DER STANDARD-Kommentar: "Ausschuss ad absurdum" von Gerald John
ID: 581869
sind die Aufklärer mit dem Aktenstudium rasch fertig: Streichexzesse
spielten sich in den Steuerunterlagen des Lobbyisten Alfons
Mensdorff-Pouilly ab, die der U-Ausschuss im Parlament geliefert
bekam. Von einem Dokument war nur das Deckblatt lesbar.
Das Eisenstädter Finanzamt habe ebenjene Passagen geschwärzt, die für
den Ausschuss nicht relevant seien, lautet die Begründung. In der
burgenländischen Behörde müssen demnach wahre Koryphäen sitzen. Da
versuchen Ermittler, Staatsanwälte und nun auch Abgeordnete in
endloser Recherche die kompliziertesten Zahlungsströme zu entwirren -
und dann reichen zwei geschulte Beamtenaugen, um festzustellen, was
von Belang ist und was nicht.
Vorausgesetzt, es steckt keine unlautere Absicht dahinter: Sorgen um
den Datenschutz sind nicht nonchalant von der Hand zu weisen.
Tatsächlich haben publicitygeile Abgeordnete schon mit vertraulichen
Infos herumgeworfen. Doch für besonders heikle Akten sind spezielle
Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen; die Behörden können diese verlangen.
Eigenmächtige Zensur hingegen ist inakzeptabel. Die Schwärzungen
widersprechen laut Juristen nicht nur der Rechtslage, sondern führen
auch den Sinn des Ausschusses ad absurdum. Die (politische) Relevanz
fragwürdiger Vorgänge zu bewerten ist ja gerade die Aufgabe der
Parlamentarier - und nicht gesichtsloser Beamten.
Rückfragehinweis:
Der Standard, Tel.: (01) 531 70/445
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/449/aom
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 26.02.2012 - 18:29 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 581869
Anzahl Zeichen: 1686
Kontakt-Informationen:
Stadt:
"Geschwärzte Akten"; Ausgabe vom 27.02.2012 Wien
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 192 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"DER STANDARD-Kommentar: "Ausschuss ad absurdum" von Gerald John"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Der Standard (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Der Standard
Neues Deutschland: Zum Mitlesen von 37 Millionen E-Mails ...
Erst bemerkt der Verfassungsschutz nicht, dass Neonazis mordend durch das Land ziehen. Vermutlich hatte man Schnüffelcomputer noch mit zu wenigen Suchbegriffen gefüttert. Oder lag es vielleicht daran, dass die Geheimdienstler sich auftragsgemäß lieber mit den Abgeordneten der Linkspartei bes
WAZ: Keiner will Neuwahlen - Kommentar von Wilfried Goebels ...
Keiner will, keiner kann - Spekulationen über vorgezogene Neuwahlen in NRW haben derzeit wenig Substanz. Zwar könnte Rot-Grün nach der jüngsten Umfrage auf eine satte Mehrheit hoffen; doch das politische Klima ist stürmisch und höchst wechselhaft. Wer weiß, wie die Lage in wenigen Wochen
WAZ: Wer's glaubt - Kommentar von Winfried Dolderer ...
Wenigstens ist es jetzt keine Staatsaffäre mehr. Es ist nur noch Herrn Wulffs Privataffäre, über die am Wochenende mal wieder ein charakteristisches, nämlich bizarres Detail ans Licht kam. Jetzt soll es die Schwiegermutter gewesen sein, die die ominösen Sylt-Urlaube der Wulffs bezahlte. Wer
LVZ: FDP-Politiker fordert: Daumenschrauben gegenüber Griechenland anziehen / Erhebliche Zweifel an der Vertragstreue der Griechen ...
Ein "Anziehen der Daumenschrauben" gegenüber Griechenland fordert der FDP-Bundestagsabgeordnete und FDP-Generalsekretär von Thüringen, Patrick Kurth. Angesichts der jüngsten Angriffe auf die Bundeskanzlerin und der Unsicherheit durch die bevorstehenden Griechenland-Wahlen sagte Kur




