Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Thema Afghanistan

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(ots) - Solche Schuldzuweisungen kann sich der
afghanische Präsident Hamid Karsai nicht mehr lange erlauben. Die
Nato-Soldaten seien mitverantwortlich für die Angriffsserie der
Taliban am vergangenen Wochenende. Spätestens in zwei Jahren muss
sich Karsai einen neuen Sündenbock suchen. Denn dann wird ein
Großteil der ausländischen Truppen das Land verlassen haben. Der
Präsident vergisst zu leicht, dass er ohne fremde Hilfe nicht einmal
sein Haus verlassen könnte, ohne von den Aufständischen attackiert zu
werden. Aber dennoch verlangt Karsai immer größere Gebiete, in denen
er die alleinige Verantwortung tragen will. Auch in der Hauptstadt
Kabul sollten die heimischen Sicherheitskräfte in der Lage sein, den
Wirkungskreis einiger weniger Aufständische einzuschränken. Sind sie
aber nicht. Erst nach 18 Stunden waren die Kämpfe beendet. Und wenn
der örtliche Polizeichef angesichts von fast 50 Toten stolz
verkündet, alles sei unter Kontrolle, zeigt er ein merkwürdiges
Verständnis von Sicherheit. Dem Westen läuft die Zeit davon. Ein
schneller Abzug erhöht die Gefahr eines Bürgerkrieges. Das darf
niemand wollen.



Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261



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drucken  als PDF  Mitteldeutsche Zeitung: zu Afghanistan Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Breivik-Prozess
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Datum: 16.04.2012 - 20:20 Uhr
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