Schwäbische Zeitung: An der Realität vorbei - Kommentar
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Ein Gewichtiger ist der Arbeitsmarkt: Wer nicht weiß, ob sein auf ein
Jahr befristeter Arbeitsvertrag verlängert wird, hat wohl andere
Sorgen, als an die Familienplanung zu denken. Von Frauen, die nach
einer Geburt nicht an ihren alten Arbeitsplatz zurückkehren können,
ganz zu schweigen.
Dazu kommt, dass die Betreuungsangebote - vor allem im ländlichen
Raum - jeder Beschreibung spotten. Kindergärten, die bis 14 Uhr
geöffnet haben, entsprechen nicht den Bedürfnissen von Eltern, die
beide einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen.
Doch auch Männer müssen es sich heutzutage gut überlegen, ob sie
Vater werden möchten. Die Trennungsraten sind hoch und im Falle des
Scheiterns einer Beziehung droht den Vätern schnell die Rolle des
jahrzehntelangen Zahlmeisters, der bei der Kindererziehung aber
vielleicht wenig zu melden hat. Und jetzt will die Junge Union
Kinderlose für Zustände bestrafen, für die die CDU mitverantwortlich
ist? Das geht an der Realität vorbei!
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Datum: 14.02.2012 - 21:22 Uhr
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