Mittelbayerische Zeitung: Ein Minister unter Strom
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Ab sofort steht jeder Schritt des frischgebackenen Umweltministers
unter besonderer Beobachtung. Auf keinem anderen Mitglied in Angela
Merkels Kabinett lastet derzeit eine so hohe Erwartung wie auf Peter
Altmaier, dem Mann, der die Energiewende managen soll. Der stockende
Ausbau der Stromnetze, der Streit um die Solarförderung, die Suche
nach einem Atom-Endlager, die Drohung der Energiekonzerne, fossile
Kraftwerke abzuschalten - das alles ist nur ein Auszug der vielen
Großbaustellen, die Altmaier von seinem Vorgänger Norbert Röttgen
übernommen hat. Es ist eine wahrhaft herkulische Aufgabe mit schier
endlosen Fallstricken. Altmaier muss nun Tag und Nacht unter Strom
stehen, weil die Öffentlichkeit schnelle Erfolge erwartet. Wenn der
Atomausstieg scheitert, dann scheitert auch die Kanzlerin. Sollte es
im kommenden Winter wegen einer an allen Ecken und Enden hakenden
Energiewende zu Stromausfällen kommen, wäre das auch ein Blackout für
Merkel. Die Wähler würden ihr das persönlich ankreiden. Umso mehr
bildet sie nun eine Schicksalsgemeinschaft mit ihrem neuen Minister.
Doch gerade diese Konstellation bringt vielleicht die entscheidenden
Impulse. Von den vielen Dingen, die Altmaier von Röttgen
unterscheiden, könnte außerdem eines von Vorteil sein: Er zählt seit
langem zum engsten Machtzirkel der Kanzlerin. Dadurch wird die
Energiewende endlich auch zur Sache der Chefin.
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Datum: 22.05.2012 - 19:36 Uhr
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