Alle Reserven mobilisieren - Kommentar von Joachim Fahrun zur Hilfe für Flüchtlinge
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Die Lage ist ernst. 200 Betten sind noch frei in Berlins Unterkünften für geflüchtete Menschen. Das reicht kaum für einen Tag, denn es kommen in diesem Herbst wieder deutlich mehr Schutzsuchende aus vielen Ländern der Erde nach Deutschland und stellen einen Asylantrag, viele davon in der Hauptstadt.
Weil Wladimir Putin wieder zentrale und westliche Landesteile bombardieren lässt und Hunderttausende Menschen in Polen in nicht winterfesten Quartieren hausen, dürften sich auch wieder mehr Ukrainerinnen mit ihren Kindern und den alten Eltern auf den Weg nach Berlin machen. Auch die ersten russischen Kriegsdienstverweigerer sind schon da, mehr werden absehbar folgen.
Es wird alle Anstrengungen erfordern, diese Menschen würdig unterzubringen. Berlins Flüchtlingsamt hat bereits so viele Unterkunftsplätze wie noch nie eröffnet. Wenn Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) jetzt das ehemalige Flughafengebäude in Tegel als Notunterkunft für knapp 2000 Menschen nutzen will, dann zeigt das, wie groß die Not ist. Wer die Menschen nicht im Kalten campieren lassen will, wird Bauarbeiten dort noch eine Weile zurückstellen müssen. Ein zumutbares Opfer.
Vor allem muss aber auch der Bund sich bewegen. Wenn Innenministerin Nancy Faeser (SPD) ankündigt, den Kommunen bundeseigene Liegenschaften bereit zu stellen, so muss sie Taten folgen lassen. Bisher haben sich Bundesbetriebe eher wenig kooperativ gezeigt. Derzeit geht es aber nicht mal um Geld, darüber darf auch weiter gestritten werden. Es geht um Nothilfe. Nicht für Länder und Kommunen, sondern für Tausende Menschen, die vor Not, Elend und Putins Bomben fliehen.
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Datum: 10.10.2022 - 19:24 Uhr
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