"Report Mainz": Pfarrer räumt Vertuschung von Missbrauchsskandal in der Erzdiözese Freiburg ein / Sendung: Di., 25.10.2022, 21:45 Uhr im Ersten
ID: 2016792
Der mittlerweile pensionierte Pfarrer Alfred Haas räumte im Interview mit dem ARD-Politikmagazin "Report Mainz" ein, Hinweise eines Pfarrerkollegen auf sexuellen Missbrauch vertuscht zu haben. Diese Aussagen könnten wichtig für den Missbrauchsbericht der katholischen Kirche sein, der heute veröffentlicht werden sollte. Aus rechtlichen Bedenken wurde er aber um sechs Monate verschoben. Pfarrer Haas wurde dafür interviewt. Bei einem privaten Gespräch habe ihm der Pfarrer der Schwarzwaldgemeinde Oberharmersbach, Franz B., 1991 den Missbrauch von Messdienern angedeutet.
Pfarrer Alfred Haas im Interview mit "Report Mainz"
Wörtlich sagte Haas: "Ich war sehr betroffen. Und meine erste Reaktion war, so schnell wie möglich die Platte putzen, bzw. den Ort wechseln, damit hier nichts mehr geschieht. Das war naiv meinerseits", sagte Haas exklusiv im Interview mit Report Mainz. Auf Nachfrage, ob er vertuschen wollte, sagte er: "Vertuschen im Grunde genommen auch, meinerseits. Ich wollte keinen Skandal." Franz B. war 24 Jahre lang Pfarrer in Oberharmersbach, das zur Erzdiözese Freiburg gehört. Dort hat er jahrelang Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht. Viele seiner Opfer haben die Folgen der Übergriffe bis heute nicht verarbeitet. Dass sein "Vertuschen" ein Fehler war, wurde Pfarrer Haas wenige Monate später klar. Denn auch sein Neffe wurde ein Missbrauchsopfer von Franz B. Haas informierte daraufhin, Anfang 1992, Robert Zollitsch, den damaligen Personalreferenten und ehemaligen Erzbischof, persönlich darüber. Zollitsch bat ihn und das Opfer zu einem persönlichen Gespräch. Haas warf ihm damals vor, den Vorwürfen nicht intensiv genug nachgegangen zu sein. "Man wollte das Image wahren", sagte er vor zwölf Jahren im Interview, als Report Mainz bereits darüber berichtete.
Kirchenvertreter bittet um Entschuldigung
Mittlerweile bereut Pfarrer Haas sein Verhalten aus dem Jahr 1991 und bat in Oberharmersbach um Entschuldigung: "Ich habe gesagt, es war dumm und einfältig von mir, weil ich den Skandal in der Gemeinde, in unserer schönen Pfarrgemeinde, verhindern wollte und mir eben nicht bewusst war, dass ich damit dann auch vertusche und den Opfern nicht helfe." Heute sollte eigentlich der Freiburger Missbrauchsbericht veröffentlicht werden. Wegen rechtlicher Gründe wurde er um sechs Monate verschoben. Die Arbeitsgruppe zur Erstellung des Berichts hat auch Pfarrer Haas befragt.
Mehr dazu in der Sendung "Report Mainz" am heutigen Dienstag, 25. Oktober 2022, ab 21:45 Uhr im Ersten.
Weitere Informationen auf der Internet-Seite http://x.swr.de/s/141c
und auf http://swr.li/report-mainz-missbrauchsskandal-freiburg
Zitate gegen Quellenangabe "Report Mainz" frei.
Pressekontakt: Redaktion "Report Mainz", Tel. 06131 929 33351
Newsletter "SWR vernetzt": http://x.swr.de/s/vernetztnewsletter
Original-Content von: SWR - Das Erste, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 25.10.2022 - 09:53 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2016792
Anzahl Zeichen: 3098
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Mainz
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 278 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
""Report Mainz": Pfarrer räumt Vertuschung von Missbrauchsskandal in der Erzdiözese Freiburg ein / Sendung: Di., 25.10.2022, 21:45 Uhr im Ersten"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
SWR - Das Erste (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Interne EU-Papiere: Waffenschmuggel aus ukrainischen Kriegsgebieten hat 2022 "bereits begonnen" / ARD Politikmagazin heute, 21:45 Uhr, im Ersten Mainz. Angesichts des Ukraine-Kriegs fordert Konstantin von Notz, Sicherheitsexperte der Grünen im Bundestag, ein EU-weites Waffenregister und
"Report Mainz" am Di., 9. Juni 2026, 21:45 Uhr im Ersten - Voraussichtliche Themen ...
Themen in "Report Mainz" Dienstag, 9. Juni 2026, 21:45 Uhr im Ersten / Moderation: Nadia Kailouli "Report Mainz" bringt am Dienstag, 9. Juni 2026, um 21:45 Uhr im Ersten voraussichtlich folgende Beiträge: - Warten auf den Notarzt - Bürokratie statt schneller Hilfe - Smart G
"Mexiko: WM im Schatten der Kartelle" ...
45-minütiger Dokumentarfilm über das größte Sportereignis der Welt und ein Land im Spannungsfeld von Fußball und Gewalt / Ausstrahlung am 5. Juni um 23 Uhr im Ersten und ab 3. Juni in der ARD Mediathek Für die einen ist sie ein Fest des Fußballs, das Menschen weltweit verbindet, für andere
Weitere Mitteilungen von SWR - Das Erste
Stübgen: Verschärfte Maskenpflicht aktuell nicht gerechtfertigt ...
Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen hat verteidigt, dass die Maskenpflicht vorerst nicht ausgeweitet werden soll. Vor den Beratungen der Landesregierung über Corona-Schutzmaßnahmen sprach sich der CDU-Politiker am Dienstag im rbb24 Inforadio erneut dagegen aus, dass Masken auch beim Ei
Katastrophenschutz: Hunderte neue Warnsirenen für Sachsen-Anhalt ...
Nach Jahren der Vernachlässigung und der Demontage bauen die sachsen-anhaltischen Kommunen ihr Netz an Warnsirenen wieder aus. Städte und Gemeinden haben bereits 377 Anträge auf Fördermittel des Bundes eingereicht. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Montagausgabe)
Debatteüber Russlands Gas: Im luftleeren Raum / Tagesspiegel von Bernhard Walker ...
Wollte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer bisher den Ukraine-Krieg "einfrieren", sagt er jetzt, dass er "angehalten" werden müsse. Und nach dem Kriegsende, so der CDU-Politiker, solle Deutschland wieder Gas aus Russland kaufen. Neu ist nur, dass Kretschmer dafür j
"nd.DerTag": Alarmrufe werden immer weniger gehört - Kommentar zur mangelnden Unterstützung von Sozialprotesten ...
Die Demonstrationen für einen solidarischen Herbst am Sonnabend brachten nicht eben Menschenmassen auf die Straßen. Das Bündnis aus Gewerkschaften, Umwelt- und anderen Nichtregierungsorganisationen kann damit kaum zufrieden sein. Zumal das Regierungshandeln in Sachen Krisenpolitik weiterhin une




