Schatzsuche im Bakterien-Genom
ID: 548141
Schatzsuche im Bakterien-Genom
EU fördert Actinomyceten-Forscher am HZI mit 1,5 Millionen Euro.
Für die Suche nach heilkräftigen Wirkstoffen aus der Natur erhält der Nachwuchsforscher Dr. Andriy Luzhetskyy jetzt finanzielle Starthilfe aus Brüssel. Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, kurz ERC) unterstützt Luzhetskyys Arbeit an Actinomyceten, einer Gruppe von Bakterien, die zahlreiche biologisch aktive Substanzen bilden. Mit ihrer Hilfe will Luzhetskyy potenzielle neue Medikamente ausfindig machen, die sich beispielsweise als Antibiotika einsetzen lassen. Der junge Wissenschaftler wird in den kommenden fünf Jahren durch einen so genannten "ERC Starting Grant" in Höhe von insgesamt 1,5 Millionen Euro gefördert. Luzhetskyy leitet eine Arbeitsgruppe am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarbrücken (HIPS), einer Außenstelle des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig.
Actinomyceten stellen außergewöhnlich viele chemische Verbindungen her und geben sie in ihre Umwelt ab. Einige dieser Stoffe töten oder hemmen andere Organismen ? vermutlich um den Actinomyceten einen Vorteil in der Konkurrenz um Nahrung und Lebensraum zu verschaffen. Von der biologischen Wirkung der produzierten Substanzen kann auch der Mensch profitieren: Zu ihrem vielfältigen Spektrum zählen Antibiotika und Medikamente gegen Tumore.
Die Forschung kennt bereits etliche Naturprodukte aus Actinomyeten, doch noch längst nicht alle: In den Bakterien schlummern vermutlich noch viele ungehobene Schätze. "Actinomyceten haben rund 8000 Gene", erklärt Luzhetskyy. "Bei mehr als 3000 davon wissen wir nichts über ihre Funktion." Das liegt unter anderem daran, dass ganze Komplexe von Genen gewissermaßen "schlafen" und unter normalen Laborbedingungen nicht aktiv sind. Auf welche Weise sie angeschaltet werden und welche Stoffe sie dann synthetisieren, ist in den meisten Fällen noch unbekannt.
Luzhetskyy und sein Team wollen die "Schläfer" im Mikroben-Genom jetzt aufwecken: Mit gentechnischen Methoden, die sie speziell für die Actinomyceten entwickeln werden, hoffen sie stillgelegte Gene anschalten und ganze Stoffwechselwege gezielt in Gang setzen zu können.
Luzhetskyy hat fünf Jahre Zeit, nach solchen verborgenen Naturstoffen zu suchen. "Am Ende wollen wir ein Spektrum von Methoden für die Produktion neuer Naturstoffe aus Actinomyceten etabliert haben", sagt Luzhetskyy. "Und wir hoffen, dass möglichst viele neue Medikamente daraus entwickelt werden können."
(Ansprechpartner: HZI, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 0531-6181-1400)
Weitere Informationen:
ERC Starting Grants
Das Kürzel ERC steht für "European Research Council", den von der Europäischen Kommission gegründeten Europäischen Forschungsrat. Ziel des ERC ist es, Wissenschaftler zu fördern, die bahnbrechende visionäre Forschung betreiben und dabei die Grenzen zwischen Grundlagenforschung und angewandter Wissenschaft überbrücken. Die "Starting Grants" des ERC unterstützen junge Wissenschaftler, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen, aber bereits herausragende Fähigkeiten unter Beweis gestellt haben.
Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern. www.helmholtz-hzi.de
Das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland
Das Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) ist eine Außenstelle des Helmholtz- Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und wurde gemeinsam mit der Universität des Saarlandes im Jahr 2009 gegründet. Wo kommen neue nachhaltige Wirkstoffe gegen weit verbreitete Infektionen her, wie kann man diese für die Anwendung am Menschen optimieren und wie werden sie am besten durch den Körper zum Wirkort transportiert? Auf diese Fragen suchen die Forscher am HIPS mit modernsten Methoden der pharmazeutischen Wissenschaften Antworten.
www.helmholtz-hzi.de/HIPS
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 03.01.2012 - 15:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 548141
Anzahl Zeichen: 4531
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 243 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schatzsuche im Bakterien-Genom"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
is für Medizin geht an Emmanuelle Charpentier Prof. Emmanuelle Charpentier vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig ist eine der beiden Empfänger des Louis-Jeantet-Preis für Medizin im Jahr 2015. Charpentier erhält den mit 700.000 Schweizer Franken dotierten Preis
Jamming in tumours ...
s Just like healthy cells, tumour cells need nutrients and oxygen in order to survive. For this reason, a tumour of a certain size has to ensure that it is connected to the blood circulation. In doing this, it is supported by cells of the innate immune system, the neutrophil granulocytes or brie
Störfunk im Tumor ...
Wie ein Immunmolekül Krebszellen verhungern lässt Das Eiweißmolekül Interferon-beta (IFN-ß) hat in seinem Namen die gleichen lateinischen Wurzeln wie das englische Wort "interfere", zu Deutsch "einmischen". Genau das tut der Signalstoff, der bei Infektionen und Krebserk
Weitere Mitteilungen von Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI)
Nahostgespräche in Amman ersetzen nicht die Aufnahme Palästinas in die UNO ...
Zu den heute beginnenden israelisch-palästinensischen Gesprächen erklärt das Mitglied des Parteivorstandes der LINKEN, Wolfgang Gehrcke: Die durch das Nahost-Quartett assistierten israelisch-palästinensischen Gespräche in der jordanischen Hauptstadt Amman tragen Alibi-Charakter. Die israeli
ZDF-Special zu Dreikönig - Willi Weitzel erforscht Bedeutung des christlichen Feiertags ...
ndung "Ein guter Grund zu feiern" bildet am Freitag, 6. Januar 2012, 17.50 Uhr, den Abschluss des christlichen Weihnachtsprogramms im ZDF. Der Journalist und studierte Theologe Willi Weitzel geht der Frage nach, welche theologische Bedeutung und welche Botschaften das uralte christliche Fe
Rösler: Arbeitsmarkt bleibt weiter auf Erfolgskurs ...
Datum: 3.1.2012 Zu den heute vom Statistischen Bundesamt und der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen erklärt der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler: "Der Arbeitsmarkt bleibt weiter auf Erfolgskurs. Zum Jahresende bestätigt er
Bester Staffelstart für den Start der 6. Staffel 'Rach, der Restauranttester' bei RTL ...
Christian Rach hatte in der ersten neuen Folge der preisgekrönten Real-People-Doku "Rach, der Restauranttester" für den Besitzer des "Reiterstüble" in Sindelfingen keine Hoffnung mehr Doch der Hamburger Spitzenkoch gab nicht auf und das honorierten auch die Zuschauer: Mit 24
VOGEL: Arbeitsmarkt hat sich 2011 fantastisch entwickelt (03.01.2012) ...
BERLIN. Zu den aktuellen Arbeitslosenzahlen erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Johannes VOGEL: Der Arbeitsmarkt hat sich fantastisch entwickelt. 2011 waren so viele Menschen erwerbstätig wie noch nie zuvor. Die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie seit über 2




