Weser-Kurier: Kommentar zu Eurobonds
ID: 642885
einen sowie Deutschland auf der anderen Seite über die sogenannten
Euro-Bonds - Anleihen für die gesamte Euro-Zone - weist exakt auf den
Grundfehler der Gemeinschaftswährung hin: Es gibt wohl eine Währung,
aber keine Gemeinschaft. Denn eine einheitliche Währung in einer
politischen Union funktioniert nur, wenn es dazu auch eine
Fiskalunion gibt. Also die Verpflichtung aller Mitglieder,
wirtschafts- und finanzpolitisch an einem Strang zu ziehen. Das
funktioniert aber hinten und vorne nicht. Der Streit über die
Euro-Bonds beweist es. Deutschland profitiert im Moment extrem davon,
dass es als Hort der Stabilität in der Euro-Zone gilt. Deshalb
bezahlen Investoren sogar schon Strafzinsen, um Deutschland Geld
leihen zu dürfen. Der Bundesfinanzminister hat selten so gute
Geschäfte gemacht. Umgekehrt bezahlen jedoch Länder wie Spanien oder
Italien sehr hohe Zinsen. Deutschland spricht zumindest mit
gespaltener Zunge, wenn es sich als Mitglied der Euro-Zone quasi auf
Kosten anderer Mitglieder saniert - und andererseits jeden eigenen
Beitrag über gemeinsame Anleihen wüst zurückweist. Die gesamte
Gemeinschaft hat sich in der Frage, welche Wege aus der Euro-Krise
führen, jedoch schon längst heillos verrannt. Fiskalunion? Aber
natürlich! Euro-Bonds? Auf gar keinen Fall! Und Hilfe für
Krisenländer? Spanien, Italien - unbedingt! Griechenland - das
allerallerallerletzte Mal! Da blicken doch selbst Experten nicht mehr
durch. Und überhaupt Griechenland. Ob das Land nun in die Pleite
rutscht, freiwillig aus dem Euro ausscheidet oder von der EU dazu
gezwungen wird: Es ist inzwischen alles denkbar. Vor allem: Nichts
davon wird mehr als Katastrophe angesehen. Das ist in all dem
Euro-Krisen-Chaos die vielleicht beste Nachricht. Zwei Jahre und
unzählige Milliarden Euro später ist eine Griechen-Pleite und deren
Folge von den Märkten offenbar bereits eingerechnet. Die EU hat damit
Zeit gewonnen, mehr Gemeinschaft zu schaffen. Sie sollte diese Chance
schnell und effektiv nutzen.
Pressekontakt:
Weser-Kurier
Produzierender Chefredakteur
Telefon: +49(0)421 3671 3200
chefredaktion@Weser-Kurier.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 21.05.2012 - 22:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 642885
Anzahl Zeichen: 2428
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bremen
Kategorie:
Wirtschaft (allg.)
Diese Pressemitteilung wurde bisher 280 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Weser-Kurier: Kommentar zu Eurobonds"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Weser-Kurier (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz hat das deutsche Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz begrüßt: "Die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum können erheblich sein. Daran besteht kein Zweifel", sagte der Chefökonom d
Banaszak: Grüne wollen Borkum-Abkommen verhindern ...
Der Parteichef der Grünen, Felix Banaszak, sieht sich durch Entscheidung des Bundesrats, keine Stellungnahme zum Gesetzes über ein Unitarisierungsabkommen mit den Niederlanden im Rahmen der geplanten Gasförderung vor Borkum abzugeben, bestätigt: "Ich halte es weiterhin für notwendig, dass
Neue Nato-Vorgaben: Der Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschuss, Thomas Röwekamp (CDU), spricht sich für eine allgemeine Dienstpflicht aus ...
Der Vorsitzende des Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages, der Bremer CDU-Abgeordnete Thomas Röwekamp, spricht sich im "WESER-KURIER" (Bremen) wegen der neuen Nato-Vorgaben zur künftigen Truppenstärke der Bundeswehr für eine allgemeine Dienstpflicht aus. "Aus meiner Si
Weitere Mitteilungen von Weser-Kurier
Rheinische Post: Kommentar zu Eurobonds ...
Standhaft bleiben Im Schönreden unangenehmer Dinge beweisen die Euro-Retter wieder Perfektion. Milliarden-Hilfen für Schuldensünder heißen Europäischer Stabilitätsmechanismus (ESM). Eine Staatspleite wird als Kreditereignis umschrieben. Und nun sollen harmlos klingende Projektbonds die
Neue OZ: Kommentar zu Unternehmen / ADO ...
Starke Gründe Am Ende entscheiden Preis und Qualität über die Vergabe eines Auftrags. So ist das nun mal in einer freien Marktwirtschaft. Den Verantwortlichen im Welt-Konzern Volkswagen muss es im Zweifel egal sein, dass ein emsländisches Unternehmen wie ADO gerade jetzt diesen wichtigen
Börsen-Zeitung: Hollandes neues Spiel, Kommentar zu Euroland-Bonds von Bernd Wittkowski ...
Hoppla, da scheint uns etwas durch die Lappen gegangen zu sein. Regierungen, Parlamente und - wo Referenden erforderlich sind - ganze Völker haben offenbar unbemerkt von der deutschen Öffentlichkeit den EU-Vertrag und nationale Verfassungen außer Kraft gesetzt und die Europäische Haftungs- u
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Opel ...
Bei Opel bleibt alles beim alten: Klar ist nach der Betriebsversammlung im Bochumer Werk nur, dass nichts klar ist. Die seit Jahren andauernde Hängepartie beim Autobauer geht weiter. Diese Ungewissheit ist nicht nur für die Mitarbeiter quälend und lähmend. Sie wird zusehends auch zum Problem




