Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Piratenpartei
ID: 610592
ein rasanter Höhenflug: Die FDP und die Linken lässt die
Piratenpartei bereits hinter sich, und jetzt ist es nur noch ein
Schritt, bis sie die Grünen überholt. Und jede Meinungsumfrage trägt
zu einem weiteren Schub für die 2006 gegründete Gruppierung bei. Die
Nicht-, Wechsel- und Protestwähler, die noch unentschlossen sind,
sehen, dass sie mit ihrem Zweifel nicht allein sind. Der Wunsch nach
Neuem und das Versprechen totaler Transparenz kommen beim Wähler an.
Jetzt sind es zwölf Prozent, die im Bund den Piraten ihre Stimme
geben wollen. Nach der Ukraine könnte nun auch Deutschland eine
orangene Revolution erleben. Damit nehmen alle Rechenspiele der
sogenannten Etablierten einen ungewissen Ausgang. Auch Hannelore
Kraft sollte noch keine Wette auf eine rot-grüne Mehrheit nach den
Landtagswahlen in NRW abschließen. War es bisher die Linkspartei, so
könnten es nach dem 13. Mai die Piraten sein, die Mehrheiten
erschweren. Das Fatale für die großen Parteien: Sie wissen nicht, wie
sie den neuen Gegner packen können. Noch gleicht die Piratenpartei
einem Wackelpudding, der nicht an die Wand zu nageln ist. Daran
ändert auch das Grundsatzprogramm der Gruppierung nichts.
Ursprünglich ging es bei den Piraten um Internet-Themen wie ein neues
Urheberrecht. Inzwischen fordern sie ein bedingungsloses
Grundeinkommen für alle und die Freigabe von Drogen. Doch wie wollen
die Piraten diese Themen durchsetzen, wenn sie zugleich dem einzelnen
Abgeordneten mehr Freiheit bei der Abstimmung zubilligen wollen?
Bisher ist es so, dass dem Wähler viel versprochen wird, und er in
den Jahren nach der Stimmabgabe oft enttäuscht wird. Bei den Piraten
ist es anders: Sie versprechen nichts, also darf sich später niemand
darüber beklagen, dass er sich getäuscht fühlt. Richtig ist, dass
eine starre Fraktionsdisziplin den einzelnen Abgeordneten zum
Stimmvieh degradiert. Andererseits erhalten die Parlamente erst so
die notwendige Arbeitseffektivität. Wenn ich Piraten wähle, weiß ich
nicht immer, welche Politik diese Abgeordneten umsetzen. Denn auch
das ist Ziel der Piraten, dass sie nicht nur Utopien entwerfen,
sondern sie umsetzen wollen. Nur mit wem? Die SPD will mit den Neuen
immerhin sprechen. Bayerns CSU-Innenminister Joachim Herrmann bläst
zur Attacke. Heiner Geißler und Peter Altmaier von der CDU sprechen
den Piraten jede Koalitionsfähigkeit ab. Vor 30 Jahren wurde so über
die Grünen geredet. Wenn die Piraten erst einmal Verantwortung
übernehmen für eine Rentenkürzung, eine Steuererhöhung, über einen
gefährlichen Bundeswehreinsatz oder über Euro-Rettungspakete, wird
sich das Schicksal der Neuen entscheiden: entweder sie schwimmen mit
den anderen oder sie gehen unter.
Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 03.04.2012 - 20:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 610592
Anzahl Zeichen: 3165
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bielefeld
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 242 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Piratenpartei"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalen-Blatt (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der international renommierte Jazz-Trompeter Till Brönner befürchtet, dass Politik und Gesellschaft nichts aus der Zeit der Corona-Pandemie gelernt haben. "Das Erste, was wir tun, wenn es eng wird, ist ausgerechnet unsere DNA, nämlich die Kultur- und die Veranstaltungsbranche und die, die un
34 Polizeischüsse: Autofahrer gelähmt, Ermittlungen eingestellt ...
Die 34 Schüsse, die Polizisten vor zwei Jahren in Bad Salzuflen auf einen Audi und seinen Fahrer (19) abgegeben hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen - es wird keinen Prozess geben. Die Staatsanwaltschaft Detmold hat nach WESTFALEN-BLATT-Informationen das Verfahren gegen die beiden Herforder
NRW: Polizei überwacht afghanischen Sexualtäter ...
Im Kreis Herford (NRW) wird ein afghanischer Sexualstraftäter in Absprache mit dem Landeskriminalamt "engmaschig" von der Polizei überwacht. Der 24-Jährige, der als rückfallgefährdet gilt, hatte nach einer Sexualtat eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verbüßt und war in
Weitere Mitteilungen von Westfalen-Blatt
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Mordfall Lena ...
Was gestern in Osnabrück bekannt wurde, verschlägt einem die Sprache. Hätte die Polizei bereits im vergangenen Jahr ihren Job gemacht, könnte die elfjährige Lena noch leben. Diese bittere Erkenntnis wird die Trauer und Wut der Familie und Freunde ins Unermessliche steigern. Die, die ermitte
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Deutschland, Land der Ideen ...
Deutschland ist kreativ, und Ostwestfalen-Lippe spielt dabei ganz vorne mit! Es ist schon beeindruckend, mit welchem Ideenreichtum Mitarbeiter hierzulande dazu beitragen, Produktionsabläufe in den Betrieben effizienter zu gestalten. Das hilft den Unternehmen, viele Millionen Euro einzusparen. E
Rheinische Post: Amok in Amerika ...
Ein Kommentar von Frank Herrmann: Sicher, Amokläufer sind keine amerikanische Erfindung, auch Europa hat damit seine leidvollen Erfahrungen. Allerdings muss man sich schon fragen, was falsch läuft in einem Land, dessen Politiker nach einem Amoklauf mit sieben Toten den Eindruck erwecken, als
Westdeutsche Zeitung: Die Gefahr hinter den Haftbefehlen gegen NRW-Steuerbeamte = Von Horst Kuhnes ...
Glaubt man den Äußerungen mancher deutscher Wahlkämpfer, ist unser Nachbarland Schweiz keine Demokratie, sondern fast schon eine Bananenrepublik - zumindest, was das eidgenössische Rechtssystem betrifft: Hat sich die alpenländische Justiz doch erdreistet, aus politischen Motiven gegen drei




