Studie: Umlenkung von EU-Subventionen könnte Millionen "grüner" Jobs schaffen / NABU fordert von Merkel Reformeifer für Naturschutz und Beschäftigung
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der derzeitigen Brüsseler Subventionen würde etwa eine halbe Million
Arbeitsplätze schaffen, belegt eine vom NABU-Dachverband BirdLife
International und anderen europäischen Umweltverbänden in Auftrag
gegebene Studie, die am Mittwoch in Brüssel vorgestellt wird. "Unsere
Studie beweist: Wenn die EU auch nur einen geringen Teil ihrer
Milliarden-Subventionen umlenken würde, dann könnten damit Millionen
neue Jobs geschaffen werden und zugleich würde Europa vor teuren
Umweltproblemen bewahrt", erklärt NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
Zum Vergleich: Derzeit werden laut Schätzungen mit 78 Prozent des
EU-Haushalts nicht mal 1,2 Millionen Jobs unterstützt. "Wir können es
uns in Europa nicht mehr leisten, derart ineffizient mit unserem Geld
umzugehen", erklärt Konstantin Kreiser, EU-Haushaltsexperte beim
NABU. "Die EU-Subventionen müssen dorthin fließen, wo dauerhaft
Umweltschutz, Wirtschaft und Beschäftigung profitieren."
So fordert der NABU für die laufenden Verhandlungen zum
EU-Haushalt 2014-2020 die Bundesregierung auf, nicht nur von anderen
ein verantwortungsvolles Haushalten zu fordern. "Es kann nicht sein,
dass die Bundeskanzlerin und ihr Finanzminister europaweit
Sparsamkeit propagieren, aber gleichzeitig zulassen, dass ein großer
Teil unserer Steuergelder via Brüssel nach dem Prinzip Gießkanne
verteilt werden", kritisiert Tschimpke. "Ob bei der Agrar- oder der
Regionalförderung, immer wenn es in Brüssel konkret wird, ist der
Reformeifer der deutschen Minister dahin: Sie nehmen viel zu viel
Rücksicht auf die Besitzstandswahrer zuhause und achten viel zu wenig
auf die starken Umwelt- und Beschäftigungseffekte von "grünen"
Subventionen und Investitionen."
Die vom britischen Institut GHK durchgeführte Studie zeigt, dass
ein ökologischer Umbau von EU-Subventionen sich sofort sehr positiv
auf den Arbeitsmarkt auswirken würde - und diese Effekte sich
langfristig noch verstärken, denn der schonendere Umgang mit
Ressourcen wie Artenvielfalt, Wasser, Boden und Energie fördert
erwiesenermaßen die dauerhafte Wirtschaftsentwicklung und damit auch
den Arbeitsmarkt. Am Beispiel Naturschutz wird dies besonders
deutlich: Würde die EU das Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000
ausreichend finanzieren, könnten allein dadurch mindestens 180.000
Arbeitsplätze entstehen - und das kurzfristig, und vor allem in
strukturschwachen Regionen. Unter anderem würden Tourismus und
Landwirtschaft, aber auch die Bauwirtschaft und der lokale
Dienstleistungssektor profitieren.
In diesem Zusammenhang fordert der NABU auch, dass die EU ihr
Umweltförderprogamm LIFE mit mindestens 1Milliarde Euro jährlich für
Naturschutzprojekte ausstattet. Derzeit sind es nur 120 Millionen
Euro. Das entspricht nicht einmal 0,1Prozent des EU-Haushaltes -
während jedes Jahr weit mehr als 50 Milliarden Euro aus Brüssel in
die Landwirtschaft fließen, das entspricht satten 40 Prozent des
EU-Budgets.
Für Rückfragen:
Konstantin Kreiser, NABU-Referent für Internationale
Biodiversitätspolitik, Telefon mobil 0172 417 97 30 Claus Mayr,
NABU-Direktor Europapolitik, Tel. +32 2 280 08 30, mobil 0172 596 60
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Im Internet zu finden unter
http://www.nabu.de/themen/naturschutz/eunaturschutz/finanzierung/
http://www.nabu.de/themen/umweltpolitik/ Studie und Zusammenfassung
in englisch zum download ab Mittwoch, 8. Februar, 15.30 Uhr.
Originaltext vom NABU
Pressekontakt:
NABU-Pressestelle, Telefon: 0 30.28 49 84-1510, -1722,
Telefax: 0 30.28 49 84-2500, E-Mail: Presse@NABU.de
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Datum: 07.02.2012 - 12:26 Uhr
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