Neue OZ: Kommentar zu Italien / Schifffahrt / Unglücke
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Plötzlich ist die Katastrophe ganz nah. Mit dem vermissten Paar
aus Ibbenbüren ist die Albtraum-Kreuzfahrt nicht mehr nur ein
tragischer Unfall irgendwo im Mittelmeer, sondern eine Kollision, die
unmittelbar betroffen macht. Und sie macht wütend, weil sie
vermeidbar war: Zwei Tage nach dem Unglück steht fest, dass die
Ursache für die Havarie an der toskanischen Küste auf menschliches
Versagen zurückzuführen ist.
Warum der Kapitän das riesige Schiff so dicht an das Festland
steuerte, werden die anstehenden Untersuchungen klären müssen. Ob
aber nur der erste Mann an Bord Fehler machte oder auch seine
Untergebenen fahrlässig gehandelt und damit die Folgen verschlimmert
haben, wird ebenfalls zu prüfen sein. Traurig ist, dass ein solches
Ergebnis nicht überraschen würde. Denn in der Kreuzfahrtbranche
herrscht ein gnadenloser Preiskampf. Mit der Folge, dass der
Besatzung auf vielen Schiffen Hungerlöhne gezahlt werden. Nur so
können die Gesellschaften Luxusfahrten für ein paar Hundert Euro
anbieten.
Die Qualität einer solchen Billig-Crew muss in Zweifel gezogen
werden. Diese Besatzungen werden zum Risiko. Zwar lassen sich
menschliche Fehler niemals völlig ausschließen, aber wenn die
Kreuzfahrt-Gesellschaften nicht an ihrem Personal sparen würden, wäre
das ein Beitrag zu mehr Sicherheit.
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Datum: 16.01.2012 - 22:00 Uhr
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