Nach Aufdeckung von Tierquälerei in Hähnchenmast: Mäster zeigt Tierrechtler wegen Tierquälerei

Nach Aufdeckung von Tierquälerei in Hähnchenmast: Mäster zeigt Tierrechtler wegen Tierquälerei

ID: 2151607

Gleich zwei Ermittler konnten sich in eine der größten Hühnermastanlagen Deutschlands, im Saale-Holzland-Kreis, einschleusen und mit versteckter Kamera massive Tierschutzverstöße dokumentieren.



Nach Aufdeckung von Tierquälerei in Hähnchenmast: Mäster zeigt Tierrechtler wegen Tierquälerei und Hausfriedensbruch anNach Aufdeckung von Tierquälerei in Hähnchenmast: Mäster zeigt Tierrechtler wegen Tierquälerei und Hausfriedensbruch an

(firmenpresse) - Die Aufdeckung sorgte Ende 2023 bundesweit für großes Aufsehen, selbst die Bundestierschutzbeauftragte äußerte sich empört. Bis heute ermittelt die Staatsanwaltschaft Gera wegen Tierquälerei (AZ 754 UJs 17614/23). Auf Grund einer Anzeige der Betreiberfirma ermittelt nun aber die Staatsanwaltschaft auch gegen die beiden Tierrechtler und gegen ANINOVA wegen Tierquälerei, Hausfriedensbruch und Verleumdung. "Das ist völlig absurd, die wollen uns wohl einschüchtern", so Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA. Weitere Informationen hier.

Hermsdorf/Bobeck (Thüringen)/ Cloppenburg (Niedersachen)/Sankt Augustin (NRW), 11.02.2025. Ende 2023 hat ANINOVA e.V. erschreckendes Bildmaterial aus einer Hähnchenmast in Hermsdorf/Bobeck (Saale-Holzland-Kreis, Thüringen) veröffentlicht. Der Betrieb lieferte damals und auch heute an die Firma Astenhof, welche wiederum zur Sprehe-Gruppe in Niedersachsen gehört. Die Bilder zeigten einen brutalen und gesetzeswidrigen Umgang der Mitarbeitenden mit Tieren. So wurde in hunderten Fällen dokumentiert, wie Hühner illegal notgetötet wurden. Die Aufnahmen sind 2019 und 2023 durch zwei Ermittler entstanden, die sich in dem Betrieb anstellen ließen und mit versteckter Kamera gefilmt haben. "Solch eine Brutalität habe ich wirklich selten gesehen", sagt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA.

Besonders schockierend war für die Ermittler, mit welcher Selbstverständlichkeit Hühner misshandelt und sich über Vorschriften einfach hinweggesetzt wurde. So sagten Mitarbeitende beim Töten von Tieren den Ermittlern: "Das hast Du jetzt nicht gesehen" oder: "Das darf man so nicht machen, aber es ist einfacher so". Insbesondere die Aussagen der Mitarbeitenden in Bezug auf anstehende Kontrollen durch die "Initiative Tierwohl", QS oder dem zuständigen Veterinäramt lassen den Schluss zu, dass der Betrieb genau weiß, wann eine Kontrolle ansteht. So sagt eine Mitarbeiterin dem Ermittler: "Wir müssen dann immer alles schön machen" und eine andere Person sagt in Bezug auf QS: "Die melden sich vorher immer an". "Angemeldete Kontrollen kann man sich natürlich sparen. Hinzu kommt, dass natürlich kein Mensch ein Tier brutal quält, wenn gerade eine Kontrolle durchgeführt wird", so Peifer und ergänzt: "Solche Kontrollen sind einfach nutzlos".



Nachdem ANINOVA das Bildmaterial Ende 2023 veröffentlicht hat, hat der Hauptabnehmer des Fleisches, der Lebensmittelhändler REWE, reagiert und die Zusammenarbeit mit dem Betrieb beendet, ebenso Penny. Doch nur wenige Monate später hat die Supermarktkette das Fleisch wieder eingelistet. "Das ist für mich völlig unverständlich", so Peifer. Auch die "Initiative Tierwohl" hat der Firma nur vorübergehend das Siegel entzogen. "Dabei hat der Betrieb seit Jahren gegen die Vorgaben des Siegels verstoßen", moniert Peifer. Bis heute ermittelt die Staatsanwaltschaft Gera (AZ 754 UJs 17614/23) wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. "Sowohl REWE als auch die Initiative Tierwohl sollten die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abwarten", fordert Peifer.

Auf Grund einer Anzeige durch die Mastanlage ermittelt nun aber auch die Staatsanwaltschaft Gera (AZ 754 Js 40739/23) gegen die beiden Ermittler sowie gegen den ANINOVA-Vorstandsvorsitzenden, Jan Peifer, wegen Hausfriedensbruch, Tierquälerei und Verleumdung. So wird den Ermittlern vorgeworfen, dass sie bei Tierschutzverstößen nicht eingeschritten seien und sogar selbst Tiere gequält hätten. Zudem sollen sie sich illegal Zugang auf das Betriebsgelände verschafft haben. "Das ist völlig absurd, hier wird jetzt versucht, uns zu kriminalisieren und einzuschüchtern", so Peifer und weiter: "Fakt ist, ohne die versteckten Aufnahmen hätte niemand erfahren, wie es im Inneren der Mastanlage zugeht."

ANINOVA hat heute ein weiteres Video veröffentlicht, darin lässt die Organisation erneut die Ermittler über das Erlebte sprechen. Das Video und weitere Informationen hier.

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Datum: 11.02.2025 - 13:30 Uhr
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Recht und Verbraucher


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