Bei Euro-SOX wird ITSM eine zentrale Rolle spielen
Euro-SOX betrifft alle Unternehmen von so genanntem öffentlichem Interesse mit einer Bilanzsumme von über 80 Mio. Euro. Dazu gehören etwa die DAX-notierten Firmen ebenso wie Banken, Versicherungen, Energieversorger oder Monopolunternehmen. Brisant ist die Richtlinie für das Management der Unternehmen deshalb, weil sie persönlich haften, sofern keine nachweisbare Dokumentation beispielsweise des internen Kontrollsystems (IKS), Revisionssystems und Riskmanagements besteht. „ITSM spielt dabei eine herausragende Rolle, weil es in alle Kontrollsysteme hineinspielt“, urteilt Fremmer.
Er warnt allerdings davor, sich diesem Thema erst dann zu widmen, wenn die Prüfung bevorsteht, zumal aus seiner Praxiserfahrung heraus die Prozessstrukturen vielfach deutliche Mängel aufweisen und deshalb umfangreichere Maßnahmen erforderlich sind. „Die IT-Prozesse lassen sich nicht im Handumdrehen den Anforderungen anpassen, deshalb bedarf es einer frühzeitigen Analyse der gegebenenfalls erforderlichen Verbesserungen oder Anpassungen der bestehenden ITSM-Verhältnisse“, empfiehlt Fremmer. Aus seiner Sicht muss dabei nicht zwangsläufig auf eine Zertifizierung hingearbeitet werden, „die Orientierung an internationalen Standards ist aber in jedem Fall unerlässlich.“
Andererseits erwartet der exagon-Consultant, dass die Euro-SOX-Anforderungen dem IT Service Management eine höhere Wertigkeit verleihen wird. „Vermutlich wird durch die Beschäftigung mit den EU-Vorschriften in den Führungsetagen mancher Unternehmen erstmals die Bedeutung von ITSM wahrgenommen“, vermutet Fremmer und erwartet dadurch auch positive Effekte für die ITSM-Verantwortlichen in den Firmen. „Ihr Tun braucht eine ihrer Bedeutung für den funktionierenden Geschäftsbetrieb angemessene Akzeptanz“, sieht er hier derzeit noch deutliche Defizite.
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