OV: Ein Abend im Kanzleramt
Thema: Die Kür Gaucks zum Kandidaten
Von Dirk Dasenbrock
ID: 578017
vorgestern im Kanzleramt. Als Angela Merkel feststellte, dass sie
nicht ihren Willen bekam, stattdessen Joachim Gauck akzeptieren
sollte, da war sie erst fassungslos und dann außer sich. Schreierei
mit Philipp Rösler. Androhung des Koalitionsbruchs.
Dass sie den nicht riskiert hat, das ist staatstragend. Denn es
hätte weitreichende Auswirkungen gehabt, da diese Bundesregierung der
Fels in der europäischen Euro-Brandung ist. Also gut so. Es waren
denn ja auch eher persönliche und kaum nachvollziehbare Vorbehalte
der Pastorentochter gegen den Pastoren, die sonst den Ausschlag
gegeben hätten.
Ein bisschen muss sich die Kanzlerin auch an die eigene Nase
fassen, denn gerade sie hat Personalentscheidungen immer auch
taktisch und strategisch behandelt. Ob die Person, die dann am Ende
in ihr Konzept passte, auch das Amt potentiell gut ausfüllte - das
war mindestens zweitrangig. Das hat sich beim höchsten Amt, das es in
Deutschland zu vergeben gibt, gerächt. Und nun hatte jemand anders
eine andere Strategie - und Erfolg damit. Der Sonntag war kein guter
Tag im Selbstverständnis der Angela Merkel.
Sei's, wie es sei. Joachim Gauck ist eine gute Wahl. Das werden
noch alle Parteichefs merken - denn er wird keinem nach dem Mund
reden. Und reden kann er wie kaum ein zweiter. Er ist ein begnadeter
Rhetor. Gauck wird einen Bürgerpräsidenten geben, der mit unbequemen
Ansichten den gesellschaftlichen Diskurs befördert.
Im übrigen haben wir, 22 Jahre nach der Wiedervereinigung,
demnächst eine Kanzlerin, geboren in Hamburg und aufgewachsen in
Brandenburg, und einen Bundespräsidenten, geboren und aufgewachsen in
Mecklenburg. Das deutsch-deutsche Projekt macht Fortschritte. Lieb
Vaterland, magst ruhig sein. Und der Rhein fließt gemütlich an Bonn
vorbei.
Pressekontakt:
Oldenburgische Volkszeitung
Andreas Kathe
Telefon: 04441/9560-342
a.kathe@ov-online.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 21.02.2012 - 08:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 578017
Anzahl Zeichen: 2210
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Vechta
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 238 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"OV: Ein Abend im Kanzleramt
Thema: Die Kür Gaucks zum Kandidaten
Von Dirk Dasenbrock"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Oldenburgische Volkszeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Oldenburgische Volkszeitung
Kölner Stadt-Anzeiger: CDU-Fraktionsvize Meister rügt FDP: "Liberale mit SPD und Grünen im Bett" ...
Die einseitige Festlegung der FDP-Führung auf den Präsidentschaftskandidaten Joachim Gauck gegen den erklärten Widerstand von Kanzlerin Angela Merkel und der übrigen Unionsführung sorgt in der CDU weiter für Unmut. "Ich finde es beachtlich, dass sich die Liberalen mit SPD und Grünen
Neue OZ: Kommentar zu Gauck ...
Rettungsanker für die Liberalen Sich strikt auf Joachim Gauck festzulegen war ungemein raffiniert von der FDP. Schließlich hätte sich der Sinkflug der Liberalen und ihrer Themen ohne den neuen Mann für das Präsidentenamt ungebremst fortgesetzt. Ihr Erfolg liegt deshalb nicht im takti
Neue OZ: Kommentar zu Koalition ...
Wo ist der Schaden? Schadenfreude herrscht bei SPD und Grünen über Angela Merkels Niederlage bei der Einigung auf Joachim Gauck zum Bundespräsidenten und über den Krach innerhalb der Koalition. Die FDP hat dagegen einen hart erkämpften Erfolg errungen, der den Liberalen vorkommen muss wie
Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zum Bundespräsidenten ...
Die entscheidende Frage in allen Lagern heißt Wie mache ich aus altgewohntem Kleinklein einen großen Wurf? Gauck, der gemeinsame Bekannte, war da letztlich die einfachste, die bequemste Lösung. Angela Merkel schien das als letzte in der Runde begriffen zu haben, war dann aber als erste schein




