WAZ: Turbo-Wahlkampf zündet nicht. Leitartikel von Walter Bau
ID: 627528
diesen Tagen nicht: die Benzinpreise und der Breivik-Prozess,
Borussia und die Bayern, das Wetter. Ein Thema aber kommt nicht vor:
die Landtagswahl in NRW. Sähe man beim Weg durch die Stadt nicht die
wenig originellen Plakate der Parteien, man bekäme nichts von der
Wahl mit. Kurz und knackig sollte die Kampagne diesmal sein,
stattdessen kommt sie lahm und langweilig daher. Der viel zitierte
Turbo-Wahlkampf - er zündet nicht.
Das ausgeprägte Desinteresse der Wählerschaft ist vor allem in
zwei Punkten begründet. Zum einen: Es fehlt das Aufregerthema. Die
Bildung als klassisches landespolitisches Schlachtfeld bietet nach
dem Schulfrieden und dem allseits erklärten Verzicht auf
Studiengebühren kaum Ansatzpunkte für eine Profilierung. Der Versuch
von CDU und FDP, Rot-Grün eine verantwortungslose Politik auf Pump
anzuhängen, zieht ebenfalls nicht mehr - in Sachen Neuverschuldung
lag die Regierung zuletzt auf ähnlichem Niveau wie die schwarz-gelben
Vorgänger. Und das Thema Energie/Umwelt - wenn auch das Zukunftsfeld
schlechthin - ist für den Wahlkampf zu sperrig.
Zweiter Punkt: Es herrscht keine Wechselstimmung im Land wie etwa
2005, als viele Menschen die SPD nach 39 Jahren aus der Regierung
jagten. Zumal die Opposition vorrangig mit sich selbst beschäftigt
ist.
So dümpelt der Wahlkampf vor sich hin. SPD und Grüne setzen auf
den Trend gegen Schwarz-Gelb und die Popularität von
Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Die CDU scheint sich schon mit
einer Niederlage abgefunden zu haben. Wirkliche Spannung versprechen
allein die Fragen, ob es FDP und Linke wieder über die fünf Prozent
schaffen und ob die Piraten mit einem ein- oder zweistelligen
Ergebnis ins Parlament einrücken.
Hier liegt auch die wirkliche Gefahr für Rot-Grün: Sollte der Fall
eintreten, dass sich künftig gleich sechs Parteien im Landtag die
Plätze teilen müssen, dürfte es sehr eng werden für eine rot-grüne
Mehrheit. Dann drohen, wie schon nach der Wahl 2010, eine
unübersichtliche Gemengelage und ein langes Gezerre um Koalitionen
und Konstellationen. Reichlich Gesprächsstoff inklusive.
Fazit: Der Wahlkampf in NRW ist saft- und kraftlos. Nicht
ausgeschlossen, dass die Kampagne erst dann so richtig Fahrt
aufnimmt, wenn sie eigentlich gelaufen ist: am Wahlabend, wenn das
Ergebnis feststeht.
Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 - 804 6519
zentralredaktion@waz.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 29.04.2012 - 19:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 627528
Anzahl Zeichen: 2820
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Essen
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 330 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"WAZ: Turbo-Wahlkampf zündet nicht. Leitartikel von Walter Bau"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westdeutsche Allgemeine Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der NRW-Landesbeauftragte des Deutschen Roten Kreuzes für den Bevölkerungsschutz warnt davor, dass weite Teile der Bevölkerung trotz der ernsten Sicherheitslage nicht auf Krieg und andere große Krisen vorbereitet seien. Er rät dazu, neben den Erwachsenen auch Kinder und Jugendliche auf den Erns
WAZ: Lehrerverband-Präsident Düll: "Social-Media-Verbot passt nicht zum Wählen ab 16" ...
Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Stefan Düll, kritisiert Forderungen in der EU und in Deutschland, den Konsum von Social Media für Jugendliche einzuschränken. Anlass ist ein Votum des NRW-Landtages, das Wahlalter bei Landtagswahlen auf 16 abzusenken. "Das Wahlalter wird auf 16
WAZ: NRW-Gleichstellungsministerin Paul (Grüne) warnt vor Sexkaufverbot ...
NRW-Gleichstellungsministerin Josefine Paul (Grüne) ist gegen ein Sexkaufverbot. "Sexarbeit ist kein Beruf wie jeder andere und Prostituierte bedürfen eines besonderen Schutzes. Ein Verbot der Sexarbeit bedeutet nicht automatisch mehr Schutz, sondern das Abdrängen in ein nur schwer zu kontro
Weitere Mitteilungen von Westdeutsche Allgemeine Zeitung
WAZ: Brandstifter im Zwirn. Kommentar von Wilhelm Klümper ...
Die Mitglieder von Pro NRW geben sich vornehmlich als Biedermänner. In Wahrheit handelt es sich wohl eher um rassistische Brandstifter im Zwirn. So bestehen enge Verbindungen von Pro NRW zum "Freundeskreis Rade", dem ausländerfeindliche Gewalttaten vorgeworfen werden. Es ist infam,
Westdeutsche Zeitung: Die Europäische Union braucht einen Wachstumspakt - Investieren gegen die Schuldenkrise Ein Kommentar von Lothar Leuschen ...
Angela Merkel dürfte es nicht leicht gefallen sein zuzugeben, dass die europäische Schuldenkrise nicht nur mit Spardisziplin zu bekämpfen ist. Dass die Bundeskanzlerin nun eine Wachstumsagenda in Aussicht stellt, ist aber nicht allein der Einsicht zu verdanken, dass Griechenland, Spanien und
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Kinderbetreuung wird Wahlkampfthema Übermütig CARSTEN HEIL ...
Der Satz von Hannelore Kraft war eigentlich nicht misszuverstehen. Nachdem die NRW-Ministerpräsidentin darauf hingewiesen hatte, dass Bildung schon im Kindergarten anfange, sagt sie in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung wörtlich: "Dann müssen wir aber auch sicherstellen, dass al
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Pro NRW zeigt Karikaturen gegen den Islam Brandstifter HUBERTUS GÄRTNER ...
Der Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen dümpelt so vor sich hin. Während den etablierten Parteien augenscheinlich die großen Aufreger-Themen fehlen, macht eine rechtspopulistische Splitterpartei auf unerträgliche und gefährliche Art und Weise mobil. Die selbsternannte "Bürgerbewegung"




