Mitteldeutsche Zeitung: Extremismus
Theater setzt Püschel Stuhl vor die Tür
ID: 548336
umstrittenes Mitglied Hans Püschel den Stuhl vor die Tür gesetzt und
beurlaubt. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche
Zeitung (Mittwoch-Ausgabe). "Wir mussten uns klar distanzieren",
sagte sein Bruder Volker Püschel. Er hatte zuvor den Ältestenrat der
Hobby-Truppe zusammengerufen. Hans Püschel, früheres Mitglied der SPD
und Bürgermeister von Krauschwitz, hatte sich nach einem
NPD-Parteitag in Hohenmölsen offen zu der rechtsextremen Partei
bekannt und später für sie bei der Landtagswahl im März 2011
kandidiert.
Grund für den Rauswurf seien Äußerungen auf der Internetseite
Püschels zu der Mordserie an Ausländern gewesen. Dort sei von einer
(angeblichen) Überfremdung Deutschlands und einem legitimen
Widerstand dagegen zu lesen gewesen, sagte Volker Püschel. Trotz
der jetzigen Entscheidung stehe seinem Bruder aber die Tür offen,
wenn er sich "von jenen kruden bis ungeheuerlichen Ansichten"
distanziere. Warum der Rauswurf nicht schon früher kam, bleibt
unklar. Der Gosecker Pfarrer Daniel Schilling-Schön, der Püchels
Rolle in einigen Aufführungen der Theatergruppe übernommen hat,
räumte Fehler mittlerweile ein. Man habe sich nicht rechtzeitig im
Internet über Püschels politische Ansichten informiert. "Als das aber
geschehen ist, war es nicht mehr möglich, weiter mit ihm zu spielen",
sagte der Pfarrer.
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Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200
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Datum: 04.01.2012 - 02:00 Uhr
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