Militärreklame erreicht fast eine Million Jugendliche

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Militärreklame erreicht fast eine Million Jugendliche



(pressrelations) - ine Million Jugendliche haben Jugendoffiziere und Wehrdienstberater der Bundeswehr im vergangenen Jahr mit ihrer Werbung erreicht. Das teilte das Verteidigungsministerium auf Anfrage der innenpolitischen Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke, mit. "Das systematische Werben um junges Kanonenfutter ist unvereinbar mit humanitären Grundsätzen", erklärt dazu Ulla Jelpke. Die Abgeordnete weiter:

"Jugendoffiziere konnten voriges Jahr vor rund 139.000 Schülerinnen und Schülern im Unterricht auftreten, um ihnen die Auffassungen der Bundeswehr über 'Sicherheitspolitik' darzulegen. Zusätzlich konnten Wehrdienstberater in Vorträgen vor 197.000 Schülerinnen und Schülern versuchen, diesen eine Karriere als Zeitsoldat schmackhaft zu machen.

Auf Messen und Ausstellungen wurden nach offiziellen Angaben außerdem 590.000 Jugendliche erreicht. An Truppenbesuchen nahmen 22.000 'Zielgruppenangehörige' der Nachwuchswerber teil. Insgesamt haben die PR-Arbeiter der Bundeswehr demnach knapp 950.000 Jugendliche direkt beworben.

Die Sorge der Bundeswehr um ihren Nachwuchs muss riesig sein, wenn sie Schulen als -Rekrutierungsstätten missbraucht. Angesichts der Tragik von Kindersoldaten weltweit ist dies geradezu obszön. Schulen verletzen zudem elementare Bildungsprinzipien, wenn sie das Thema Sicherheitspolitik einseitig von Reklameagenten des Militärs darlegen lassen.

Die Zahlen zeigen allerdings auch, dass die Nachfrage nach Vorträgen speziell von Wehrdienstberatern rückläufig ist - um genau ein Drittel. Die Bundeswehr sorgt mit ihren makabren, bisweilen tödlichen Ritualen selbst dafür, dass ihre Nachwuchssorgen nicht abreißen. Und solange sie nicht von ihrem Kriegskurs lässt, tun Jugendliche gut daran, einen weiten Bogen um sie zu machen."

Die Antwort des Bundesverteidigungsministeriums auf die Schriftliche Frage von Ulla Jelpke finden Sie im Internet: http://www.ulla-jelpke.de




F.d.R. Christian Posselt
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Datum: 02.02.2011 - 13:15 Uhr
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