Kauder: Wir dürfen keine unkalkulierbaren Risiken eingehen

Kauder: Wir dürfen keine unkalkulierbaren Risiken eingehen

ID: 580453
(ots) - Die Pressestelle der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
teilt mit: Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker
Kauder gab an diesem Donnerstag Focus-Online das folgende Interview.
Die Fragen stellte Martina Fietz:

Wie nachhaltig ist in der CDU die Verstimmung über die FDP nach
der Entscheidung über den Bundespräsidentenkandidaten?

Kauder: Unser oberstes Ziel war die Nominierung eines
parteiübergreifenden Kandidaten. Das ist gelungen. Der Weg dorthin
war durchaus schwierig, zugegeben. Wir werden mit der FDP aber
dennoch weiter gut zusammenarbeiten. Wir wollen, dass es Deutschland
auch in Zukunft gut geht. Die zuständigen Minister haben bereits in
dieser Woche eine Verständigung über die weitere Förderung der
erneuerbaren Energien erreicht. Das war lange umstritten. Nun ist
eine abgestimmte Lösung da. Allein das zeigt: Die Koalition
funktioniert.

Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler lässt weiter die Muskeln
spielen. Wie viel FDP Selbstdarstellung verträgt die Koalition?

Kauder: Die Bürger wollen, dass wir das Land vernünftig regieren.
Für parteipolitisches Geklingel haben sie wenig Verständnis. Eine
Koalition sollte sich auch immer durch Mannschaftsspiel auszeichnen.
Unter dieser Überschrift kommen Union und auch die FDP am weitesten.

Das Vorgehen der FDP ist auch ein Anbiedern an die SPD. Eröffnet
die Kandidaten-Findung auch neue Koalitionsoptionen für die Union?

Kauder: Die Bürger sehen unser Staatsoberhaupt als eine über den
Parteien stehende Institution. Ich glaube daher nicht, dass eine
Bundespräsidentenwahl irgendwie ein Vorbote künftiger Koalitionen
ist. In der Geschichte der Bundesrepublik hat es dies nur in einem
einzigen Fall gegeben. Ich halte von diesen Koalitionsspekulationen
daher wenig. Außerdem: Es ist eben ein parteiübergreifender Kandidat


gefunden worden und nicht ein Kandidat eines bestimmten
Parteienbündnisses.

Wie lange kann der Bevölkerung noch erklärt werden, es müsse Geld
nach Griechenland geschickt werden?

Kauder: Die Euroschuldenkrise verlangt von uns extrem schwierige
Entscheidungen. Keine Frage. Die neuen Hilfen für Griechenland
beruhen auf zwei Gedanken. Zunächst einmal sind wir in Europa zur
Solidarität mit den anderen Staaten verpflichtet, auch wenn ein
anderes Land uns vielleicht enttäuscht hat. Die, die seit Monaten von
einem Rauswurf Griechenlands aus dem Euro reden, vergessen das immer.
Europa ist eine Union. Griechenland wäre selbst in diesem Fall ja
weiter Mitglied der EU und müsste weiter gestützt werden. Außerdem
würde eine Pleite Griechenlands nur schwer kalkulierbare Risiken
heraufbeschwören. Ich erinnere an den Crash von Lehman Brothers.
Hätten die Amerikaner gewusst, dass dieser Konkurs eine weltweite
Finanzkrise auslöst, hätten sie die Bank nicht pleitegehen lassen.
Eine ähnliche Kettenreaktion droht auch im Fall einer Pleite
Griechenlands. Das dürfen wir nicht riskieren.

Wie kann man den Griechen helfen, wieder auf die Beine zu kommen?

Kauder: In Brüssel sind harte Verhandlungen geführt worden. Die
Griechen haben sich jetzt zu einem Programm verpflichtet, das
zumindest die Chance bietet, dass sie wieder auf die Beine kommen.
Klar, die anderen Europäer und vor allem Deutschland haben Druck
gemacht. Und die Anforderungen sind hart. Aber letztlich kann es nur
den Griechen nützen, wenn sie die notwendigen Reformen durchführen.
Sie können auch Hilfen aus den europäischen Töpfen erwarten. Es geht
da um vorhandene Mittel, die noch nicht abgerufen sind.

Was erwarten Sie für künftige Abstimmungen vor dem Hintergrund des
Zerwürfnisses in der Koalition bei der Präsidentenfrage - etwa zum
Euro?

Kauder: Wir werden hier an einem Strang ziehen. In den nächsten
Tagen werden wir gemeinsam die Vorlagen aus Brüssel prüfen und am
Ende gemeinsam entscheiden, wie wir den Entschließungsantrag für den
Montag formulieren werden.

Ist Angela Merkel durch den Prozess der letzten Tage geschwächt?

Nein. Gemeinsam mit Nicolas Sarkozy führt sie in Europa. Wenn sie
auf die Präsidentenfrage anspielen, hat sie die Kandidatensuche zu
einem vernünftigen Ende geführt, die uns manch schwierige Diskussion
erspart. Auch das ist gut angesichts der Herausforderungen. An diesem
Donnerstag hat sie auf der Gedenkveranstaltung für die Opfer der
Neonazi-Morde eine wirklich bewegende Rede gehalten.



Pressekontakt:
CDU/CSU - Bundestagsfraktion
Pressestelle
Telefon: (030) 227-52360
Fax: (030) 227-56660
Internet: http://www.cducsu.de
Email: pressestelle@cducsu.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Der Tagesspiegel: Beate Klarsfeld will Deutsche Burschenschaft weist Vorwurf des Rechtsextremismus entschieden zurück
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 23.02.2012 - 14:54 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 580453
Anzahl Zeichen: 5123

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 202 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Kauder: Wir dürfen keine unkalkulierbaren Risiken eingehen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

CDU/CSU - Bundestagsfraktion (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Lenz: Entschlossene Strukturreformen für Wettbewerbsfähigkeit ...
Wachstumskräfte stärken und Wohlstand sichern Anlässlich des Frühjahresgutachten des Sachverständigenrats erklärt der wirtschafts- und energiepolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Andreas Lenz: "Die deutsche Wirtschaft steht weiter unter erheblichem externem Druck. Hande

Weisgerber/Klein: Mediendienste-Investitionsverpflichtungs-Gesetz beschlossen ...
Aufbruch für den Filmstandort Deutschland Das Bundeskabinett hat heute das Mediendienste-Investitionsverpflichtungs-Gesetz beschlossen. Hierzu erklären die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Anja Weisgerber, und die kultur- und medienpolitische Sprecherin, Ottilie Klein

Luczak/Kießling: Grundlegende Novelle Baugesetzbuch beschlossen ...
Vorrang für Wohnungsbau statt neuer Auflagen Das Bundeskabinett hat heute eine umfassende Novelle des Baugesetzbuches beschlossen. Hierzu erklären der baupolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jan-Marco Luczak, und der zuständige Berichterstatter, Michael Kießling: Jan-Marco L


Weitere Mitteilungen von CDU/CSU - Bundestagsfraktion


Weiß/Zylajew: Konzept für die künftige Solarförderung ist ausgewogen ...
Die Bundesminister Norbert Röttgen (Umwelt) und Philipp Rösler (Wirtschaft) haben heute ihr Konzept für die künftige Solarförderung vorgestellt. Dazu erklären der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Weiß, und der zuständige Berichterstatter Willi Zyla

Mitteldeutsche Zeitung: Solarförderung Lieberknecht kritisiert Pläne zur Solarförderung ...
Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) ist mit der von der Bundesregierung geplanten Kürzung der Solarförderung nicht einverstanden. "So, wie das jetzt auf dem Tisch liegt, ist das natürlich noch diskussionswürdig", sagte sie der in Halle erscheinenden "M

Staatsministerin Böhmer: ?Die Gedenkfeier ist ein starkes Signal gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit? ...
"Die heutige Gedenkfeier ist ein starkes Signal von Politik und Gesellschaft gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Die wichtige Botschaft lautet: Für Rassismus und Gewalt ist kein Platz in unserem Land. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat deutlich gemacht: Die Angehörigen der Mord

Entscheidung der EU-Kommission, ACTA überprüfen zu lassen, ist richtig ...
Zur Auseinandersetzung um das umstrittene ACTA-Vertragswerk zur Durchsetzung von Urheberrechten erklärt die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Christine Lambrecht: Es ist gut, dass die EU-Kommission entschieden hat, das ACTAAbkommen noch einmal vom Europäischen Gerichtsho


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z