Prävention als Fundament für lebenslange Mundgesundheit - Kritik an aktueller Regierungspolitik KZBV und BZÄK zum diesjährigen BARMER-Zahnreport
ID: 2015888
Anlässlich des diesjährigen BARMER-Zahnreports haben Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und Bundeszahnärztekammer (BZÄK) einmal mehr den Stellenwert von Prävention und Prophylaxe in der modernen Zahnmedizin betont. Zugleich übten die zahnärztlichen Bundeskörperschaften deutliche Kritik an der aktuellen Regierungspolitik, die durch Budgetierung und Deckelung eine präventionsorientierte Versorgung erheblich erschwere.
"Die Zahnärzteschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten einen erfolgreichen Wandel gestaltet - weg von der kurativen, hin zu einer präventiven Ausrichtung der Zahnheilkunde. 'Vorsorgen statt versorgen' lautet unser Motto. Damit haben wir den Grundstein gelegt, um für alle Menschen beste Voraussetzungen für ein lebenslang gesundes Gebiss und eine dauerhaft gute Mundgesundheit zu schaffen. Dies sind nicht nur wesentliche Faktoren für eine stabile Allgemeingesundheit, sondern auch für soziale Anerkennung und Integration", sagte Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstands der KZBV.
Prof. Dr. Christoph Benz, Präsident der BZÄK: "Die Investitionen in Vorsorge zahlen sich aus, denn so wird eine wesentlich kostenintensivere Krankheitslast vermieden - über viele Jahre hinweg. Bestätigt wird der präventionsorientierte Versorgungsansatz auch von Seiten der Wissenschaft. So zeigte die repräsentative Deutsche Mundgesundheitsstudie, wie sich die Mundgesundheit der Bevölkerung in den vergangenen Jahren weiter verbessert hat. Die Karies bei Kindern wurde auf ein Zehntel reduziert, gesundheitliche Ungleichheiten entlang sozialer Gradienten wurden abgebaut. Dank des Zusammenspiels von Individual- und Gruppenprophylaxe gehört Deutschland zu den Ländern mit den niedrigsten Kariesprävalenzen bei 12-Jährigen. Bei Erwachsenen ist die Zahl der Füllungen rückläufig, Zahnverluste haben sich halbiert. Senioren weisen durchschnittlich fast sieben mehr eigene Zähne auf als noch zur Jahrtausendwende."
Eßer betonte, dass Zahnärztinnen und Zahnärzte die Versorgung präventionsorientiert fortentwickelt, den Leistungskatalog im Einvernehmen mit Kassen und Patientenvertretung an den Stand der Wissenschaft angepasst und die Mundgesundheit auch für vulnerable Gruppen mit speziellem Behandlungsbedarf kontinuierlich verbessert hätten. "Unsere Präventionserfolge sind beispielgebend für die Versorgung. In keinem Bereich wurde mehr aktive Gesundheit durch Prävention geschaffen als in der Zahnmedizin. Diesen Weg wollen wir weitergehen und Erfolge verstetigen und ausbauen - wenn uns die Politik denn lässt und nicht fortwährend Knüppel zwischen die Beine wirft, wie derzeit mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz."
Er kritisierte das aktuelle Regierungshandeln scharf, welches eine präventionsorientierte Versorgungspolitik erheblich erschwere, wenn nicht sogar völlig unmöglich mache: "Obwohl die Ampel im Koalitionsvertrag Prävention und Vorsorge zum gesundheitspolitischen Leitprinzip der Regierungsarbeit erhoben hat und Minister Lauterbach bei jeder sich bietenden Gelegenheit betont, dass jeder in Prävention investierte Euro dem System später um ein Vielfaches erspart bleibt, kappt er mit dem GKV-FinStG durch Budgetierung die Mittel für präventive Maßnahmen wie etwa die neue Parodontitis-Richtlinie. Einen Großteil der Versicherten lässt die Regierung damit im Regen stehen, ihnen drohen massive Leistungskürzungen", sagte Eßer.
"Rund 30 Millionen Patientinnen und Patienten, die an der Volkskrankheit Parodontitis leiden, wird faktisch ein Leistungsanspruch vorenthalten, der erst im Vorjahr in den GKV-Leistungskatalog aufgenommen und als ein Meilenstein für die Verbesserung der Mund- und Allgemeingesundheit begrüßt wurde. Mit dem GKV-FinStG wird dieser neue präventionsorientierte Versorgungsansatz für die weit überwiegende Mehrheit der GKV-Versicherten im Keim erstickt - Leidtragende sind ausschließlich Patientinnen und Patienten. Ein solcher Frontalangriff auf eine präventionsorientierte Patientenversorgung ist ebenso verheerend wie verantwortungslos!"
Pressekontakt:
KZBV: Kai Fortelka
Telefon: 030 280 179-27, E-Mail: presse@kzbv.de
BZÄK: Dipl.-Des. Jette Krämer-Götte
Telefon: 030 40005-150, E-Mail: presse@bzaek.de
Original-Content von: Bundeszahnärztekammer, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 20.10.2022 - 11:28 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2015888
Anzahl Zeichen: 4485
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Bundesregierung
Diese Pressemitteilung wurde bisher 431 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Prävention als Fundament für lebenslange Mundgesundheit - Kritik an aktueller Regierungspolitik KZBV und BZÄK zum diesjährigen BARMER-Zahnreport"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Bundeszahn (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Rund 8,5 Millionen Menschen in Deutschland sind an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt. Hinzu kommt eine Dunkelziffer von mindestens 2 Millionen Menschen. An Parodontitis leiden rund 35 Millionen. Biologisch hängen beide Volkskrankheiten zusammen, darauf verweisen der Bundesverband der Niedergelasse
Wie Patienten die richtige Praxisform finden / 6. Jahresbericht der Zahnärztlichen Patientenberatung ...
Patientinnen und Patienten können heute aus vielfältigen zahnärztlichen Versorgungsangeboten und Praxisformen wählen, benötigen aber mehr Transparenz hinsichtlich der Praxis- und Eigentümerstrukturen. Das zeigt der 6. Jahresbericht der Zahnärztlichen Patientenberatung mit dem Titel "Di
Keine Unter- oderÜberversorgung: Neue Studie zu Zahn- und Kieferfehlstellungen bei Kindern / Erste Ergebnisse bei jungen Patienten seit mehr als 30 Jahren ...
Etwa 40 Prozent der acht- und neunjährigen Kinder in Deutschland weisen einen kieferorthopädischen Behandlungsbedarf auf, der nach den Richtlinien der vertragszahnärztlichen Versorgung therapiert werden sollte. Ein Vergleich mit entsprechenden Abrechnungsdaten unterstreicht zudem, dass sich die
Weitere Mitteilungen von Bundeszahn
Prävention als Fundament für lebenslange Mundgesundheit - Kritik an aktueller Regierungspolitik KZBV und BZÄK zum diesjährigen BARMER-Zahnreport ...
Anlässlich des diesjährigen BARMER-Zahnreports haben Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und Bundeszahnärztekammer (BZÄK) einmal mehr den Stellenwert von Prävention und Prophylaxe in der modernen Zahnmedizin betont. Zugleich übten die zahnärztlichen Bundeskörperschaften deutliche
Branchenverband Zukunft Gas: Kehler zur energiepolitischen Entscheidung von Bundeskanzler Scholz (FOTO) ...
Bundeskanzler Olaf Scholz hat den Weiterbetrieb von drei Atomkraftwerken angeordnet und angekündigt, dass die Bundesregierung zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit die Voraussetzung für den Zubau neuer, wasserstofffähiger Gaskraftwerke schaffen will. Dr. Timm Kehler, Vorstand von Zukunf
Bartsch fordert von Scholz vorläufigen Stopp der Erweiterung des Kanzleramts ...
Der Co-Vorsitzende der Linken-Fraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) aufgefordert, die Pläne für eine Erweiterung des Kanzleramts vorerst zu stoppen. Bartsch sagte dem stern: "Es passt nicht in diese Zeit, dass eine Regierung, die Bürgerinnen und Bürge
Hamburger Hafen: Kanzleramt will China-Geschäft offenbar durchsetzen ...
Trotz der Warnungen aller Fachministerien will das Kanzleramt den Verkauf von Teilen des Hamburger Hafens an einen chinesischen Staatskonzern offenbar durchsetzen. Nach Informationen von NDR und WDR haben alle sechs Ministerien, die an der Investitionsprüfung fachlich beteiligt sind, das GeschÃ




