Frist zum Klimaschutzprogramm: Deutsche Umwelthilfe fordert effektive Klimaschutzmaßnahmen für Verkehr, Gebäude und Landnutzung
ID: 2200406

(ots) - Bis heute Abend sind die Bundesministerien gesetzlich verpflichtet, Maßnahmen für das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung vorzulegen. Das Programm muss die Einhaltung der Klimaziele bis 2030 und 2040 sicherstellen. Dass schon das aktuelle Klimaschutzprogramm unzureichend ist und nachgebessert werden muss, hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg 2024 nach einer Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) entschieden. Um die laut Projektionsbericht bestehende Klimalücke von mehr als 500 Millionen Tonnen CO2 bis 2040 zu schließen, fordert die DUH unter anderem ein Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen, 80 auf Landstraßen und 30 innerorts, eine Sanierungsoffensive sowie die verbindliche Wiedervernässung von 50.000 Hektar Moor pro Jahr, eine klimaschutzorientierte Nutzung der Wälder und mehr Bäume und Sträucher auf landwirtschaftlichen Flächen.
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Alleine im Verkehr werden bis 2040 mehr als 300 Millionen Tonnen CO2 zu viel ausgestoßen. Verkehrsminister Patrick Schnieder steht gesetzlich in der Pflicht, diese Lücke zu schließen und effektive Klimaschutzmaßnahmen vorzulegen. Dazu gehören ein Tempolimit, die Abschaffung klimaschädlicher Subventionen und der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor. Dass sich die Bundesregierung in der aktuellen Lage auf einen Flirt mit der Autoindustrie einlässt und auf EU-Ebene in Aussicht stellt, das Verbrenner-Aus aufzuweichen, ist absurd. Wenn die Bundesregierung kein ausreichendes Klimaschutzprogramm vorlegt, werden wir es mit unserer anhängigen Klimaklage vor dem Bundesverwaltungsgericht erzwingen."
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Wir haben 2024 ein rechtskräftiges Urteil errungen für mehr Klimaschutz in den Sektoren Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft. Wir brauchen die natürlichen Senken für unvermeidbare Restemissionen und gleichzeitig schaffen wir mit ihnen einen Mehrwert für Klimaanpassung und Artenschutz. Das Klimaschutzprogramm muss den überfälligen langfristigen Transformationspfad für Moor, Grünland und Wald aufzeigen, um Planungssicherheit zu schaffen. Das bedeutet nicht nur die Förderung von Bewirtschaftungsumstellungen, sondern auch verbindliche Vorgaben für ausreichend Klimaschutz bei der Bewirtschaftung von Wald, Moor und Auen."
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH: "Der Gebäudesektor ist seit Jahren Sorgenkind beim Klimaschutz, mit dem 'Bau-Turbo' verschärft Bauministerin Hubertz die Situation zusätzlich. Denn mit dieser Regelung wird Neubau auf der grünen Wiese ohne ausreichende Umweltverträglichkeitsprüfung weiter angekurbelt. Damit regiert die Bauministerin ganz konkret an den Problemen der Menschen in Deutschland vorbei, denn der 'Bau-Turbo' bringt weder bezahlbare noch klimazielkompatible Gebäude und Wohnungen. Stattdessen muss sich die Bauministerin für das Bauen im Bestand einsetzen - statt eines 'Bau-Turbos' brauchen wir den 'Umbau-Turbo'. Die Ministerin muss so schnell wie möglich eine Sanierungsoffensive der energetisch schlechtesten Gebäude auf den Weg bringen. Wir werden die Vorschläge aller Ministerien für das Klimaschutzprogramm genau prüfen und notfalls gerichtlich sicherstellen, dass durch sie die Jahresemissionsmengen einhalten werden."
Hintergrund:
Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte die Bundesregierung nach einer Klage der DUH zu Nachbesserungen des Klimaschutzprogramms verpflichtet. Gegen das Urteil in den Sektoren Energiewirtschaft, Industrie, Gebäude, Verkehr, Abfallwirtschaft und Sonstiges hat die Bundesregierung Revision eingelegt, für den Landnutzungssektor ist das Urteil rechtskräftig. Eine Verhandlung der Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht erwartet die DUH 2026.
Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch@duh.de
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin
0170 7686923, metz@duh.de
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse@duh.de
www.duh.de
Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuellWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 24.09.2025 - 13:46 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2200406
Anzahl Zeichen: 4352
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Bundesregierung
Diese Pressemitteilung wurde bisher 306 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Frist zum Klimaschutzprogramm: Deutsche Umwelthilfe fordert effektive Klimaschutzmaßnahmen für Verkehr, Gebäude und Landnutzung"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsche Umwelthilfe e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
- "Bordershops" in deutsch-dänischer Grenzregion verkaufen jährlich 650 Millionen Dosen illegal ohne Pfand an skandinavische Kundinnen und Kunden und verstoßen damit gegen das Verpackungsgesetz - Gericht stellt klar: Ausnahme von der Pfandpflicht gilt nur für den unmittelbaren Expo
Pressezitat: Expertenrat kritisiert Klimaschutzprogramm der Bundesregierung: Deutsche Umwelthilfe sieht Rückenwind für Klimaklage und fordert umgehende Nachbesserungen ...
In seinem heute veröffentlichten Gutachten kritisiert der Expertenrat für Klimafragen die CO2-Prognose der Bundesregierung als zu optimistisch: Die Verfehlung der Klimaziele sei vermutlich größer als angenommen. Auch das im März beschlossene Klimaschutzprogramm der Bundesregierung reiche nicht
Gebäudemodernisierungsgesetz und Neubau von Gaskraftwerken im Kabinett: Deutsche Umwelthilfe kritisiert fossile Rolle rückwärts bei Wärme und Strom ...
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die heutigen Kabinettsbeschlüsse zum Gebäudemodernisierungsgesetz und zum Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz (StromVKG) scharf. Im Gebäudesektor wird der Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen rückgängig gemacht, obwohl private Haushalte d
Weitere Mitteilungen von Deutsche Umwelthilfe e.V.
Klimaschutzprogramm fällig: Bundesregierung muss liefern / Neuer BUND-Plan für wirksames Maßnahmenpaket ...
- Klimaschutz keine Frage des Gutdünkens - verpflichtende Klimaziele in Gefahr - Bundesregierung mit Klimaschutzprogramm vor klimapolitischem Lackmustest - Lösungen im Kampf gegen die Klimakrise bekannt - BUND zeigt Weg auf Die Bundesregierung steht vor ihrem klimapolitischen Lackmustest:
Studie zeigt: Millennials und Gen Z verzichten zunehmend auf Lebensversicherungen ...
- Deutsche Verbraucher unter 40 Jahren lehnen traditionelle Lebensversicherungen ab, wegen mangelnder Unterstützung in ihrer aktuellen Lebensphase (45 Prozent), hoher Prämienkosten (29 Prozent) und dem Mangel unmittelbarer Vorteile (19 Prozent). - Die Mehrheit bevorzugt stattdessen Leistungen,
Das Heer unter neuer Führung: Generalmajor Dr. Christian Freuding folgt GeneralleutnantAlfons Mais ...
Am 1. Oktober 2025 übergibt der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer, die Dienstgeschäfte des Inspekteurs des Heeres von Generalleutnant Alfons Mais an Generalmajor Dr. Christian Freuding. Der Übergabeappell findet in der von-Hardenberg-Kaserne in Strausberg statt. Als Redner
10-Punkte-Plan bremst Energiewende / FÖS-Kurzanalyse macht Widersprüche zwischen Energiewende-Monitoring und Plänen des Bundeswirtschaftsministeriums deutlich ...
In einer von den EWS Elektrizitätswerke Schönau eG in Auftrag gegebenen Kurzanalyse hat das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) den im "Energiewende-Monitoring" von Wissenschaftlern analysierten Stand der Energiewende samt Handlungsempfehlungen mit sogenannten "Schlüss




