Freier Zugang zur Psychotherapie muss bleiben - keine neuen Hürden für Hilfesuchende!

Freier Zugang zur Psychotherapie muss bleiben - keine neuen Hürden für Hilfesuchende!

ID: 2211095

Das Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW) appelliert im Bundestag, psychisch erkrankten Menschen den direkten Weg in die Behandlung zu sichern.



Tania Gosh, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und Dieter Adler, Vorsitzender des Deutschen Psychotherapeuten NetzwerksTania Gosh, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und Dieter Adler, Vorsitzender des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerks

(firmenpresse) - Berlin, 11. November 2025 - Gestern fand im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages eine öffentliche Anhörung zur Petition "Erhalt des freien Zugangs zur Psychotherapie" statt. Der Vorsitzende des Deutsches Psychotherapeuten Netzwerk (DPNW), Dieter Adler, stellte dabei klar: "Psychotherapie ist für Patientinnen und Patienten ein ebenso intimes Gebiet wie die Gynäkologie für Frauen. Jeder, der Hilfe bei uns sucht, sollte diese auch ohne Zustimmung des Haus- oder Kinderarztes bekommen können."

Der Koalitionsvertrag sieht ein verpflichtendes Primärarztsystem vor, wonach Versicherte zunächst eine Haus- oder Kinderarztpraxis aufsuchen müssten, bevor ein Psychotherapeut angesprochen werden darf. Laut Adler würde diese Regelung für psychisch erkrankte Menschen "die ohnehin schon schwierige Situation mit langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz noch weiter verschlechtern".

Die Petition des DPNW wurde mit über 37 000 Mitzeichnungen auf der Petitionsplattform des Bundestages angenommen. In der Anhörung plädierte Adler zudem für eine bessere Steuerung von Therapieplätzen, z. B. durch eine zentrale Warteliste: "Sinnvoll wäre etwa eine zentrale Warteliste oder Sammelstelle, damit Hilfesuchende nicht 20 bis 30 Therapeuten abtelefonieren müssen."

Der Verband erhebt deshalb zwei zentrale Forderungen:
•Den freien Erstzugang zur Psychotherapie für gesetzlich Versicherte - ohne vorherigen Arztbesuch oder Überweisung.
•Eigene zentrale Vermittlungsstellen von Therapieangeboten, damit Wartezeiten verkürzt und Terminierung von Therapieplätzen verbessert wird.

"Wir stehen nicht im Wettbewerb mit Hausärztinnen und Hausärzten", so Adler weiter. "Im Gegenteil: Wir holen Konsiliarberichte ein, wenn wir als Psychotherapeuten eine Einschätzung zur Notwendigkeit einer Therapie abgeben."

Die Anhörung zeigte: Wenn psychisch erkrankte Menschen frühzeitig und niederschwellig Hilfe benötigen, darf der Zugang nicht durch zusätzliche Hürden erschwert werden. Das DPNW begrüßt die Diskussion im Bundestag, fordert aber zeitnah klare gesetzliche Garantien - damit die Versorgung nicht weiter verzögert wird.



Über den Verband
Das "Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk" (DPNW) wurde am 02.05.2019 in Bonn gegründet. Es hat über 2.800 Mitglieder und 13.500 Abonnenten seines Freitags-Newsletters. Damit ist der DPNW drittgrößter Berufsverband im Bereich Psychotherapie. Der Vorstand besteht aus: 1. Vorsitzender: Dipl.-Psych. Dieter Adler, 2. Vorsitzende: Dipl.-Psych. Claudia Reimer, Dipl.-Päd. Sevgi Meddur-Gleissner. Mehr unter: www.dpnw.de

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Datum: 11.11.2025 - 11:50 Uhr
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