Noa-Bank am Ende
ID: 245017
Noa-Bank am Ende
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin hat die Noa-Bank, vor der ÖKO-TEST schon im Februar warnte, am 18. August 2010 wegen drohender Überschuldung für die Kunden geschlossen und ein so genanntes Moratorium angeordnet. Das bedeutet: Die Einlagen sind eingefroren, Sparer und Anleger kommen bis auf weiteres an ihr Geld nicht heran. Die BaFin prüft jetzt, ob die Vermögenswerte der Bank ausreichen, um die Verbindlichkeiten zu decken. Sollte das nicht der Fall sein, wird die BaFin spätestens in sechs Wochen den Entschädigungsfall feststellen. Die Kundeneinlagen in Höhe von insgesamt 172 Mio. Euro sind dann bis zu einem Betrag von 50.000 Euro pro Anleger durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) geschützt.
Überraschend kommt die Schließung der Bank nicht. Wie ÖKO-TEST bereits berichtete, untersagte die Aufsicht der Noa-Bank schon seit dem 24. Juni, neue Kundeneinlagen anzunehmen und Krediten zu vergeben. Ursache dafür waren aufsichtsrechtliche Zweifel an der ausreichenden Eigenkapitalausstattung des Instituts, da seinen Geschäftszweck seit Jahresanfang erweitert hatte: Bankgründer Francois Jozic hatte mittlerweile seine Vorläufer-Firma, den Factoring-Dienstleister Quorum AG in die Noa-Bank integriert. Dessen Kapitalausstattung war aber offensichtlich zu schwach. Die nunmehr als Noa Factoring firmierende Tochter der Noa-Bank stellte am gestrigen Mittwoch beim Amtsgericht Düsseldorf Insolvenzantrag, was dann letztlich zum Moratorium führte. Kurz zuvor hatte "die andere Bank" die Zinsen für ihr Tagesgeldkonto noch von 1,5 Prozent auf 0,75 Prozent gekürzt.
Während die Bank noch im Mai in Wirtschafts- und Finanzmagazinen als Spitzenreiter bei den Tagesgeldkonten rangierte, hatte ÖKO-TEST schon Ende Februar den Verdacht geäußert, dass die Noa-Bank in erster Linie als Refinanzierungsquelle für das Factoringgeschäft von Bankgründer Jozic dienen sollte. "Dass", so warnten wir seinerzeit, "passt weder zum vermarkteten Image des "social bankings", noch ist es ohne Risiko." Denn beim Factoring kauft die Bank den Firmen offene Forderungen ab, um diese dann später einzutreiben. Für die Vorfinanzierung ist viel Geld nötig. Ob das Geschäftsmodell hält, was es verspricht, bezweifelten wir daher schon damals- und zwar gleich aus mehreren Gründen. Von den eingesammelten 50 Millionen Euro Einlagen waren seinerzeit zum Beispiel nur 3,3 Millionen Euro an Krediten neu vergeben worden. Die überschüssige Liquidität wurde daher bei anderen Banken geparkt oder in Anleihen von Großkonzernen investiert. "Mit solchen Einlagegeschäften lassen sich die versprochenen hohen Zinsen aber nicht dauerhaft finanzieren" warnte ÖKO-TEST. Jetzt müssen sich die Anleger zumindest für die Zeit bis zur Entschädigung mit Mini-Zinsen begnügen, sofern sie überhaupt ihre Zinsansprüche geltend machen können.
Abgesichert sind maximal 50.000 Euro pro Sparer ? inkl. erzielter Zinsen. Ausgezahlt wird das Geld aber erst nach offizieller Feststellung des Entschädigungsfalls. Dann schreibt die EdB jeden Kunden an, damit er seine Ansprüche anmelden kann. Bis das Geld fließt, kann es dann noch mal bis zu drei Monate dauern.
Den gesamten Artikel "Öko-Banken" finden Sie unter:
http://presse.oekotest.de/presse/M1003-AlternativeBanken.pdf
ÖKO-TEST Verlag GmbH
Niederlassung Augsburg / Presse
Kobelweg 68a
86156 Augsburg
Tel. 0821 / 450 356 -32
Fax 0821 / 450 356 -78
E-Mail: presse@oekotest.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 19.08.2010 - 17:31 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 245017
Anzahl Zeichen: 3807
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 224 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Noa-Bank am Ende"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
ÖKO-TEST (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Textilbälle sind deutlich besser als ihre Pendants aus Kunststoff. Zu diesem Ergebnis kommt das ÖKO-TEST-Magazin in einem aktuellen Test. Das Labor fand in den Plastikspielbällen unter anderem erhebliche Mengen an Phthalaten, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und zinnorganische
ÖKO-TEST vegane Kosmetik ...
Tierisch ernst Nicht verkehrsfähig: In einem Nagellack fand ÖKO-TEST freies Phenol, eine in Kosmetik verbotene Substanz. Kostenloses Bildmaterial zum Download: http://presse.oekotest.de Vegane Kosmetik bedeutet nicht gleich qualitativ hochwertige Kosmetik. Zu diesem Ergebnis kommt das V
ÖKO-TEST Kinderfrüchtetee ...
Chemie im Durstlöscher ÖKO-TEST kritisiert, dass einige Tees zu viel Zucker enthalten. Kostenloses Bildmaterial zum Download: http://presse.oekotest.de Zugesetzte Aromastoffe, Rückstände von Pestiziden, Vitaminzusätze und Zucker - das sind Zutaten, die eigentlich nicht in ein Geträn
Weitere Mitteilungen von ÖKO-TEST
Brüderle gegen EU-Rohstoffsteuer: Gesamtstrategie notwendig ...
Überlegungen in der EU-Kommission, eine Steuer auf den Rohstoffverbrauch vorzuschlagen, werden vom Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Rainer Brüderle, entschieden zurückgewiesen. Bundesminister Brüderle: "Eine Steuer auf den Rohstoffverbrauch würde die internationale Wett
Lohnforderungen - Kaufkraftargument zieht nicht ...
Die deutsche Volkswirtschaft müht sich gerade erfolgreich aus der schwersten Krise der Nachkriegszeit heraus und schon werden wieder Stimmen laut, die einen kräftigen Lohnnachschlag fordern. Ver.di-Chef Bsirske möchte den Unternehmen sogar erklären, dass höhere Löhne keine Kosten, sondern Na
Jahresbericht 2009: Direct Line stärkt erneut Position im Markt ...
Für die Direct Line Versicherung AG war 2009 wieder ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Trotz negativer Marktentwicklung in der Kfz-Versicherungsbranche stellte der Direktversicherer Weichen für neues Wachstum sowie wegweisende Produkte und Leistungen. Während sich die Kfz-Versicherungsbranc
Hausratversicherung: Informationen zum Versicherungswert und Wohnungswechsel ...
Die meisten Haushalte in Deutschland verfügen bereits über eine Hausratversicherung. Dieses gilt sowohl für Eigentümer von Haus oder Wohnung als auch für Mieter. Die Hausratversicherung leistet bei Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel sowie Einbruchdiebstahl, Raub und Vandalism




