Kommentar von "nd.DerTag" zur Berichterstattung über die eskalierenden Kämpfe in Syrien
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(ots) - Rebellen, Opposition, Aufständische, Befreier - die Deutsche Medienlandschaft rauft sich die Köpfe, wie sie denn jetzt diese Milizen in Syrien nennen soll. Einige Vertreter haben ihre Antwort darauf anscheinend schon gefunden, die Haiat Tahrir Al-Scham (HTS) sind für sie anscheinend die Lösung für die Machtkämpfe in Syrien. Der Al-Qaida-Nachfolger sei ja eigentlich gar nicht mehr so dschihadistisch.
Zwar hat sich die HTS vielleicht mit Al-Qaida und dem Islamischen Staat überworfen, dass sich ihr Anführer Abu Muhammad Al-Dschaulani aber in eben diesen Organisationen hochgearbeitet hat und in ihrem Auftrag den HTS Vorgänger der Al-Nusra-Front aufbaute, ist nicht zu verleugnen. Auch dass die Konflikte mit anderen islamistischen Organisationen vor allem taktischer und machtpolitischer Natur waren, wird anscheinend gerne vergessen, solange es gegen das Joch aus Assad und Russland geht.
Dass sich Al-Dschaulani und seine Kämpfer zuletzt von ihren islamistischen Wurzeln gelöst haben sollen, ist vollkommen aus der Luft gegriffen. Aufnahmen, die sowohl HTS als auch andere Milizen mit Aufnähern des IS zeigen, die Unterdrückung der Presse- und Meinungsfreiheit sowie willkürliche Festnahmen in den HTS-Gebieten waren in den vergangenen Jahren für alle sichtbar. Auch jetzt meldete etwa die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erneut Gräuel wie Hinrichtungen und Verschleppungen von Zivilisten durch diese vermeintliche Opposition. Nur weil sich jetzt die HTS einmal so gütig gibt und behauptet, sie werde Minderheiten nichts antun, sollte man dem keinen Glauben schenken.
Bei den Taliban sehen wir, wie es endet, wenn sich Islamisten auf internationaler Bühne gut stellen. Man sollte denken, deutsche Medien hätten daraus gelernt.
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