Studie: Umlenkung von EU-Subventionen könnte Millionen "grüner" Jobs schaffen / NABU for

Studie: Umlenkung von EU-Subventionen könnte Millionen "grüner" Jobs schaffen / NABU fordert von Merkel Reformeifer für Naturschutz und Beschäftigung

ID: 569094
(ots) - Eine ökologische Umschichtung von nur 14 Prozent
der derzeitigen Brüsseler Subventionen würde etwa eine halbe Million
Arbeitsplätze schaffen, belegt eine vom NABU-Dachverband BirdLife
International und anderen europäischen Umweltverbänden in Auftrag
gegebene Studie, die am Mittwoch in Brüssel vorgestellt wird. "Unsere
Studie beweist: Wenn die EU auch nur einen geringen Teil ihrer
Milliarden-Subventionen umlenken würde, dann könnten damit Millionen
neue Jobs geschaffen werden und zugleich würde Europa vor teuren
Umweltproblemen bewahrt", erklärt NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Zum Vergleich: Derzeit werden laut Schätzungen mit 78 Prozent des
EU-Haushalts nicht mal 1,2 Millionen Jobs unterstützt. "Wir können es
uns in Europa nicht mehr leisten, derart ineffizient mit unserem Geld
umzugehen", erklärt Konstantin Kreiser, EU-Haushaltsexperte beim
NABU. "Die EU-Subventionen müssen dorthin fließen, wo dauerhaft
Umweltschutz, Wirtschaft und Beschäftigung profitieren."

So fordert der NABU für die laufenden Verhandlungen zum
EU-Haushalt 2014-2020 die Bundesregierung auf, nicht nur von anderen
ein verantwortungsvolles Haushalten zu fordern. "Es kann nicht sein,
dass die Bundeskanzlerin und ihr Finanzminister europaweit
Sparsamkeit propagieren, aber gleichzeitig zulassen, dass ein großer
Teil unserer Steuergelder via Brüssel nach dem Prinzip Gießkanne
verteilt werden", kritisiert Tschimpke. "Ob bei der Agrar- oder der
Regionalförderung, immer wenn es in Brüssel konkret wird, ist der
Reformeifer der deutschen Minister dahin: Sie nehmen viel zu viel
Rücksicht auf die Besitzstandswahrer zuhause und achten viel zu wenig
auf die starken Umwelt- und Beschäftigungseffekte von "grünen"
Subventionen und Investitionen."

Die vom britischen Institut GHK durchgeführte Studie zeigt, dass


ein ökologischer Umbau von EU-Subventionen sich sofort sehr positiv
auf den Arbeitsmarkt auswirken würde - und diese Effekte sich
langfristig noch verstärken, denn der schonendere Umgang mit
Ressourcen wie Artenvielfalt, Wasser, Boden und Energie fördert
erwiesenermaßen die dauerhafte Wirtschaftsentwicklung und damit auch
den Arbeitsmarkt. Am Beispiel Naturschutz wird dies besonders
deutlich: Würde die EU das Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000
ausreichend finanzieren, könnten allein dadurch mindestens 180.000
Arbeitsplätze entstehen - und das kurzfristig, und vor allem in
strukturschwachen Regionen. Unter anderem würden Tourismus und
Landwirtschaft, aber auch die Bauwirtschaft und der lokale
Dienstleistungssektor profitieren.

In diesem Zusammenhang fordert der NABU auch, dass die EU ihr
Umweltförderprogamm LIFE mit mindestens 1Milliarde Euro jährlich für
Naturschutzprojekte ausstattet. Derzeit sind es nur 120 Millionen
Euro. Das entspricht nicht einmal 0,1Prozent des EU-Haushaltes -
während jedes Jahr weit mehr als 50 Milliarden Euro aus Brüssel in
die Landwirtschaft fließen, das entspricht satten 40 Prozent des
EU-Budgets.

Für Rückfragen:

Konstantin Kreiser, NABU-Referent für Internationale
Biodiversitätspolitik, Telefon mobil 0172 417 97 30 Claus Mayr,
NABU-Direktor Europapolitik, Tel. +32 2 280 08 30, mobil 0172 596 60
98

Im Internet zu finden unter
http://www.nabu.de/themen/naturschutz/eunaturschutz/finanzierung/
http://www.nabu.de/themen/umweltpolitik/ Studie und Zusammenfassung
in englisch zum download ab Mittwoch, 8. Februar, 15.30 Uhr.

Originaltext vom NABU



Pressekontakt:
NABU-Pressestelle, Telefon: 0 30.28 49 84-1510, -1722,
Telefax: 0 30.28 49 84-2500, E-Mail: Presse@NABU.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  NABU warnt vor Abwürgen der Photovoltaik und Blockade der Energiewende / Tschimpke: Solar-Ausbau stabilisieren und Ausnahmen für Wirtschaft prüfen NABU: Endlich schaut der Bundestag auf Risiken des Pflanzenkillers Glyphosat / Verbot bei Ernteeinsatz sowie in Kleingärten ist überfällig
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 07.02.2012 - 12:26 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 569094
Anzahl Zeichen: 4029

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Umweltpolitik



Diese Pressemitteilung wurde bisher 290 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Studie: Umlenkung von EU-Subventionen könnte Millionen "grüner" Jobs schaffen / NABU fordert von Merkel Reformeifer für Naturschutz und Beschäftigung"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

NABU (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Nachhaltigkeit in der Wirtschaft: Wer es ernst meint, zeigt Wirkung! ...
Berlin (voices) Jörg-Andreas Krüger, Präsident (NABU-Bundesverband) zum Themen-Impuls: „3 Wege, wie Unternehmen Nachhaltigkeit neu definieren". Pressekontakt: Jérôme Lombard Pressesprecher Jerome.Lombard@NABU.de Copyright: NABU / Die Verwendung dieses Videos für redaktionelle Zwe

Kuck mal, wer da an der Nessel knabbert - Der NABU will wissen, welche Raupen an Brennnesseln zu finden sind ...
Bei Brennnesseln denken die meisten Menschen an Unkraut und juckende Quaddeln auf der Haut. Die Pflanze hat ein schlechtes Image und wird darum aus vielen Gärten verbannt. "Das ist schade, denn die Brennnessel ist für viele Schmetterlingsraupen eine wichtige Futterpflanze", sagt NABU-Ins

Mehr als eine halbe Million Menschen stellen sich gegen den Abbau von Umweltgesetzen / NABU-Präsident Krüger: Wer Umweltstandards abbaut, ignoriert die Interessen der Bevölkerung ...
Mehr als eine halbe Million Menschen europaweit fordern: Hände weg von unserer Natur! Mit ihrer Unterstützung der Kampagne "Hands Off Nature" senden sie ein deutliches Signal an die EU-Politik: Naturschutz darf nicht dem politischen Druck einzelner Lobbyinteressen geopfert werden. "


Weitere Mitteilungen von NABU


NABU warnt vor Abwürgen der Photovoltaik und Blockade der Energiewende / Tschimpke: Solar-Ausbau stabilisieren und Ausnahmen für Wirtschaft prüfen ...
Der NABU kritisiert den Streit der schwarz-gelben Koalition über einen Systemwechsel bei der Förderung der erneuerbaren Energien und eine drastische Drosselung des Ausbaus von Photovoltaik-Anlagen in Deutschland. "Wer ein halbes Jahr nach den Beschlüssen zum Atomausstieg das Erneuerbare-E

NABU, BUND und DNR fordern von Bauernverband den Stopp seiner irreführenden "Stoppt Landfraß"-Kampagne / Umweltverbände: Verkehrs- und Siedlungsbau statt Naturschutz bekämpfen ...
Zu Beginn der Internationalen Grünen Woche haben der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Naturschutzbund (NABU) und der Deutsche Naturschutzring (DNR) den Deutschen Bauernverband aufgerufen, sich für ein Ende des besorgniserregenden Landschaftsverbrauchs durch den Verkehrs

NABU fordert komplettes Schwerölverbot für Kreuzfahrtschiffe / NABU-Experten empfehlen Lehren aus "Concordia"-Unglück ...
Der NABU-Meeresbiologe Dr. Kim Detloff, der drei Jahre im Unglücksgebiet forschte, sieht große Gefahren für das Naturparadies vor der Insel Giglio, vor allem durch die 2400 Tonnen Schwer- und Dieselöl, die in den Tanks des verunglückten Kreuzfahrtschiffes gebunkert sind. "Schweröl ist

Grüne Woche: NABU fordert Engagement der Landwirte / Ökologische Vorrangflächen nutzen für gesunde Lebensmittel und Artenvielfalt ...
Zum Start der "Internationalen Grünen Woche" fordert der NABU mehr Engagement der Landwirte. "Obwohl sie ihr Einkommen zum großen Teil aus europäischen Agrarsubventionen beziehen, werden viele Landwirte ihrer Verantwortung für den Erhalt von artenreichen Landschaften, gesunden


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z