NABU kritisiert Aufruf zur "Rettung der Jagd" durch die Gothaer Versicherung
ID: 619131
NABU auf die Wahlkampf-Hilfe der Gothaer Versicherung in
Nordrhein-Westfalen reagiert. In einem dramatisch formulierten Brief
hatte der Vorstandsvorsitzende der Gothaer-Versicherung mit Sitz in
Köln, Werner Görg, Jägerinnen und Jäger des Bundeslandes zur "Rettung
der Jagd in Nordrhein-Westfalen" aufgefordert und um Spenden an die
Jägerstiftung natur + mensch für eine Medienkampagne gebeten. "Die
Gothaer-Versicherung versucht sich hier in Stimmungsmache, um ein
zeitgemäßes Jagdgesetz in Nordrhein-Westfalen zu verhindern",
kritisierte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Die
Gothaer-Versicherung müsse sich nun öffentlich erklären, warum sie
sich auf die Seite derer stelle, die Tier- und Naturschutz im
Jagdrecht weiter schwächen wollen.
"Die Jagd in ihrer heutigen Form wird vom Naturschutz, vom
Tierschutz und großen Teilen der Öffentlichkeit zu Recht sehr
kritisch gesehen. Sowohl bestimmte Formen der Jagdpraxis als auch
derzeit gültige jagdrechtliche Bestimmungen sind nicht mehr
zeitgemäß, weil sie ökologische und ethische Gesichtspunkte nur
ungenügend berücksichtigen", betonte Miller. Der NABU setze sich
daher bundesweit und in Nordrhein-Westfalen für eine Neuorientierung
der Jagd ein.
In einem Brief vom heutigen Mittwoch forderte
NABU-Bundesgeschäftsführer Miller den Gothaer-Vorstandsvorsitzenden
Görg zum Rücktritt und Stopp der Kampagne auf. Sollte diese
fortgeführt werden, werde der NABU seine über 500.000 Mitglieder und
Förderer zum Versicherungswechsel und Boykott der Gothaer
Versicherung aufrufen.
"Dass der Vorstand der Gothaer jetzt aktiv in den NRW-Wahlkampf
eingreift und den Landesjagdverband in seinen Bemühungen unterstützt,
eine von SPD und Grünen geplante Änderung des Landesjagdgesetzes zu
verhindern, ist aus Sicht des NABU ein Skandal", sagte Josef
Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW. Mit Hilfe von Falschaussagen
würde hier ein Versicherer versuchen, Panikmache und Wahlkampf zu
Gunsten einer Interessengruppe zu betreiben.
In einem dem NABU vorliegenden persönlichen Schreiben, auf
Briefkopf der Gothaer vom 12. April, habe der passionierte Jäger Görg
und der ehemalige CDU-Bundeslandwirtschaftsminister Jochen Borchert
als Präsident des Landesjagdverbandes (LJV)NRW die 65.000
Jagdverbandsmitglieder dazu aufgefordert, für die Jägerstiftung natur
+ mensch zu spenden. Begründet wird dies mit dem drohenden "Aus für
die Jagd". So solle angeblich die ´Niederwildjagd komplett verboten
werden´. Dabei habe sich die von Borchert als Vorsitzendem geleitete
Jägerstiftung natur + mensch des Deutschen Jagdschutzverbandes laut
Satzung dem Natur- und Artenschutz verschrieben.
"Jetzt wird deutlich, dass wir es hier mit einer
Spendensammeleinrichtung für bundesweite Medienkampagnen zur
Glorifizierung der Jagd zu tun haben", so Tumbrinck. NRW stelle nur
den Auftakt für weitere teure bundesweite Imagekampagnen dar.
Klar ist für den NABU, dass das Landesjagdgesetz in NRW
grundlegend geändert werden muss. Das bedeutet aber nicht, dass damit
die Jagd abgeschafft wird. "Eine moderne Jagd ist Wildtiermanagement,
das die Erfordernisse des Tier- und Naturschutzes berücksichtigt und
damit auch zukünftig seinen Platz in Deutschland hat", erklärt
Tumbrinck. Damit reduziere sich aber die Liste der jagdbaren Arten,
wie auch der Umfang der Jagdzeiten, um unnötige Störungen zu
vermeiden. Für die Bevölkerung bestehe so wieder die Chance,
heimische Tierarten mit viel geringeren Fluchtdistanzen als heute aus
der Nähe beobachten zu können.
Im Internet zu finden unter www.NABU.de und www.NABU-NRW.de
Pressekontakt:
Josef Tumbrinck, Vorsitzender NABU NRW, mobil: 0171 38 67 379
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 18.04.2012 - 13:34 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 619131
Anzahl Zeichen: 4183
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Umweltpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 241 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"NABU kritisiert Aufruf zur "Rettung der Jagd" durch die Gothaer Versicherung"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
NABU (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Berlin (voices) Pauline Schur, Teamleiterin Klima & Verkehr (NABU-Bundesverband) zum Themen-Impuls: Tempo 30: kleines Schild, große Debatte – wie viel Verkehrswende steckt wirklich drin?. Pressekontakt: Julian Bethke Pressesprecher +4915259189658 Julian.Bethke@nabu.de Copyright: NABU
Tag des Grundgesetzes (23.5.): Naturschutz und Demokratie gehören zusammen / Ehrenamt zeigt, wie lebendig unsere Demokratie ist ...
Zum Tag des Grundgesetzes am 23. Mai betont der NABU (Naturschutzbund Deutschland) die Bedeutung demokratischer Beteiligung und eines starken Rechtsstaats. "Demokratie lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen und ihre Gesellschaft aktiv mitgestalten. Genau das passiert jeden Tag im N
Wo sind unsere Igel und Maulwürfe? / Vom 20. bis 30. September nach den heimlichen Gartenbewohner schauen und sie melden ...
Maulwürfe und Igel leben in vielen Gärten. Trotzdem bekommt man sie selten zu Gesicht. Vom 20. bis 30. September sind alle dazu aufgerufen, genauer hinzuschauen und die heimlichen Garten- und Parkbewohner zu melden. "Wer mitmacht, leistet einen Beitrag zum Artenschutz", sagt Milena Still
Weitere Mitteilungen von NABU
Welcher Fisch darf auf den Teller? / Greenpeace stellt neuen Einkaufsratgeber für Speisefische vor ...
Umweltbewusste Verbraucher können weiterhin ohne Bedenken Karpfen und Forelle essen; auf Aal und Rotbarsch sollten sie hingegen verzichten. Dies empfiehlt Greenpeace in der neuen Ausgabe des Einkaufsratgebers für Speisefische. Die unabhängige Umweltschutzorganisation bewertet darin rund 80 Art
Greenpeace-Schiff erreicht Elgin-Gasfeld in der Nordsee / Aktivisten nehmen Wasser- und Luftproben rund um havarierte Plattform ...
Greenpeace-Aktivisten haben heute Morgen mit dem gecharterten Schiff "Königin Juliane" das Elgin-Gasfeld vor der schottischen Küste erreicht. Sie untersuchen entlang der Sperrzone um die havarierte Gasplattform "Elgin" von Total, wie stark die Umwelt nach dem Unfall belast
Greenpeace: Jeder kann alte Buchen retten / Umweltschützer protestieren bundesweit für den Schutz alter Baumriesen ...
Für den Schutz alter Buchen protestieren am morgigen Samstag, den 31. 3., Greenpeace-Aktivisten in ganz Deutschland. In 54 Städten verteilen sie an Infoständen drei Meter lange Maßbänder an Passanten, mit denen sie den Umfang und das Alter der Bäume in ihrer Umgebung bestimmen können. Die
Chemie- und Papierindustrie stellen gemeinsame energiepolitische Positionen vor / Standort und Arbeitsplätze langfristig sichern ...
9. März 2012. Die chemische und die Papierindustrie in Baden-Württemberg sowie die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie haben Forderungen zur Energiepolitik formuliert. Das gemeinsame Positionspapier steht unter dem Titel "Nachhaltige Energieversorgung für Baden-Württemberg: b




