Westfalenpost: Kommentar zu Leiharbeit /Auf der Suche nach neuen Schlupflöchern/Werkverträge lösen Leiharbeit ab/Von Lorenz Redicker
ID: 574349
Arbeitgeber vom Gesetzgeber begrenzt worden - da haben findige
Lohndrücker schon eine neue Möglichkeit gefunden, Tarife, namentlich
auch den neuen Mindestlohn in der Zeitarbeit, zu umgehen. Das Mittel
der Wahl ist dabei ein altes: Werkverträge existieren bereits seit
Jahrzehnten. Vergeben wurden sie für Arbeiten, die nur gelegentlich
anfallen, für die also im eigenen Unternehmen gar kein Personal
vorhanden war. Die plötzlich massiv ansteigende Zahl der Werkverträge
ist indes ein sicheres Indiz dafür, dass es längst nicht mehr um
diesen klassischen Einsatz geht. Jetzt sollen Tariflöhne und
-bedingungen umgangen werden. Dass es für die Werkvertragler einen
Tarifvertrag gibt, hilft wenig, wird doch dieses mit der dubiosen
Gewerkschaft DHV geschlossene Vertragswerk oft umgangen. Abgesehen
davon, dass der Lohn selbstredend noch einmal deutlich unter dem
Mindestlohn der Zeitarbeit liegt. Das Problem für Gewerkschaften wie
Betroffene: die Nutzung von Werkverträgen ist legal, es gibt bislang
keine Handhabe gegen deren Missbrauch. Die Bundesarbeitsministerin
hat vor wenigen Tagen verlauten lassen, dass es mehr Transparenz
bedürfe und mehr Kontrolle. Ob das reicht? Gesetzlichen
Handlungsbedarf jedenfalls sieht Ursula von der Leyen nicht. Immerhin
gibt das Ministerium inzwischen zu, dass ein Problem mit
Werkverträgen bestehen könnte - bis vor wenigen Wochen war man im
Hause von der Leyen so weit noch nicht. Für Arbeitgeber ist die
Nutzung von Werkverträgen eine Möglichkeit, (Lohn-)Kosten zu drücken.
Im wachsenden Wettbewerb ist das sicherlich nicht zu unterschätzen.
Ob ein Unternehmer damit aber mittel- oder langfristig gut damit
fährt, ist noch die Frage: motivierte Mitarbeiter lassen sich mit
Hilfe von Werkverträgen wohl kaum gewinnen. Fakt ist: Mit Hilfe von
Werkverträgen könnte letztlich praktisch jede Arbeit, die in einem
Unternehmen anfällt, ausgelagert werden. Der Problemdruck wird also
wohl noch steigen. Und die Bundesregierung irgendwann reagieren.
Sicher ist: Findige Lohndrücker werden dann andere Schlupflöcher
finden.
Pressekontakt:
Westfalenpost Hagen
Redaktion
Telefon: 02331/9174160
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 14.02.2012 - 19:51 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 574349
Anzahl Zeichen: 2460
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Hagen
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 241 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalenpost: Kommentar zu Leiharbeit /Auf der Suche nach neuen Schlupflöchern/Werkverträge lösen Leiharbeit ab/Von Lorenz Redicker"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalenpost (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Oliver Ruhnert, der designierte Generalsekretär des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW), spricht Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in seiner Partei den nötigen Rückhalt ab. Merz habe "keine Hausmacht mehr", so Ruhnert im Interview mit der in Hagen erscheinenden WESTFALENPOST (Print: Mo
Westfalenpost: Herdecker Bürgermeisterin gibt erstes Interview nach Messerangriff ...
Die neue Bürgermeisterin von Herdecke, Iris Stalzer, hat sich rund drei Wochen nach der Messerattacke auf sie erstmals in einem Interview ausführlich öffentlich geäußert (Online: Freitag/ Print: Samstagsausgabe). Die 57-jährige SPD-Politikerin hatte am 7.Oktober in ihrem eigenen Haus lebensgef
Westfalenpost: Ministerpräsident Wüst: Keine neue Gebietsreform für NRW ...
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat die Kommunale Neugliederung in Nordrhein-Westfalen vor 50 Jahren gewürdigt. "Die Gebietsreform war ein wichtiger Schritt, um die kommunale Verwaltung in Nordrhein-Westfalen zukunftsfähig zu machen", sagt er der WESTFALENPOST (WP; Online Mitt
Weitere Mitteilungen von Westfalenpost
WAZ: Reines Löcher-Stopfen - Kommentar von Birgitta Stauber-Klein ...
Wir wissen es seit nahezu 40 Jahren. Den Sozialkassen gehen die Beitragszahler aus, weil die demografische Entwicklung seither auf dem Kopf steht. Doch an einen nachhaltigen Umbau der Systeme traut sich immer noch niemand heran - zu groß ist die Angst, dafür beim Wahlvolk abgestraft zu werden.
WAZ: Kein Wohlfühl-Knast - Kommentar von Tobias Blasius ...
Der Ruf nach schärferen Jugendstrafen wird verlässlich immer dann laut, wenn besonders dreiste oder brutale Taten junger Krimineller die Öffentlichkeit fassungslos machen und die Politik ohnmächtig erscheinen lassen. Ein solch reflexartiger Aufschrei muss nicht einmal falsch sein, denn mit U
WAZ: Billig-Professor - Kommentar von Christopher Onkelbach ...
Jammern die Professoren auf hohem Niveau? 50. 000 bis 70 .000 Euro im Jahr - ist das wenig? Und manche können ihr Salär durch Leistungszulagen noch deutlich aufstocken. Haben die Hochschullehrer und mit ihnen die Verfassungsrichter - einige selbst Professoren - die Bodenhaf
Neues Deutschland: zu denÜberschüssen der gesetzlichen Krankenkasse ACHTUNG!!!! KORREKTUR IM LETZTEN SATZ: Arbeitgeber statt Arbeitnehmer ...
Weder steht es dem Bundesfinanzminister zu, in die Kasse der gesetzlich Krankenversicherten zu greifen, noch sollte der Bundesgesundheitsminister den Kassen Ratschläge erteilen. Der Erste will genau das tun, was seine christlich-demokratische Partei bei der Einführung des Gesundheitsfonds immer




