Studie: Betrüger stehlen Luxusmarken wertvollen Web-Traffic
Luxusmarken am stärksten von Online-Markenmissbrauch betroffen.Verdächtige E-Commerce-Seiten verzeichnen rund die Hälfte des Webverkehrs legitimer Luxusprodukte-Seiten.
Grundlage der Studie ist die Analyse öffentlich verfügbarer Daten von fünf bekannten europäischen Luxusmarken. Die Daten zeigen, wie Betrüger beträchtliche Anteile des Webtraffics, der über die Suche nach Luxusmarken generiert wird, abfangen, indem sie legitime Techniken für Suchmaschinen-Marketing unterwandern.
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1.100 Webadressen mit missbrauchten Markennamen
Eine besonders populäre Methode ist weiterhin Cybersquatting: In der Studie enthielten die Domainnamen (URL) von über 1.100 Seiten einen der untersuchten Luxus-Markennamen. Damit profitieren die Betrüger einerseits davon, wenn Nutzer den Markennamen direkt über die Adresszeile ihres Browsers suchen, andererseits von optimierten Suchmaschinenrankings. Zusätzlich investieren die Betrüger auch in Paid Search-Werbung: Mehr als 50 verdächtige Händler kauften einen der fraglichen Markennamen als Keyword, um Traffic auf ihre Webseiten umzuleiten.
Frederick Felman, CMO bei MarkMonitor: "Die Betrüger sind erfahrene Experten im Online-Marketing und extrem effektiv darin, große Volumina an Traffic zu generieren. Sie lehnen alle Regeln des legalen Geschäftsgebarens ab. Im Internet schaffen sie sehr leicht lokalisierbare Onlineplattformen, die auf kriminelles Verhalten und Betrug spezialisiert sind."
Bis 80 Prozent "Preisnachlass" auf verdächtigen E-Commerce-Kanälen
Ein weiterer Fokus des aktuellen Brandjacking Index ist die Untersuchung verdächtiger E-Commerce-Kanäle. Hier identifiziert die Studie rund 6.700 fragwürdige Verkäufer für die fünf Luxusmarken. Die populärsten Kanäle für betrügerische Aktivitäten sind laut Studie Großhandelsseiten: Rund 4.000 Anbieter waren für etwa 12.000 Einträge auf 12 Business-to-Business (B2B)-Börsen verantwortlich. Die Anbieter gaben an, über Produktionskapazitäten von Tausenden Stück jährlich zu verfügen, einige nannten sogar mehrere Millionen Stück. Der durchschnittliche Verkaufspreis auf den B2B-Börsen lag im Schnitt 80 Prozent unter dem Einzelhandelspreis echter Luxusartikel.
Die Studie identifizierte auch über 1.400 fälschungsverdächtige Händler mit fast 3.600 Angeboten auf 10 Endkunden-Plattformen, sowie Auktionsseiten und Pay-Per-Click-Seiten. Auch 1.200 dezidierte E-Commerce-Seiten, die verdächtige Waren anboten, fand die Studie. Hier lag der durchschnittliche Verkaufspreis rund 45 Prozent unter dem eigentlichen Einzelhandelspreis.
Das Ausmaß der gefundenen verdächtigen Aktivitäten bestätigt auch die Ergebnisse der aktuellsten Gesamtstudie zum Online-Markenmissbrauch. Mit einem Plus von 23 Prozent im Jahresvergleich ergab der Brandjacking Index "2009 - The Year in Review" in Bezug auf Luxusmarken den größten Anstieg an Missbrauchsfällen in allen untersuchten Branchen.
Methodologie
Der Brandjacking Index ist eine unabhängige Studie von MarkMonitor, die den Online-Missbrauch führender Marken verfolgt und analysiert. Es werden keine persönlichen Daten verwendet. Eckpfeiler der Studie ist die Analyse öffentlich zugänglicher Daten mit Hilfe von MarkMonitor-eigenen Algorithmen. Die vorliegende Ausgabe des Brandjacking Index basiert auf Schlussfolgerungen aus Daten von führenden Suchmaschinen, Online-Marktplätzen, Whois-Einträgen und Alexa Traffic-Schätzungen.
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Datum: 13.09.2010 - 12:55 Uhr
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