energiehaushalt und die Z
#GemeinsamGegenDepression: Aktionswoche zum World Mental Health Day am Berliner Breitscheidplatz (FOTO) ...
Mit der Initiative #GemeinsamGegenDepression und dem Aufruf #ZeigGesicht möchte Janssen, die Pharmasparte des Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson, dazu beitragen, Depression in der Gesellschaft zu enttabuisieren und der Erkrankung ein Gesicht zu geben. Viele von Depression Betroffene sowie
Mit Glauben und Vertrauen zum beruflichen Erfolg ...
Kann uns Glaube wirklich dabei helfen, einen sinnerfüllten Beruf zu praktizieren? Sicher - erst einmal denken wir dann ganz natürlich an die Religion und die Konfession, der man angehört oder nicht. Das ist für viele Menschen auch ganz wichtig - Doch glauben kann viel mehr sein. Mit dem Sa
Tag des brandverletzten Kindes am 7. Dezember. Motto 2022: Verbrannt, verbrüht - was nun? (FOTO) ...
Der diesjährige "Tag des brandverletzten Kindes" am 7. Dezember steht unter dem Motto "Verbrannt, verbrüht - was nun?" Fokus des Aktionstages 2022 liegt u. a. auf Erste-Hilfe-Maßnahmen nach einer Verbrennung oder Verbrühung eines Kindes. Was ist nach einem Verbrennungs- ode




