Christen brauchen unsere Unterstützung
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Christen brauchen unsere Unterstützung
Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder hat am Sonntag seine Gespräche in Kairo zur Lage der Christen in Ägypten beendet. Zum Abschluss seiner Unterredungen war er unter anderem mit Großscheich Ahmad Al-Tayyeb zusammengekommen, der obersten religiösen Autorität des sunnitischen Islam in Ägypten. Außerdem traf Kauder den ägyptischen Religionsminister Mahmud Zaqzouq.
Bereits am Samstag war der Fraktionsvorsitzende von Papst Shenouda III., dem Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche in Privataudienz empfangen worden. Er hatte auch eine koptische Gemeinde besucht und Gespräche mit Repräsentanten der anderen christlichen Kirchen geführt. Kauder wollte sich auf seiner Reise nach dem Anschlag vom Neujahrstag auf eine koptische Kirche in Alexandria, bei dem 23 Menschen getötet worden waren, vor Ort ein Bild von der Lage der Christen in Ägypten machen. Kauder wurde von der Kirchenbeauftragten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Maria Flachbarth und der stellvertretenden Vorsitzenden des Menschenrechtsausschusses des Bundestags Ute Granold begleitet.
Zum Fazit seiner Reise erklärt Kauder:
"Durch unsere zahlreichen Gespräche haben wir ein sehr differenziertes Bild von der Lage der Christen in Ägypten gewonnen.
Nach dem furchtbaren Anschlag in Alexandria war es wichtig, den Christen in Ägypten unsere Anteilnahme persönlich auszusprechen. Papst Shenuda habe ich auch eine entsprechende Botschaft der Bundeskanzlerin überbracht. Christen werden im Nahen und Mittleren Osten immer häufiger Opfer sinnloser Gewalt von Terroristen. Deshalb war es für uns wichtig, nach der Bluttat von Alexandria mit dieser Reise ein besonderes Zeichen der Solidarität mit den Christen in Ägypten zu setzen. In Ägypten hat das Christentum eine seiner ältesten Wurzeln. Insbesondere wir Christdemokraten müssen angesichts dieser Entwicklungen besonders wachsam sein.
Deutschland und Ägypten müssen bei der Bekämpfung des Terrorismus eng zusammenarbeiten. Gewalt darf nicht die Oberhand gewinnen. Fanatiker müssen zurückgedrängt werden. Die ägyptische Regierung hat dargelegt, dass sie das Verbrechen von Alexandria mit Nachdruck aufklären will. Diese Anstrengungen gilt es zu würdigen.
Sowohl die ägyptische Regierung als auch der oberste Repräsentant der Muslime Großscheich Al-Tayyeb haben zu unserer Freude die Kopten als eine Säule der ägyptischen Gesellschaft bezeichnet. Deutschland sollte die Beziehungen zu Ägypten intensivieren und zu einem gleichberechtigten Zusammenleben der Religionen beitragen. An einem stabilen ägyptischen Staat haben die Christen ebenfalls ein elementares Interesse.
Deshalb sollte Deutschland den Dialog der Religionen in Ägypten positiv begleiten. An der deutschen Universität in Kairo und an deutschen Schulen wird bereits Hervorragendes geleistet. Kopten und Muslime lernen hier, wie uns berichtet wurde, miteinander. Das ist ein gutes Beispiel, das ausgebaut werden sollte.
Deutschland hat Interesse an einem gedeihlichen Zusammenleben der Religionen in Ägypten. Allerdings berichteten uns Vertreter der Zivilgesellschaft von vielfältigen Benachteiligungen, die Kopten im täglichen Leben erfahren. Dies habe ich in meinen Unterredungen auch deutlich angesprochen. Ich habe die Vertreter der ägyptischen Regierung aufgefordert, ein Klima der Diskriminierung nicht zuzulassen."
Hintergrund:
Auf Initiative der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat der Deutsche Bundestag am 17. Dezember bereits einen Antrag verabschiedet, der sich für die Verteidigung der Religionsfreiheit in aller Welt und insbesondere den Schutz der Christen einsetzt (BT-Drs. 17/2334).
Die Reise findet kurz nach dem koptischen Weihnachtsfest statt. Im ägyptischen Alexandria waren bei einem Anschlag auf die Neujahrsmesse 23 Menschen ums Leben gekommen, rund 100 wurden zum Teil schwer verletzt.
In mindestens 64 Ländern der Erde, in denen fast 70 Prozent der Weltbevölkerung leben, ist die Religionsfreiheit sehr stark eingeschränkt oder nicht vorhanden. Im Irak lebten vor 20 Jahren 1,4 Millionen Menschen christlichen Glaubens. Heute sind es weniger als 200.000. Vor 60 Jahren waren in der Türkei 20 Prozent der Menschen Christen. Heute beträgt ihr Anteil ganze 0,15 Prozent. Das zeigt: Seit Jahren gibt es einen steigenden Exodus von Christen aus ihrer Heimat. Im indischen Bundesstaat Orissa wurden zwischen 2007 und 2009 50.000 Christen vertrieben oder ermordet.
CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
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Datum: 10.01.2011 - 12:15 Uhr
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